Europe vs. Facebook

Erfolg für Wiener: Irland stellt Facebook unter Beobachtung

21. Dezember 2011, 17:23

In einem ausführlichen Bericht verlangt die Datenschutzbehörde mehr Transparenz bei Userdaten

Schöner hätte es auch Facebook selbst nicht sagen können: "Facebook entwickelt sich ständig weiter und passt sich laufend den Anforderungen seiner User und des technischen Fortschritts an. Wie jede erfolgreiche Technologieplattform muss der Service durch Einführung neuer Produkte und Features innovativ bleiben, um sich an wechselnde Umstände anzupassen. Die geradezu darwinhafte Natur der Site erfordert robuste (Kontroll-) Mechanismen, um mit der Innovation Schritt zu halten, die Basis des Facebook-Erfolgs ist."

Untersuchung

So fasste Irlands zweitoberster Datenschützer Gary Davis die Ergebnisse der längsten Untersuchung der irischen Datenschutzbehörde zusammen. Anlass war, wie berichtet, eine Beschwerde des Wiener Jusstudenten Max Schrems und der von ihm initiierten Gruppe "Europe versus Facebook". In Irland hat der Konzern sein europäisches Hauptquartier.

Kern der Beschwerde: Facebook würde Daten auch nach Löschung durch Mitglieder aufheben; bei Änderungen von Einstellungen müsste Facebook die Zustimmung von Usern einholen, statt nur Opt-out anzubieten; und die Datensammlung mit "Gefällt mir"-Button auf Webseiten außerhalb von Facebook sei nicht zulässig.

"Raum für Verbesserungen"

Die irische Datenschutzbehörde sieht bei all diesen Punkten "Raum für Verbesserungen" und legte eine lange Liste von "Empfehlungen" vor, bei denen "FB-I" (so nennt der Bericht Facebook Irland) seine Zustimmung zusagte.

Konkrete Datenlöschung

Vor allem bei Datenlöschung wird der Bericht konkret: Facebook muss Benutzern die Möglichkeit geben, Informationen wie Freundesanfragen, Tags (Identifizierung auf Fotos), Gruppenzugehörigkeiten und Nachrichten zu löschen, was derzeit wenig durchschaubar sei. Auch müssen persönliche Daten gelöscht werden, wenn sie für den ursprünglichen Zweck nicht mehr gebraucht werden - das betrifft Webseiten, deren Besuch über ein "Social Plug-in" registriert wird, ohne dass User dies wahrnehmen. Allerdings erklärt die Behörde auch, Werbung, die aufgrund persönlicher Präferenzen vermittelt wird (u. a. mithilfe von "Gefällt mir"), sei "legitim". Kein Wenn und Aber gibt es bei Daten, die sich auf gelöschte oder deaktivierte Benutzerkonten beziehen: Diese müssen in angemessener Frist gelöscht werden. "Ein Erfolg", konstatiert die Initiative "Europe versus Facebook". Aber auch Facebook "freut sich, dass der Report klarstellt, dass sich Facebook an die Europäischen Datenschutzprinzipien hält".

Laufende Beobachtung des Netzwerks

Die wichtigste Feststellung der Datenschutzbehörde betrifft nicht so sehr einzelne Maßnahmen, sondern die künftig laufende Beobachtung des Netzwerks. In den USA hat sich Facebook erst vor kurzem gegenüber der US-Konsumentenschutzbehörde verpflichtet, sich laufenden Kontrollen zu unterwerfen. (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 22. 12. 2011)

Kommentar posten
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Oddo Wolf
02
22.12.2011, 17:59
"Die Gefahr bei Facebook ist, dass Menschen benutzt werden für Dinge, über die sie nicht Bescheid wissen", sagt der Chef der Stasi-Unterlagenbehörde Roland Jahn.

