Medwedew kündigt Reformen an

22. Dezember 2011, 13:56

Scheidender Präsident verspricht Wiedereinführung der Gouverneurswahlen und unabhängiges Fernsehen

Moskau - Nach beispiellosen Protesten gegen die umstrittene russische Parlamentswahl geht Kremlchef Dmitri Medwedew überraschend mit Reform-Ankündigungen auf die Regierungskritiker zu. Der Präsident kündigte am Donnerstag eine Rückkehr zu den Gouverneurswahlen an, die sein Vorgänger Wladimir Putin vor sieben Jahren abgeschafft hatte. Die Menschen in Russland müssten mehr Möglichkeiten der politischen Mitbestimmung haben, sagte Medwedew in seiner Rede zur Lage die Nation im Großen Kremlpalast in Moskau.

Unabhängiger Fernsehsender

Medwedew kündigte bei der live im Staatsfernsehen übertragenen Rede zudem einen leichteren Zugang für Bewerber zu Wahlen sowie eine bessere Kontrolle der Abstimmungen an. Entsprechende Gesetzesinitiativen würden in nächster Zeit in die Duma eingebracht, hieß es. Außerdem soll es künftig ein landesweites öffentlich-rechtliches Fernsehen geben. Der Kreml steht unter der Kritik, das gegenwärtige Staatsfernsehen politisch zu steuern.

Kandidatur erleichtern

Für die Zulassung zur Präsidentenwahl etwa solle ein Einzelbewerber künftig nur noch 300.000 und nicht mehr zwei Millionen Unterschriften von Unterstützern nachweisen müssen, sagte Medwedew vor rund 1.000 Vertretern von Politik, Militär und Religion. Auch die Registrierung von Parteien müsse vereinfacht werden.

Er habe den "Ruf nach einem Wandel" gehört, betonte Medwedew angesichts der jüngsten Massenproteste auch von bisher politisch passiven Menschen. Der Kremlkritiker und frühere Vize-Regierungschef Boris Nemzow sah in Medwedews Rede eine direkte Reaktion auf die Kundgebungen gegen die von Fälschungsvorwürfen überschattete Duma-Wahl am 4. Dezember.

Auch die geplante Rückkehr zu Direktmandaten in der Staatsduma sei ein richtiger Schritt, sagte Nemzow. Die bisher von den Wahlen ausgegrenzten Kremlkritiker teilten mit, dass es künftig wieder eine Chance für politische Mitbestimmung gebe in Russland. Auch die nicht zugelassene liberale Oppositionsbewegung Parnas hofft nach Angaben des Politikers Wladimir Ryschkow jetzt auf eine Registrierung.

Keine Neuwahlen

Regierungsgegner forderten, dass die Reformpläne auch nach Medwedews Ausscheiden aus dem Kreml 2012 umgesetzt werden müssten. Auf die Kernforderung enttäuschter Wähler nach Neuwahlen ging Medwedew nicht ein. Zehntausende Menschen wollen an diesem Samstag allein in Moskau wieder für ehrliche Wahlen demonstrieren.

Die Gouverneurswahlen waren auf Initiative Putins im Dezember 2004 abgeschafft worden. Die Chefs der Regionen wurden seither vom Kreml bestimmt. Die Wiedereinführung der Direktwahl ist seit langem eine Kernforderung der demokratischen Kräfte.

Absprache mit Putin

Die Reformpläne seien mit Regierungschef Putin abgesprochen, sagte Medwedew. Putin will am 4. März 2012 bei der Präsidentenwahl antreten und wie von 2000 bis 2008 im Kreml regieren. Kritiker hatten Medwedew stets einen Mangel an Durchsetzungsfähigkeit vorgeworfen und äußerten die Hoffnung, dass die Reformpläne tatsächlich umgesetzt werden. Medwedew soll nach einem mit Putin abgesprochenen Ämtertausch künftig als Regierungschef arbeiten.

Medwedew warnte in der letzten großen Rede seiner Amtszeit den Westen vor einer Einmischung in die inneren Angelegenheiten Russlands. "Wir brauchen Demokratie und kein Chaos", betonte der Kremlchef. Russland werde "Provokateure und Extremisten" auch in Zukunft daran hindern, die Lage im größten Land der Erde zu destabilisieren. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 46
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Perkun
00
24.12.2011, 19:06
Reich und arm, was bedeutet das

Frägt sich nur ab was für Reformen. Persöhnliche Bereicherung

Andreas Hofer10
00
22.12.2011, 23:29

Einfach zum Lachen. Wenn es nicht so traurig waere.

-_-
00
22.12.2011, 22:23
bla bla bla

Medwedew sollte sich langsam bewusst werden, dass er bald Geschichte ist

geschlechtsumwandlung quotenposterin
12
22.12.2011, 15:16

Auch Gorbatschow
fordert Reformen ,internationale Reformen
und warnt vor WK3 .

http://www.youtube.com/watch?v=n0miPUdO3hs

diamant
12
22.12.2011, 14:37
'Medwedew kündigt Reformen an'

Was hat der Mann dann eigentlich die letzten Jahre getan?

