Astronomie

Zwei gut geröstete Planeten

22. Dezember 2011, 12:45
  • Artikelbild
    illustration: s. charpinet

    Künstlerische Darstellung zweier Planeten (gelb-orange), die das Aufblähen ihrer Sonne gut durchgeröstet überstanden.

Planetensystem um ehemaligen Roten Riesen entdeckt - es hat die katastrophale Ausdehnung seines Sterns überstanden

London/Wien - Die Katastrophe wird ganz sicher kommen. Aber gewiss nicht 2012, sondern erst irgendwann in ein paar Milliarden Jahren. Dann nämlich wird sich unsere Sonne zu einem Roten Riesen aufblähen und sich über die Umlaufbahn der Erde hinweg ausdehnen.

Bisher gingen Forscher davon aus, dass Planeten die Gluthölle eines solchen Roten Riesensterns nicht überdauern. Doch nun haben Astronomen mit dem neuen US-Weltraumteleskop Kepler, dem wir in der nächsten Zeit noch vielen weitere Entdeckungen verdanken werden, zwei Planeten bei einer gealterten Sonne - einem sogenannten Unterzwerg - erspäht, welche die Phase als Roter Riese bereits hinter sich hat.

Mit anderen Worten: Die beiden vermutlich erdgroßen Planeten haben die Ausdehnung der Sonne gut durchgeröstet überstanden und kreisen nun in sehr geringer Entfernung (etwa einem Hundertstel der Distanz Erde-Sonne) um ihren ausgebrannten Stern namens KIC 05807616. Wie das Forscherteam im Fachjournal "Nature" schreibt, habe man erstmals bei einem Stern jenseits der Rote-Riese-Phase Planeten gefunden. Und das wiederum könnte neues Licht auf das Ende unseres Sonnensystems werfen. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 22. 12. 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
1 2
Miphois
00
22.12.2011, 15:26
Ist es eigentlich sicher, dass wenn eine Sonne sich auf bläht sie die Planeten auch schluckt?

Könnte es nicht auch sein, das die Umlaufbahnen sich der Planeten den auch nach aussen verschiebt?
Oder bleiben die Planeten innerhalb der Sonne sogar intakt, mal abgesehen davon, dass die gut durchgebraten werden?
Wie sonst erklärt es sich sonst, dass bei dem Überrest in so kurzer Distanz Planeten existieren?

Trurl
00
22.12.2011, 15:49

Während sich ein Stern zu einem Roten Riesen entwickelt, bleibt seine Masse annähernd konstant und die Bahnen seiner Planeten ändern sich nur, wie poster 'Die kritische Stimme' weiter unten ausgeführt hat, wenn ein Planet in den Randbereichen des Stern abgebremst wird.
Erst während des 'Rote-Riesen-Stadiums' kommt es zu einem massiven Masseverlust, der die Bahnparameter von Planeten, auch weiter entfernter, (zusätzlich) beeinflusst.

Nutze den Tag
02
22.12.2011, 14:56
4000 Jahre sind seit dem Bau der Pyramiden bis heute vergangen.

Nochmal 4000, ach was 400 Jahre, in der Entwicklung wie bisher halten wir nicht durch, wenn wir uns nicht ökologisieren. Ökologie ist keine Romantik, sondern High Tech. Es würde uns ein schönes WirtschaftsQUALITÄTSwachstum bescheren.

(angenommen Pyramiden wären Atommülllager, dann hätten wir erst 1/4 der HALBwertszeit vom Plutonium ausgestanden)

Ja bitte
20
22.12.2011, 15:09
Angenommen die Pyramiden wären

Atommüllager welche Plutonium enthalten.
Dann hätten sich die Atomkonzerne des Römischen Imperiums längst als 'Grabräuber' betätigt um mit dem Pu wieder neue Rektoren zu betreiben. - Der nicht spaltbare Rest ist in 1000Jahren aoweit zerfallen, das er harmloser ist als Uranerz oder die Asche aus Kohlekraftwerken!
Und um Ihren unpassendenn Vergleich zu vervollständigen: Angenommen die heutigen Erdölfelder wären Atommüllager: dann wäre selbst vom langlebigen Plutonium längst 99,999% zerfallen. Und wie wir wissen waren diese Lager immer ziemlich dicht -sonst würden wir heute kein Öl oder Gas mehr darin finden :)

Nutze den Tag
00
22.12.2011, 20:43

Ich dachte die HWZ von PU ist um die 24.000 Jahre.
WG Öl/Gas / Dichtheit:
Öl/Gas ist in der Lagerstättefein verteilt unter hohem Druck wie in einem Schwamm aufgesogen oder absorbiert.
Tatsächlich gibt es genug Orte, wo Erdgas ganz einfach aus dem Boden austritt. Dort wo das mancherorts zuviel ist (z.B. Iran) wird es abgefackelt.
Wie anlässlich des BP Leck bekannt wurde: etwa 1/4 des am Bohrloch austretenden Öls tritt auf natürliche Weise am Meeresboden im GvM ständig aus.

werwolfi
00
22.12.2011, 19:05

Man kann sich wirklich alles schönreden...

