Breiviks Vater fühlt sich mitschuldig

21. Dezember 2011, 15:41

Ex-Diplomat Jens Breivik gab "Stern"-Interview - "Wahrscheinlich wäre das alles nicht passiert, wenn ich mich mehr um Anders gekümmert hätte"

Hamburg/Stockholm - Der Vater des geständigen Massenmörders Anders Behring Breivik, der Ex-Diplomat Jens Breivik, fuehlt sich an den Terroranschlägen vom 22. Juli in Oslo und auf der Ferieninsel Utöya indirekt mitschuldig. Jens Breivik bezeichnet in einem Interview in der kommenden Ausgabe des deutschen Magazins "Stern" seinen 32-jährigen Sohn als "schlimmsten Terroristen seit dem Zweiten Weltkrieg". Dessen Bluttat sei eine Katastrophe - "für mein Land und für mich persönlich".

Sein Sohn habe Unschuldige ermordet und zeige dabei keine Reue. Am 22. Juli hatte der rechtsradikale Attentäter zunächst eine Autobombe vor dem 18-stöckigen Regierungsgebäude in der Osloer Innenstadt gezündet. dabei starben acht Menschen. Anderthalb Stunden später erschoss er auf der 40 Kilometer entfernten Fjordinsel Utøya 69 Menschen, die meisten von ihnen Jugendliche. Rechtspsychiater hatten Breivik Junior Ende November für nicht zurechnungsfähig erklärt. "Ob er irre ist oder nicht - für mich ändert sich dadurch nichts", sagt sein Vater heute. "Es ist und bleibt eine Katastrophe. Für mein Land und für mich persönlich."

Er fühle sich indirekt mitschuldig, so der Ex-Diplomat. "Wahrscheinlich wäre das alles nicht passiert, wenn ich mich mehr um Anders gekümmert hätte." Das letzte Mal hatte er demnach vor etwa sechs Jahren telefonischen Kontakt mit seinem Sohn. Wenn er ihn eines Tages im Gefängnis besuchte, würde er vermutlich keine vernünftige Antwort auf all seine Fragen erhalten. "Wir leben in verschiedenen Welten." Trotzdem werde er versuchen, ihm in die Augen zu sehen: "Vielleicht bin ich ja in der Lage, Gefühle in ihm auszulösen", zitierte der "Stern" Jens Breivik in einer Vorausmeldung aus dem Interview.

Anders Behring Breivik wuchs nach der Trennung seiner Eltern ohne seinen Vater auf, der im Sorgerechtsstreit unterlag. "An einer Vater-Sohn-Beziehung war ihm nie gelegen", sagt der Vater heute, "wir hatten keinerlei gemeinsame Interessen oder Themen." Er habe seinen Sohn weder als besonders politisch noch intellektuell in Erinnerung: "Wenn wir Trivial Pursuit spielten, konnte er jedenfalls kaum eine Frage beantworten."

Jens Breivik arbeitete in den neunziger Jahren selbst drei Jahre lang in dem Regierungsgebäude, das sein Sohn später zerstörte.

Von dem Anschlag erfuhr er in seiner südfranzösischen Wahlheimat. Wenig später wurde sein Haus von Fernsehteams, Paparazzi und Zeitungsreportern belagert. Mit seiner vierten Frau habe er hier seinen Lebensabend genießen wollen. Damit sei es nun vorbei, sagte er dem "Stern": "Diese Tragödie wird mich bis ans Ende meines Lebens verfolgen." (APA)

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14 Postings
Standardleser74
01
um wen gehts da eigentlich?

Schon beeindruckend wie narzißtisch ein Vater sein kann. Nicht einmal jetzt ist er in der Lage für seinen Sohn den Funken an Mitgefühl zu zeigen. Er badet lediglich in seinem eigenen Mitleid. Daß sein Sohn keine Reue zeigt, das fällt ihm schon auf, aber daß er kein Gefühl für seinen Sohn hat und zwar schon immer, weil er angeblich anders sei, das fällt ihm nicht auf. Schande ist das einzige, was er wahrnehmen kann. Bin mir nicht sicher ,ob die Situation sich maßgeblich verändert hätte, wenn er sich um seinen Sohn gekümmert hätte.

Aung San Suu Tschi
 
10
22.12.2011, 01:26
Fast Wort für Wort aus dem "Stern" abgeschrieben

Geht das rechtlich und finanziell? Oder müsste die APA und der STANDARD nicht dem Stern oder dem Autor etwas für den Artikel zahlen?

http://www.stern.de/panorama/... ppet-links

Heiner Müller
00
22.12.2011, 19:49
Abschreiben ist erlaubt

solange man die Quelle ordentlich zitiert. Und das ist ja wohl der Fall hier.

Bumm Uckl
01
22.12.2011, 07:45
laut der standard/apa-meldung

handelt es sich bei der quelle um eine VORAB-aussendung des "stern" zu dem interview; es ist nichts böses dran, wenn man das korrekt zitiert und dann zum teil wörtlich übernimmt (passiert auch bei politischen aussendungen, was eher problematisch ist)

nicht vergessern: immer zuerst alles lesen, dann posten ;-) (gilt auch für mich ..!)

Aung San Suu Tschi
 
10
22.12.2011, 10:45
Bitte lesen SIE den von mir beigefügten STERN-Artikel, bevor Sie mich mahnen

Dann sehen Sie nämlich, dass der STERN-online-Artikel Wort für Wort übernommen wurde & in diesem online-Text nirgendwo die Rede von einer Vorab-Aussendung ist.