BMA
00
23.12.2011, 03:17
Weiter getan, nicht weniger "erfolgreich" wie sein Vorgänger.

papst benedikt
09
22.12.2011, 18:47

der hatte keine zeit, weil er so lachen musste, als ihn die westpresse zur demokratischen hoffnung und zum gegenspieler putins hochlobte :)

Pjotr Ratschkovskij
27
22.12.2011, 14:21

Das Problem mit so einem landesweiten, unabhängigen Sender ist, daß er gar nicht unabhängig sein kann! Denn irgendwer wird den Sender finanzieren müssen. Wenn der Staat es nicht macht, dann macht es irgend ein Oligarch oder Ausländer wie Soros und dergleichen. Und seien wir uns ehrlich,- wo auf der Welt gibt es wirklich unvoreingenommenen, unabhängigen und kritischen Journalismus? Einen, der sich nur der Wahrheit verpflichtet fühlt und aus Idealisten besteht.

Und an alle, die denken, im russ. TV läuft nur Propaganda: so was wie FOX News gibt es in RUS nicht. Dafür ist der durchschnittliche Russe zu intelligent und zu belesen, um auf sowas reinzufallen.

geschlechtsumwandlung quotenposterin
00
22.12.2011, 15:10

Das ist auch ein Problem in Österreich

Wir haben diesen furchtbaren Staatsfunk ORF ,
der aber intellektuell und in Meinungsvielfalt
noch immer über den Privatsendern steht

Johnporno..ah Buongiorno
00
22.12.2011, 20:00
hast

wohl noch nie servustv geschaut

diamant
00
22.12.2011, 15:00
Dann gehe ich davon aus das RT in Russland so gut wie keine Zuschauer hat, oder?

maulwurfmeister
01
22.12.2011, 22:15
was meinen Sie wieso RT auf Englisch ist?

RT wurde geschaffen um das Image russland im Ausland aufzubessern... Damals wurde auch eine PR Agentur angagiert...

gebracht hats bis jetzt nur wenig...

papst benedikt
02
22.12.2011, 19:03

eh nicht. rt ist ja als medium für internationales publikum konzipiert. so wie zum beispiel "deutsche welle". wird in deutschland auch kaum geschaut.

papst benedikt
24
22.12.2011, 14:16

medwedew durfte nachplappern, was putin vor ein paar tagen vorgab:
http://de.rian.ru/opinion/2... 48856.html

hier ein wenig mehr aus medwedews rede, denn die apa/reuters zusammenfassung hat ähnlich viel informationswert wie die leserbriefseite der krone (was nicht wundert, weil "information" ja der der natürliche feind jedes profitmediums ist:)
http://rt.com/politics/... oscow-355/

Rot/Grün Farbsehschwächling
00
22.12.2011, 14:03
ja ja, der russische Winter kommt noch!!

Porqué no te callas?
00
22.12.2011, 13:43

"medwedew kündigt reformen an" - und das schon seit vielen jahren.

Bürger Europas
84
22.12.2011, 13:24
Schritt 1 ist getan:

Es ist eingestanden, dass etwas faul ist im Staate Russland.

Dass das irgendwie im Widerspruch dazu steht, dass man den Demonstranten andauernd versucht zu unterstellen, sie seien ja nur vom Westen gekauft, das ignorieren wir jetzt mal einfach.

.....
00
22.12.2011, 13:13
"Wir brauchen Demokratie und kein Chaos"

ganz meine Rede. erst einmal das Chaos aufräumen und direkte Demokratie ansteuern.

irgendein poster
 
20
22.12.2011, 12:54
hää?

die direkten gouverneurswahlen waren doch schon unter dem jelzin abgeschafft worden, oder?

mc_abr
02
22.12.2011, 13:21

unter putin, nach beslan

irgendein poster
 
01
22.12.2011, 14:00
mag stimmen

aber soeben habe ich gelesen auch jelzin hat von 1991 bis 1996 direkte wahlen der gouverneure verhindert und jelzin setzte auch überall in den verwaltungsbezirken seine stellvertreter ein.
ist also alles keine rein putinsche sache. tun wir also bitte nicht so, als wäre unter jelzin alles in ordnung gewesen. in ordnung war es wahrscheinlich für die westlichen konzerne, die sich in dieser zeit bedienen durften.

mc_abr
12
22.12.2011, 14:57

interessant formulieren sie - "mag stimmen", wenn es einfach stimmt, "keine rein putinsche sache" - wenn er selbst das initiirte.
wofür errinern sie an jelzin? die zeit war eine absolute präbiotische suppe, wilder kapitalizsmus usw.
in 2004 war las land stabil und ruhig, der grund für die wahlabschaffung ist mehr als fragwürdig.

maulwurfmeister
00
22.12.2011, 22:20
"in 2004 war las land stabil und ruhig, der grund für die wahlabschaffung ist mehr als fragwürdig."

Der tot von hunderten von Kinder ist für Sie stabil und ruhig?

mc_abr
00
23.12.2011, 09:52

stabil und ruhig für die bürger, und auch für mich. eine zufriedene sattheit nach den mageren neunzigen.

und, ja, stabil hinsichtlich der terroranschläge. leider.

irgendein poster
 
02
22.12.2011, 15:13

ich erinnere deshalb an jelzin, weil der in den westlichen medien nie so offen kritisiert wurde wie putin.
deshalb vermute ich, dass die westlichen medien die realität ebenfalls sehr verzerrt darstellen. ich frage mich warum das so ist. sind die zt von den westlichen ölkonzernen gekauft, die jetzt unter putin nicht mehr so schalten und walten können wie sie gerne möchten? ich weiß es nicht.

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