Carsten Maschmeyer

Auf der Suche nach berühmten Freunden

Johanna Ruzicka, 21. Dezember 2011, 18:49
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    foto: berndt/dapd

    AWD-Gründer Carsten Maschmeyer hat Wulff viel spendiert. Dieses Bild wurde am 18.11.2010 bei der "Pubilshers Night" in Berlin aufgenommen.

Der AWD-Gründer zückt gern mal das Scheckbuch

Für Carsten Maschmeyer ist es wichtig, dass Freunde, Weggefährten und Frauen prominent sind. Dafür zückt der mittlerweile ausgestiegene Gründer des deutschen Finanzdienstleisters AWD auch gerne mal das Scheckbuch.

Dem Sozialdemokraten Gerhard Schröder spendierte er 1998 im damaligen Landeswahlkampf eine Anzeigenserie. Kostenpunkt: 650.000 Mark, etwa 330. 000 Euro.

Nun wurde bekannt, dass der 52-jährige Niedersachse 2007 wieder für eine Freundschaft gezahlt hat. Mitten im niedersächsischen Landtagswahlkampf sponserte er eine Anzeigenkampagne für ein Buch, in dem der Christdemokrat Christian Wulff sein Leben schilderte. Dieser will zwar von den Zahlungen nichts gewusst haben, doch wirft die Aktion ein bezeichnendes Licht auf die Netzwerke der Mächtigen in Deutschland.

Für den abgebrochenen Medizinstudenten ist gesellschaftlicher und finanzieller Aufstieg wichtig. Seit 2009 ist er mit der Schauspielerin Veronica Ferres liiert. Seither wird er häufig auf roten Teppichen abgelichtet. Bei TV-übertragenen Hilfsprojekten überreicht er gerne Schecks. Im Web-Lexikon Wikipedia wird sein Vermögen auf 650 Millionen Euro geschätzt.

Der frühere Langstreckenläufer startete als Verkäufer von Bausparverträgen. Mit einer Abfertigung gründete er den Allgemeinen Wirtschaftsdienst (AWD) und verkaufte auf Teufel komm raus Versicherungspolizzen und Aktien - auch in Österreich, wo gegen die AWD sowie gegen ihren Gründer durch den Verein für Konsumenteninformation Sammelklagen anhängig sind.

Auch in Deutschland steht die AWD und mit ihr der ehemalige Reserveoffizier medial unter Beschuss und des Öfteren vor Gericht. Auch in Deutschland lautet der Vorwurf, dass zahlreiche Kleinanleger um ihre Ersparnisse fürs Alter gekommen sein sollen - es gilt die Unschuldsvermutung.

Maschmeyer, der geschieden ist und zwei erwachsene Söhne hat, hat die AWD längst an den Schweizer Versicherungskonzern Swiss Life verkauft. Mit den Erlösen investiert er derzeit querbeet, zuletzt in den Hamburger Pflegeklinik-Betreiber Marseille-Kliniken. Ein möglicher Zusammenhang: Die mit dem ehemaligen Ökonomen und Wirtschaftsweisen Bert Rürup im Jänner 2010 gegründete "MaschmeyerRürup AG" berät Firmen und Regierungen in Fragen der Alters- und Gesundheitsvorsorge. (DER STANDARD-Printausgabe, 22.12.2011)

Erika Rothen
00
22.12.2011, 12:29
Die effiziente deutsche Ausführung des beliebten Modells "KHG"...

regen bringt segen
00
22.12.2011, 10:32
hat irgendwer geglaubt das ist ein guter????

Cavaliere Austriaco
03
22.12.2011, 00:57
wer sich in dessen nähe begibt

ist sowieso rücktrittsreif. pfui!

V995
00
21.12.2011, 20:52
korruption auf hohem niveau

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