Halbbruder des aus Kenia stammenden Vaters des US-Präsidenten soll sich illegal im Land aufhalten
Boston/Wien - Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney will den in den USA lebenden Onkel von Präsident Obama abschieben lassen. "Nun, wenn die Gesetze der Vereinigten Staaten sagen, er soll abgeschoben werden, und ich nehme an, das tun sie, dann sollten wir diesen Gesetzen folgen", erklärte Romney am Mittwoch in einer Sendung einer lokalen Radiostation in Boston.
Onyango Obama, der Halbbruder des aus Kenia stammenden Vaters des US-Präsidenten, war zuvor im US-Staat Massachusetts am Steuer eines Autos betrunken in eine Verkehrskontrolle geraten. Dabei hatte sich herausgestellt, dass der 67-jährige Kenianer sich offenbar illegal in den USA aufhält. Er wurde zunächst freigelassen, soll aber mit den Einwanderungsbehörden in Kontakt bleiben.
"Wer ist Onkel Omar?"
Romney, der 2012 bei den Wahlen gegen Obama antreten möchte, gab sich in der Radiosendung zunächst unkundig über den Vorfall. Auf die Frage, ob er den mit Rufnamen Omar genannten Verwandten des Präsidenten kenne, fragte der Republikaner: "Wer ist Onkel Omar"? Nachdem der Radiomoderator ihm die Umstände erklärte und fragte, ob man Onyango Obama abschieben solle, erwiderte der gläubige Mormone: "Die Antwort lautet 'Ja'".
Auch eine andere Verwandte des Präsidenten, seine Tante Zeituni Onyango, hatte in der Vergangenheit Schwierigkeiten mit den Einwanderungsbehörden in den USA gehabt. Erst im vergangenen Jahr wurde ihr als politischer Flüchtling Asyl gewährt, nachdem ein erster Antrag 2002 abgewiesen worden war. (APA)