Sogar WENN das der Fall gewesen wäre, stellt sich die Frage des korrekten Zitierens und der finanziellen Abgeltung von übernommenem geistigen Gut. Da geht es nicht um kindliches "böse"-Sein, sondern um korrekte erwachsene, juristisch saubere Geschäftspraktiken.

NEBEN dem STERN-Artikel wird darauf verwiesen, dass es eine größere Version des Interviews in der kommenden Print-Ausgabe gibt, also eine Werbeeinschaltung in eigener Sache. Wieso sollte diese völlig legitime Werbung des deut. Unternehmens den öst. Medienunternehmen APA & Standard das unbezahlte Abschreiben erlauben?

Bumm Uckl
10
22.12.2011, 16:55
sie können jederzeit die

APA und den Standard und den Online-Spiegel (ja, auch dort steht der gleiche Wortlaut) und noch viele andere Medien beim "Stern" verpetzen - wenn Sie wirklich glauben, dass Sie Recht haben und das irgendwem was bringt bzw. dann die Gerechtigkeit siegt

im übrigen ist das alles völlig unnötig und schwerstens OFF-topic, es tut mir schon Leid, überhaupt geantwortet zu haben.

Joe Z.
07
21.12.2011, 16:50

hätte ich dem stern nicht zugetraut und der apa sowieso nicht. sonst sind ja die lehrer und computerspiele schuld, nie die eltern...

schön mal einen artikel zu lesen der "neu" ist.

SK26
16
21.12.2011, 22:09

Anders Breivik ist Schuld sonst niemand
Wie wärs wenn man mal den Täter die Verantwortung gibt und nicht willkürlich irgendwelche an den haaren herbeigezogene ersatzverantwortlichkeiten mit denen gewisse menschen politisches kleingeld machen wollen

Joe Z.
20
25.12.2011, 14:17

Es sagt ja niemand das Anders unschuldig ist. Aber ich halte es dennoch für leichtsinnig die Eltern aus der Gleichung zu nehmen. Es ist aber trotzdem entscheidend für die Psyche eines Menschen welche Werte bzw. Gefühle NICHT vermittelt werden. Sie können sich dazu gerne über Suchtkranke, Gewalttäter und deren Hintergründe informieren. Vielleicht sehen sie dann eine Gemeinsamkeit....

SK26
00
25.12.2011, 21:51
Ich würde eine Gemeinsamkeit sehen wenn der Vater daheim Hakenkreuzflaggen und Hitler Bilder aufgehängt hätte, und wenn er seinen Sohn gewaltverherrlichend, Demokratie- & Ausländerfeindlich erzogen hätte...Hier geht es aber darum dass er wenig Zeit

mit ihm Verbracht hat, natürlich beeinflussen die Eltern ihre Kinder, aber sie beachten die Qualität des Einflusses in diesem Fall nicht! Der Vater redet über die Quantität, nicht die Qualität seines Einflusses! Er hat ihn offensichtlich nicht radikalisiert sondern nach normalen werten erzogen, ausserdem ist Anders kein 18 jähriger Junkie, der von seinen Eltern in eine Sucht getrieben wurde, sondern viel älter und nach einem normalen Leben mit 32 Jahren dann noch eine Schuld bei den Eltern zu suchen ist mehr als weit her geholt. Wenn die Eltern wirklich Mist bauen, zeigt sich dass nicht erst mit 32 Jahren, sondern: junge Junkies, 18 jährige die 10 mal wegen körperverletzung angezeigt sind etc. Informieren SIE sich besser...

stoiker
11
22.12.2011, 00:59

naja,wenn sich sein vater mitschuldig fühlt,dann ist das keine an den haaren herbeigezogene ersatzverantwortlichkeit.

es ist viel mehr eine erkenntnis.
es steht ihm zu das zu sagen.er versucht sich die dinge zu erklären.

SK26
02
22.12.2011, 03:14
und Anders ist der einzige Mensch auf der welt der wenig mit seinem Vater zu tun hatte? Wer hat abgedrückt? wer hat Monatelang sprengstoff gepanscht? Der Vater kann sagen was er will...Woher wollen sie wissen das Anders nicht ganz genau dasselbe

getan hätte wenn sein Vater mit ihm viel Zeit verbracht hätte? Wenn das wörtchen wenn nicht wäre... dann hätte der Vater mitschuld, nur weil man aus schwierigen verhältnissen kommt wird man noch lange nicht zum verdammten Psychopath, niemand kann sagen dass alles anders gekommen wäre wenn sich sein Vater mehr gekümmert hätte, er *fühlt* sich mitverantwortlich, das bedeutet aber nicht dass er es tatsächlich ist, das ist auch keine erkenntnis, sondern ein GEFÜHL! und ein Gefühl ist kein Beweis und keine erklärung, sonder nur typische gefühlsbeeinflusste tatsachenverdrehung, und es steht mir auch zu tatsachen zu sagen. Breivik hat ganz allein abgedrückt, das ist kein Gefühl sondern tatsache!

Erwin Wolfram
00
21.12.2011, 19:32
...

gut aber nach 4 - 6 wochen und 100 emails die darauf hinweisen kann man nicht mehr von news sprechen... LOL

Joe Z.
00
25.12.2011, 14:18

daher auch "neu"

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