Drastische Maßnahme soll Korruption bekämpfen - 16 Tote bei Schießereien
Veracruz/Mexiko - Die Regierung des mexikanischen Staats Veracruz hat die Polizei der gleichnamigen Hafenstadt komplett aufgelöst und alle Bediensteten entlassen. Mit der drastischen Maßnahme solle die Korruption an der Wurzel bekämpft werden, teilte die Staatsregierung am Mittwoch (Ortszeit) mit.
Anstelle von Polizeibeamten patrouillieren nun Marinesoldaten in der zweitgrößten Stadt des Staates. In Veracruz waren im September die Leichen von 35 Gewaltopfern gefunden worden. Im Kampf gegen die Drogenmafia haben die Streitkräfte bereits die Polizeiaufgaben in mehreren Städten übernommen, darunter auch in der Grenzstadt Ciudad Juarez. Die Polizei gilt in vielen Städten als korrupt. Präsident Felipe Calderon hat die Sicherheitsüberprüfung aller 460.000 Polizeibeamten angeordnet.
Vor zwei Monaten hatte die Regierung zusätzliche Soldaten und Polizisten nach Veracruz geschickt, nachdem es dort zu einem Anstieg der Gewalt gekommen war, für den die Drogenbande Zetas verantwortlich gemacht wird.
16 Tote bei Schießereien
Bei Schießereien in zwei mexikanischen Regionen hat die Armee nach eigenen und Behördenangaben 16 mutmaßliche Drogenhändler getötet. In Panuco im Bundesstaat Veracruz seien bei einem Feuergefecht acht mutmaßliche Drogenhändler erschossen worden, sagte ein Armeevertreter am Mittwoch, ohne weitere Angaben zu machen. In der Stadt Coatzintla im selben Bundesstaat töteten Soldaten bei einer weiteren Schießerei zwei mutmaßliche Gangster.
Im Bundesstaat Sinaloa an der Pazifikküste wurden beim Vorgehen von Armee und Polizei nach Angaben der Staatsanwaltschaft in zwei Städten insgesamt sechs mutmaßliche Mitglieder von Drogenbanden getötet. (APA)