So gründet sich der "Erfolg" der CIA gesponserten "Umsturz-GmbH" OTPOR im wesentlichen auf die Mobilisierung der Massen und Oppositionen via facebook in Ländern, deren Regime sich dem Druck der CMA (Central Money Agency) nicht fügen. In einer ORF-Doku (youtube) erklärt OTPOR stolz, Kreator der Begriffe Rosen- Orangen- Yasmin- und Farbenrevolutionen zu sein. Behinderung der Opposition und Wahlbetrug als Standard-Vorwurf werden von der Central Information Agency in allen westlichen Medien verbreitet, Demos und Aufstände über Facebook organisiert. (cold war reloaded u.A.)

Goldmann Sachs, die zweifelsfrei Teil der CIA-FI Fusion zur CMA sind, haben den Schätz-Wert von Facebook mit 100MRD. verfünffacht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Otpor

Dagmar Rehak Wien
 
01
22.12.2011, 18:22

So wie die Kunden nicht mehr auf grelloranges "NEU! NEU! NEU!" reagieren, werden sie irgendwann auch zwischen Propaganda und Berichterstattung unterscheiden können.
Ein Kriterium ist dabei besonders wichtig: Wird der Geschichtenemittent dafür bezahlt oder nicht?
Sobald Geld fließt, kann man davon ausgehen, dass die Interessen woanders liegen als in der Verbreitung der Wahrheit.
Im Moment sind die meisten noch ziemlich leichtgläubig, aber das wird sich ändern.

Das hat System
00
22.12.2011, 14:26
Maahhh...

Austrian hero!

Club-der-dichten-Toten
01
22.12.2011, 13:45

Es ist nur seltsam, dass man in Deutschland zu ganz anderen Schlüssen kommt...

"Irischer Datenschützer entlastet Facebook
Facebook verstößt nicht gegen irisches und europäisches Datenschutzrecht."
http://www.golem.de/1112/88614.html

"Die irischen Datenschützer haben von Facebook nach einer breit angelegten Untersuchung diverse Nachbesserungen gefordert, aber keine gravierenden Verstöße gefunden."
http://www.heise.de/newsticke... 99959.html

"Das gefällt Facebook: Die irische Datenschutzaufsicht veröffentlicht einen recht positiven Prüfbericht über die Aktivitäten der Europa-Zentrale des Konzerns."
http://www.spiegel.de/netzwelt/... 21,00.html

Was nun?

Sarastro777
03
22.12.2011, 13:25
Ein Mann, eine Gruppe tut das was eigentlich die Konsumenten- und Datenschützer aus Brüssel oder die der jeweiligen Länder tun sollten.

Wanderfalke
01
22.12.2011, 16:35

stimmt, aber die rudern so eifrig in den Popos der anderen rum, dass die dazu keine Zeit haben!

Sarastro777
00
22.12.2011, 19:50

Hahaha.

:D

Klaus Stiefel
241
22.12.2011, 10:57
"...Nachrichten zu löschen, was derzeit wenig durchschaubar sei"?

Eigentlich keine Schwiegrigkeit, auf FB eine Nachricht zu loeschen.

Der Herr kommt mir doch ein wenig wie ein typisch oesterreichischer Querulant vor. Die online Version der Pensionisten, die sich um die Hoehe der Gartenhecke streiten.

Ich bin seit mehreren Jahren Auslandsoesterreicher und habe Freunde in mehreren Laendern. Durch FB ist es wesentlich leichter, mit denen Kontakt zu halten. Dafuer erscheinen auf meine Hobbies ausgelegte Werbelinks auf meinem Bildschirm, damit kann ich leben.

FB hat keine sensiblen Daten (finanziell, medizinisch) von mir, und mit der Info, dass ich heute einen Papagei gesehen habe, wird mir keiner Schaden zufuegen koennen.

Auch mit Google kann man (gewollterweise) berufliche Infos ueber mich herausfinden.

Wanderfalke
00
22.12.2011, 16:37

glaube sie haben nicht ganz verstanden worum es geht...
Sie können gerne einen Artikel oder sonstiges löschen, Facebook jedoch behält diese Daten - das darf / soll aber nicht sein.
Die roten Stricherln haben sie sich zurecht verdient, sie pöser Bube aber auch!

