Heuer und 2012 insgesamt 168 Mio. Euro Ausgabendämpfung
Linz - Die ersten Umsetzungsschritte der Mitte des Jahres beschlossenen Spitalsreform in Oberösterreich sind bereits gesetzt. Das berichtete der zuständige Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Linz. Er rechnet damit, dass für heuer und 2012 insgesamt 168 Mio. Euro Kostendämpfung erreicht werden. In den Jahren zwischen 2010 und 2020 sollen diese und die weiteren geplanten Reformmaßnahmen die Ausgaben für die Spitäler um zusammengerechnet 2,3 Mrd. Euro weniger steigen lassen.
Erste Umsetzungsschritte waren die Zusammenführungen von verschiedenen Abteilungen und Einrichtungen, um Leistungen zu bündeln und Doppelgleisigkeiten zu beenden. Das hat unter anderem die beiden Unfallchirurgien von Gmunden und Vöcklabruck betroffen, die zu einer standortübergreifenden Abteilung unter einem Primar vereint wurden. Weiters wurde die HNO-Abteilung im Krankenhaus der Elisabethinen in Linz bereits geschlossen.
Bei der Umsetzung sei man nicht in Verzug, sondern sogar eher schneller als vorgesehen unterwegs, bilanzierte Pühringer. Den einzelnen Häusern bleibt auch nicht viel anderes übrig, weil ihnen nur ein Budget zur Verfügung steht, in das die Reform eingerechnet wurde. Rasch gehe es dort, wo es Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter gebe. Zu Diskussionen um drohende Änderungskündigungen beim Klinikum Wels-Grieskirchen hielt Pühringer fest, es habe eine Arbeitsplatzgarantie gegeben, nicht jedoch für die Funktionen. Ansonsten dauere sie 20 Jahre. Der Idealfall sei bei Zusammenlegungen von Abteilungen, wenn ein Primar in Pension gehe.
Pühringer: "Sehen nicht gerne Blut fließen"
Mit Blick auf die Finanzsituation des Bundes und anderer Bundesländer zeige sich "einmal mehr und immer mehr", dass es richtig gewesen sei, den Weg der Reform zu gehen. Er sei alternativlos und es bringe Vorteile, ihn frühzeitig zu gehen. "Wir haben die Einschnitte ja nicht gemacht, weil wir gerne Blut fließen sehen, oder Leute verärgern oder vom Reformbazillus besessen sind, sondern weil sie notwendig sind zur Erhaltung unseres ausgezeichneten Gesundheitssystems", sagte der Landeshauptmann und Finanzreferent.
Zu laufenden Verhandlungen über eine österreichweite Gesundheitsreform verwies er darauf, dass die Länder vom Bund unter anderem den Ausbau der Landesgesundheitsplattformen zu einem zentralen Planungs-, Steuerungs- und Finanzierungsgremium auf Landesebene fordern. Weiters verlangen sie einen gemeinsamen Finanztopf, in dem die Mittel des Bundes, der Länder und der Sozialversicherung auf Landesebene gebündelt werden sowie die Aufhebung der Deckelung der finanziellen Beiträge des Bundes und der Sozialversicherung. (APA)