Mercosur setzt politische Zeichen

Das aufmüpfige Bündnis

Kommentar | Gianluca Wallisch, 21. Dezember 2011, 18:33

Brasilien und Argentinien nutzen den Mercosur-Gipfel, um Weltpolitik zu machen

Während die Europäische Union mit der Schuldenkrise und sich selbst beschäftigt ist und in den USA alle Signale längst auf den Präsidentschaftswahlkampf stehen, nützen aufstrebende Nationen wie Brasilien und Argentinien den Mercosur-Gipfel, um Weltpolitik zu machen. Da wurde ein Freihandelsabkommen mit Palästina abgeschlossen, um der Anerkennung des Landes durch mehrere lateinamerikanische Regierungen noch mehr Gewicht zu verleihen - nach der Aufnahme in die Unesco ein weiterer Erfolg für die palästinensische Regierung.

Auch vor neuen Scharmützeln mit Großbritannien schreckt man nicht zurück: Auf Antrag Argentiniens wurden die Seehäfen für unter der Flagge der Falkland-Inseln fahrende Schiffe gesperrt. Der Krieg um die Islas Malvinas von 1982 rückt unvermittelt wieder ins Gedächtnis.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der 1991 gegründete "Gemeinsame Markt des Südens" eine politische Agenda gibt: 2007, wenige Monate vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise, sorgte man durch hitzige Debatten über die Auswüchse des Kapitalismus für Schlagzeilen. Venezuelas Staatschef Hugo Chávez forderte etwa, das Bündnis solle "vom Neoliberalismus dekontaminiert" werden.

Mit den Beschlüssen des aktuellen Gipfels von 2011, die weit über die herkömmliche Wirtschaftspolitik hinausgehen, hat der Mercosur jedenfalls eines signalisiert: Mit Lateinamerika wird zu rechnen sein - auch weltpolitisch. (DER STANDARD-Printausgabe, 22.12.2011)

Kommentar posten
18 Postings
josef1234567
00
22.12.2011, 17:15
Also hier in Buenos Aires geht es alles ausser Aufwärts

Hier geht die Richtung eher Richtung russischer Demokratie, bzw Monarchie. Der Handel von Papier für den Druck von Zeitungen wird jetzt staatlich gelenkt und jede Demonstration kann als terroristischer Akt gegen die Stabilität des Staates eingestuft werden.
Jeder arbeitet schwarz, sehr viele Bettler, hohe Korruption und dementsprechend teure Anwälte, Monokulturen in der Landwirtschaft kaputte Straßen und Gehsteige, steigende Kriminalität und Exportzölle (was ganz seltenes in Zeiten des globalen Wettbewerbs). Fehlen noch die Straßenschlachten von Chile. Aber sehr nette Leute.

byron sully
00
22.12.2011, 16:06

vielleicht gehört ohnehin lateinamerika die zukunft.

Gismo_00
01
22.12.2011, 14:36
Mercosur sollte einmal den Binnenmarkt regeln

Die Teilnehmer des Mercosur-Bündnisses sollten besser einmal den Binnenmarkt regeln - noch immer ist es nicht möglich, Waren und Güter zwischen den Mitgliedsländern frei zu liefern (bzw. ohne Zölle).
Neuwagen aus ARG nach URU importieren - Zölle,
selbst Stromlieferungen aus Paraguay nach Uruguay (über ARG) sind nicht möglich, weil ARG hohe Gebühren dafür verlangt - so sieht ein Binnenmarkt NICHT aus !

flotter denker
100
22.12.2011, 06:04
Die werden mit ihrer linken Politik den Kontinent schwer schädigen

Und den Welthandel noch dazu

Frodo Der Hobbit
00
27.12.2011, 01:05
jose rizal studieren!

wenn es von linker indigener politik in richtung russische oligarchie geht, dann liegt das höchstwahrscheinlich am europäischen virus: das beamtensystem der kolonialherrschaft, das standesdenken, das sowohl vom frz königshof als auch den habsburgern zur hochblüte entwickelt wurde, mit zahllosen komplizierten ritualen und tabus. und natürlich gehört gigantische korruption dazu.
eine oberschicht, die sich menschlich mit dem volk nicht im geringsten identifiziert, hautfarbe hin oder her, aber jeder, der es nach oben schafft, wird dazu verführt und geformt, auch der indigene. es ist beinahe bis zur unsichtbarkeit eingespielt und eingewachsen, bestimmt sprache, kultur und erziehung, und logik.

Frodo Der Hobbit
00
27.12.2011, 01:11
die telenovelas erklären das ohnehin

wenn man sie aus diesem gesichtspunkt aufmerksam beobachtet. sie handeln meist vom standesdünkel/klassendenken, das über die vernunft und menschlichkeit gestellt wird, und dem die protagonisten als dramatische, unentrinnbare und quälende randbedingung ausgesetzt sind.

Salsabor
00
22.12.2011, 10:12
Bitte um Details..

Porqué no te callas?
05
22.12.2011, 09:43

jedenfalls definitiv ist, dass der kontinent in den letzten jahrzehnten schwer geschädigt wurde. aber bestimmt nicht durch "linke polititk" (was auch immer das sein soll)

Thomas Geißler
311
21.12.2011, 23:42

Eine Dekontamination der Europäischen Union vom Neoliberalismus wär' auch schön.

Poldi Fesch
11
22.12.2011, 16:31
wieso ?

bist gern arm ?

Thomas Geißler
01
22.12.2011, 17:41

Wenn Sie es so sagen wollen.

Ich lege keinen Wert darauf reich zu sein, oder reich sein zu wollen.

Poldi Fesch
00
22.12.2011, 18:14
es geht nicht um

"nicht reich" sondern "arm" wie "arm" wie notleidend

Thomas Geißler
01
22.12.2011, 21:59

Ich verstehe noch nicht worauf Sie hinauswollen, aber falls Sie damit sagen wollen, dass der Neoliberalismus in Europa (oder Südamerika) dafür sorgt, dass wir keine Not leiden müssen, dann empfehle ich Ihnen diesen Text:

http://derstandard.at/132450111... -in-Europa

Poldi Fesch
00
23.12.2011, 01:22
herziger Text

voller Halbwahrheiten. Er geht davon aus, dasz es den Staat etwas anginge, ob es mir gut geht oder nicht. Tut es nicht. Beispiel, wenn ich aus meiner Taetigkeit € 60.000.- erloes u. die bleiben mir, gehts so leidlich. Musz ich die 16,666% USt abfuehren wirds muehsam

Thomas Geißler
00
23.12.2011, 16:40

"Voller Halbwahrheiten." - Dann sagen Sie mir doch was nicht stimmt.

Wenn Sie ein Problem damit haben ihre Steuern zu zahlen würd' ich Ihnen empfehlen dieses Land zu verlassen, vor ein paar Jahrzehnten hat man den jungen Linken:"Geh' doch 'rüber in die Sowjetunion!" an den Kopf geworfen.

Ich empfehle Ihnen in die USA auszuwandern vielleicht kann die Tea Party mit Hilfe der Republikaner ja ein Gemeinwesen in Ihrem Sinne schaffen.

Poldi Fesch
00
23.12.2011, 17:53
:) danke

habe mich nach IT verfuegt

Thomas Geißler
00
24.12.2011, 01:17

Wenn Sie ihre "Steuern" lieber an ’Ndrangheta, Camorra etc. abführen.

Poldi Fesch
00
24.12.2011, 09:42
????

ich hab nicht einmel die KfZ- Steuer bezahlt, geschweige denn sonst eine

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.