Klaus Stiefel
00
23.12.2011, 00:20
doch, doch

habe schon verstanden, worum es geht, siehe auch bitte meine Antwort zu data mining weiter unten.

Ich glaube nur an keine Verschwoerung, sonderen meine, dass es sich einfach um ein geschicktes Werbeschema handelt.

Und ich denke dass aus einem Haufen an Trivialitaeten aus diversen Quellen wenig Schaden zustandekommen kann.

Und ich glaube, dass sich der Herr Beschwerdefuehrer hier primaer einen Namen machen will. "Querulant, aeh, Kopf des Tages ist er ja auch schon".

§126c Verfechter K.ing Leissner
01
22.12.2011, 16:36

Ein Troll.. an alle.. AUF IHN!

omnomnomnomnom
00
22.12.2011, 15:22

wui! haben Sie jetzt echt angenommen, dass der ganze Zirkus mit irischen Datenschützern usw. veranstaltet wurde, weil manche FB-User das "x"-erl neben dem eigenen Post nicht finden? Oder die Löschen-Funktion bei Nachrichten nicht betätigen können?

system1
00
22.12.2011, 14:02
haben sie in dem land in dem sie sind keine freunde?

wenn nicht, schreiben sie einen brief. ich selbst genieße es zu sehen, wie sich jetzt immer mehr von diesem unsinn abwenden. auch dieser unsinn seitens unternehmen, die in der werbung auf ihre facebook-seite hinweisen (und so nur gratiswerbung für fb machen) sollte bald ein ende finden. nochmals: ich besuche keine "cleveren kartoffeln" auf einer facebook-seite. wozu auch? was werden die mir erzählen?

Klaus Stiefel
00
22.12.2011, 14:42
doch eine Menge Freunde hier

in Australien (ui, schon wieder Info im Internet verbreitet).

Aber auch meine Freunde in den USA und Oesterreich sind mir viel Wert.

Hm, Brief schreiben, email ist auch schon zu viel der ueberwachbaren Technologie? FB - oder aehnliches - ist einfach oft die praktischere Kommunikationsweise.

Ihnen erscheint die Beschwerde von Hern Schrems gar nicht als Profilierungsversuch und Querulantentum?

wolfgang rohrecker
 
00
22.12.2011, 13:22

du klickst auf löschen, du siehst es nicht mehr.
du glaubst wirklich es ist jetzt auch gelöscht ?
sich nicht für die datenbrooker hinter fakebook.

powerpack
19
22.12.2011, 11:46
typischer FB-User

Klaus Stiefel
01
22.12.2011, 12:08
Argument?...

knitterfux
02
22.12.2011, 12:34
sie verstehen die schwere des Themas nicht. Man muss sich bei FB immer die Kehrseite der ganzen Thematik ansehen. Ok FB weiß wer ich bin, weil ich mich ja wirklich zu erkennen geben muss (das Prinzip is ja von daher gesehen ja schon mal genial, auch

wenn es eigentlich einen bösesn Rattenschwanz nachsichzieht), da ich ja sonst keine Freunde einladen kann, weil woher sollten die mich denn kennen (außer ich schreib ihnen umständlicheien Email oder ruf sie an oder sprech mich mit denen ab) zu 95% Geben die Leute mal ihre richtige Identität preis.
Die triviale Tatsache, das viele mit ihrem Handy FB betreiben und am Leben erhalten,und das ist eigentlich das übelste an dem ganzen, reicht den Heinzis schon um viel von Dir an Daten und Informationen zu erhalten. Ich weiß nicht ob sie wissen was Data Mining ist und was Data Miner für eine Aufgabe haben. Wie auch immer, Information ist GOLD wert....wobei es fast schon eine untergeordnete Rolle spielt, ob die medizinische Daten haben........

knitterfux
12
22.12.2011, 12:37
....und/oder vorhanden sind. weil es eh wurscht ist....da sie ja einem freund (fb) sicher von ihrer Chemo erzählen, oder von der Tatsache das sie bei Sonja (vermutung liegt nahe das diese ebenso in ihrer FL auf FB ist:-)) keinen hochbekommen haben.

