Die Crew der Raumstation ist nun wieder vollständig - mit dabei: ESA-Astronaut André Kuipers
Moskau - Das russische "Sojus TMA 3M"-Raumschiff mit drei Astronauten an Bord hat am Freitag erfolgreich an der Internationalen Raumstation ISS angelegt. Mit der Ankunft der drei Männer hat die ISS-Stammbesetzung wieder ihre Soll-Stärke von sechs Mitgliedern erreicht. Derzeit befinden sich noch der NASA-Astronaut Dan Burbank sowie die Russen Anton Schkaplerow und Anatoli Iwanischin an Bord der ISS.
Mittwoch Nachmittag waren ESA-Astronaut André Kuipers und seine Mannschaftskollegen Oleg Kononenko und Don Pettit vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan gestartet. Nach 35 Erdumkreisungen erreichten sie die Weltraumstation, die am Dienstag eine Art Jubiläum feierte: Um 15.40 Uhr absolvierte sie ihre 75.000ste Erdumkreisung, wie das Flugleitzentrum in Koroljow bei Moskau errechnete.
Die To-Do-List
Nach der rund dreimonatigen Verringerung der Mannschaftsstärke auf drei infolge des Fehlstarts eines "Progress"-Versorgungsschiffs im August kehrt die Station mit der Ankunft der drei Raumfahrer nun in den vollen Betriebsmodus zurück. Kuipers wird als Flugingenieur unter anderem Hauptverantwortlicher für das Anflug- und
Andockmanöver des dritten Automatischen Transferfahrzeugs (ATV3) der
ESA sein. Dieses auf den Namen "Edoardo Amaldi" getaufte Raumfahrzeug wird benötigte Fracht
ausliefern, in regelmäßigen Abständen die Bahnhöhe der ISS anheben und
ihr die Möglichkeit geben, Kollisionen mit Weltraummüll zu vermeiden.
Im Verlauf von Kuipers' Mission stehen mehr als 25 europäische Experimente in einer ganzen Reihe von Disziplinen an: Von Fluidphysik und Werkstoffwissenschaft bis zu Strahlungsforschung und Biologie - zum Teil sollen die Experimente von der ISS aus in Schulen in ganz Europa übertragen werden. Darüber hinaus wird Kuipers rund 20 Experimente für die Raumfahrtagenturen der USA und Japans, NASA und JAXA, durchführen. Als Mitglied der ständigen internationalen Bordmannschaft von sechs
Astronauten wird Kuipers etwa fünf Monate im Weltraum verbringen. Seine
Rückkehr zur Erde ist nach 148 Tagen im Mai nächsten Jahres geplant. (red)