Ja bitte
00
23.12.2011, 09:51
Schön wenn die Welt

so schön einfach ist, oder? :)

Michael Bakunin
00
22.12.2011, 11:12

weiß jemand, wie lange so eine aufblähphase eines sterns zu einem roten riesen dauert?
geht es da um tage, jahre oder jahrtausende?

Trurl
02
22.12.2011, 11:38

Der Übergang erfolgt in mehreren Schritten:
Ein Stern wie die Sonne wird nach etwa 9,5Ga innerhalb von weiteren ca. 1,2Ga zu einem "gelben Unterriesen" (~doppelter Radius) und entwickelt sich dann in weiteren 0,6Ga zu einem "Roten Riesen" (~10facher Radius).

Michael Bakunin
00
22.12.2011, 14:04

danke für die info.
dann haben wir ja noch genug zeit auszuwandern, falls wir merken sollten, dass die sonne sich plötzlich aufzublähen beginnt. ;-)

Trurl
01
23.12.2011, 01:29

Im Prinzip: Ja!
Aber wenn man sich, z.B. hier im Forum auf derStandard - Wissenschaft so umschaut bleiben doch Zweifel, ob 1,8Ga ausreichend sind um auch den letzten Deppen zu überzeugen.

Ja bitte
00
24.12.2011, 01:14
Danke

You made my Day!

erebos
01
22.12.2011, 12:20

... ab dann geht es recht schnell. Die abebbende Fusion im Inneren kann gegen die Gravitation nicht mehr ankämpfen und der Rote riese stürzt innerhalb von Tagen oder Wochen in sich zusammen um noch einmal als Nova zu explodieren.

Canis in urbe custodiendus non est
00
22.12.2011, 13:11

in Summe.. man sollte zeitgerecht das Weite suchen..

erebos
00
25.12.2011, 11:47

Nur das "Zeitgerecht" scheint vielen kein Begriff zu sein. Scheinbar könne viele die Dimensionen 50 Jahre nicht wirklich von 50.000 oder 50 mio trennen, geschweige denn was 1 mrd Jahre sein sollen.

Darius Minor
00
22.12.2011, 11:38
Bin kein Astronom,

aber ich dachte immer, das ist ein langsamer, sich ueber Jahrmillionen hinziehender Prozess ...?

meineMeinung
00
22.12.2011, 09:18

Schön knusprig mag ich sie am liebsten!

Netzwerker Pepi
03
22.12.2011, 13:14
Medium Rare

Naja, wer's mag... Ich für meinen Teil liebe meine Planeten eher medium rare. Die Lava muss spritzen wenn ich rein schneide...

Die kritische Stimme
05
22.12.2011, 08:08
Nicht unlogisch...

Die Sonne hat eine Oberflächentemperatur von ca. 5500 K und erscheint weiß. Ein Roter Riese hätte also eine Oberflächentemperatur von nur etwa 2500 K - zu wenig, um schwere Bestandteile verdampfen zu lassen. Zudem bedingt die Ausdehnung eine erhebliche Dichteminimierung - die Planten innerhalb befinden sich "nur" in einer Art sehr dünnem, heißem, Gas.

Was passiert also: Die Planeten verlieren hitzebedingt alle leichteren Bestandteile, die schweren bleiben aber flüssig oder sogar fest. Das Gas sorgt für eine sanfte Abbremsung, was die Umlaufbahn nach und nach Richtung Sternschwerpunkt zieht.

Der Knackpunkt ist also: Glüht der Stern aus (und wird er zum Weißen Zwerg), bevor die Planeten seinem Zentrum zu nahe gekommen sind?

_loquee
00
22.12.2011, 03:38

Ein paar Milliarden Jahre sind dann trotzdem eine angenehme Zeitspanne um etwaige Umzugspläne zu realisieren.

Ob jetzt vom Planeten Erde ausgezogen wird oder ob wir die Umlaufbahn anpassen sei einmal offen gelassen.
Aber vielleicht gfreuts die Menschheit bis dahin eh nimmer.
Oder andere Apokalypsen verkürzen die Wartezeit.

samuel kant
01
22.12.2011, 11:13

ich kann sie beruhigen. die menschheit gibt es dann nicht mehr.
nicht weil die ausgestorben wäre, sondern weil tausende neue humaniode arten enstanden sind.

irgendein poster
 
00
22.12.2011, 19:09
gääähhhn

vielleicht gibts dann schon die robotoide oder etwa gar kein lebenszeichen mehr.

wir wissen es nicht und es kann uns auch scheißegal sein.

erebos
02
22.12.2011, 12:23

Diese humanoiden Arten werden dennoch die
"Menschheit" darstellen.
human: (von lateinisch humanus ‚menschlich‘, auch englisch human ‚Mensch‘, ‚menschlich‘)

Long Dong Kong
06
21.12.2011, 22:08

Ich mag sie sowieso lieber , wenn sie gut durch sind.

werwolfi
00
22.12.2011, 19:07

Mir sind die Medium Rare lieber - die beiden gehören ganz dir.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.