Sie posten Fotos (Koordinaten) und uploaden diese....*TATA Überraschung*, auf FB um ihrem Freundeskreis mitzuteilen das sie grad die Kasler am Strand von Side ins Meer halten....Aus all diesen Informationen kann man sich Profile erstellen und das passiert alles weil Sie freiwillig Informationen von sich preisgeben, meißt mit dem Argument das ma nix zu verbergen hat, .....eh ned. Aber die Tatsache das man sie mehr oder weniger überwachen kann, da jegliche (technischen) möglichkeiten gegeben sind, find ich persönlich eine Frechheit. Da gehts ums Prinzip. Denn bei manchen Kleinigkeiten kann man sich auf vieles einen besseren Reim draus machen, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, ob man z.B. homosexuell ist, was man vermuten kann....

knitterfux
02
22.12.2011, 12:40
wenn ein Typ z.B. einen auffällig erhöhten Frauenanteil auf FB hat. (in Kombination mit anderen unauffälligen Details wie Lieblingsserie, Lieblingsessen, Lieblingsauto, Favorits in anderen Bereichen, etc.) Es ist dabei egal, ob man sich freiwillig ou

tet oder nicht, es geht darum das Professionisten anhand der detailreichen Informationen wissen können, wer sie sind....auch was sie zukünftig tun werden. Ob sie viel reisen, oder eher ein Stubenhocker sind. Ob sie aus sich herauskommen, oder eher verschlossen sind. Sehn sie sich mal FB genauer an und achten Sie auf die ganzen "Features" die FB so anbietet. "Wie gut kennen Sie Ihre Freunde?" oder wie dieses Spielchen auch immer heißen mag. wo man diverse Eigenschaften geraderücken kann, da der Konsens der Freundesliste desjenigen, natürlich genauer Bescheid weiß.... Man kann hier ewig anführen und argumentieren.

knitterfux
01
22.12.2011, 12:43

Grundtenor des ganzen is eigentlich jener.... wir geben freiwillig Informationen über uns und unser Umfeld preis und das was sie nicht wissen oder auf den ersten Moment vielleicht nicht bedacht haben, FB kann sich anhand dieser Infos noch viel mehr als einen Reim auf sie und ihere Umwelt machen:-)

Take Care Dude.

jMor
 
02
22.12.2011, 12:14

weil die lösch funktion eigentlich eine versteck funktion ist

Alpha Centaurus
06
22.12.2011, 11:22

Und Sie meinen, wenn Sie eine Nachricht "löschen", dass FB diese dann auch wirklich löscht? Weit gefehlt... dort liegt ja unter anderem der Hund begraben. FB löscht eben NICHTS - noch nicht.

Es macht halt immer noch einen Unterschied, ob etwas wirklich gelöscht ist oder einfach nur nicht mehr angezeit wird.

Klaus Stiefel
00
22.12.2011, 12:23

Das war im Artikel nicht so formuliert, als ob es darum ginge, ob die Nachricht noch auf irgendeinem Server herumliegt, aber wie auch immer: Ob dort die Information ueber meine Papageiensichtung noch gespeichert bleibt, ist mir eigentlich egal.

Datenschutz an sich ist mir sicher ein Anliegen, zb bei meiner Bank! Aber die Aufregung ueber FB kommt mir unverhaelltnissmaesig vor.

Stefan Nowak
00
22.12.2011, 13:43
Lieber Klaus Stiefel!

knitterfux erläutert sehr illustrativ, mit vielen Beispielen, dass FB nicht alleine auf die von Ihnen erzeugten Inhalte angewiesen ist, sondern Ihre FB-Freunde und Dritte (auch externe Webseiten über die FB Plugins) SEHR viel zuarbeiten.

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