Kernkraftwerk

Japan veranschlagt 40 Jahre für Abschaltung Fukushimas

21. Dezember 2011, 14:22
  • Artikelbild
    foto: tokyo electric power company/dapd

    Es soll 40 Jahre dauern, bis das havarierte AKW Fukushima Eins vollständig und sicher abgeschaltet werden kann.

Auch Anrainer werden in den Prozess eingebunden - Berichte über staatlich Übernahme von Anteilen des Betreibers

Tokio - Die japanische Regierung plant für die vollständige und sichere Abschaltung des von Erdbeben und Tsunami schwer beschädigten Atomkraftwerks Fukushima 40 Jahre ein. Handelsminister Yukio Edano sagte am Mittwoch in Tokio, die Regierung wolle das Konzept entschieden und sicher abarbeiten und dabei auch die Ansichten der mehr als 100.000 Anrainer berücksichtigen, die wegen des GAUs ihre Häuser verlassen mussten.

Der Plan wurde wenige Tage nach der Erklärung der Regierung veröffentlicht, die Anlage sei stabil. Experten zufolge sind die Reaktoren weiterhin anfällig für zukünftige Katastrophen. 

De-facto-Verstaatlichung

Der Betreiber der Anlage, das Energieunternehmen Tokyo Electric Power (Tepco), soll laut einem Zeitungsbericht mehr als zwei Drittel seiner Anteile an die japanische Regierung veräußern. Das würde faktisch eine Verstaatlichung des Betreibers des Kernkraftwerkes bedeuten. Die Zeitung "Yomiuri" berichtete am Mittwoch weiter, der Staat wolle eine Billion Yen (rund 9,7 Milliarden Euro) in das Unternehmen einbringen. Außerdem würden Banken gebeten, dieselbe Summe an Krediten zur Verfügung zu stellen. Das Blatt berief sich dabei auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Eine Tepco-Sprecherin sagte, der Bericht entspreche nicht den Tatsachen.

Der Zeitung zufolge sollen die konkreten Verhandlungen im nächsten Jahr beginnen und bis März abgeschlossen sein. Eine Verstaatlichung des Unternehmens war seit dem Unglück im Atomkraftwerk Fukushima immer wieder im Gespräch gewesen. Die Reaktoren des Kraftwerks waren nach dem Tsunami im März außer Kontrolle geraten. In mindestens einem kam es zu einer Kernschmelze. Tepco sieht sich mit hohen Entschädigungszahlungen und Kosten für die Dekontaminierung verstrahlter Gebiete konfrontiert. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 198
1 2 3 4 5
Ravenspower
00
27.12.2011, 00:18
Wir brauche nicht immer Strom

von mir aus könnten die energieversorger die stromlieferung nachts ab 22.00uhr einstellen und erst ab 08.00uhr morgens wieder starten.

für die stromfreie zeit könnte man sich mit kleinen dieselgeneratoren helfen.

die 24h stromquelle ist nicht notwendig und reiner luxus.

NoRiC
01
27.12.2011, 11:09

dampfkraftwerke kann man nicht abstellen fuer ein paar stunden jeden tag, nachtstrom ist ein beiprodukt und sollte viel billiger sein

Der Kluge
66
22.12.2011, 23:45

Dass es noch immer Leute gibt, die die Phrasen der Antiatom-Lobby nachplappern, aber keine Ahnung von den Strahlenwerten in Japan, Endlagerung, usw. usf. haben...

Erdbeben und Tsunami bringen Tausenden Menschen den Tod, aber die westlichen Medien haben nichts besseres zu tun als gemeinsam mit Antiatom-Lobby eine Hetzkampagne zu starten und über Fukushima zu berichten. Dabei sind die Strahlenwerte in Österreich teilweise höher und kam niemand durch das AKW zu Schaden. Außerdem gibt es in Europa keine Tsunami/Erdbeben. Trotzdem wurde damit Politik gemacht.

Wird Zeit, dass sich hier manche informieren. (aber nicht bei propaganda-orgs wie global2000, die plumpe Unwahrheiten verbreiten)

woody999
12
26.12.2011, 15:13
tschernobyl ist auch von einem tsunami und einem erdbeben zerstört worden

und hat alles gar keinen einfluss auf die menschen die dort gelebt haben gehabt. die die gestorben sind oder krebs haben, hätte das leben so und so mit dem tod bezahlt.

hast eh recht, atomstrom ist völlig harmlos und wird alles nur durch die wahnsinnigen ökos aufgeblasen!

andreas stampf
10
31.12.2011, 10:52

naja, tschernobyl war im prinzip eine atombombenfabrik und kein atomkraftwerk.

Nr.3645
00
31.12.2011, 16:30
quellen?

deshalb produzierten die so viel strom damit....zur produktion von waffen?

freimann1
65
22.12.2011, 17:58
Die verängstigten Ökos kriegen jedesmal die Panik, wenn von einem AKW gesprochen wird.

Dass aber in Deutschland schon mehr Monteure gestorben sind, weil sie von den irrsinns hohen Windradln heruntergefallen sind, oder von herunterfallenden Trümmern erschlagen wurden, davon redet niemand.
Aber was kann man schon von den Ökotalibanen in den Redaktionen und im ORF anderes erwarten?

Chris Quast
00
30.12.2011, 19:12

tote sind irrelevant.

demnach ist jedes discowochenende eine größere katastrophe als die jahrhundertflut 2002.

hast mich, ESEL !!!

Cle Mens
01
23.12.2011, 03:08
Bei Verkehrsunfällen sterben mit Sicherheit noch mehr Menschen.

Aber das wissen Sie selbst auch.

Christine Berndl
22
22.12.2011, 17:12
Atomausstieg

an der Steckdose - Jetzt! Atomkraft ist weder ungefährlich und sicher, billig, noch CO2 vermeidend!
www.aae.at zertifizierter Ökostrom vom Ökostrompionier
Auch wenn die AK -Befürworter ihren Senf dazu geben werden.
Wir alle können unseren Beitrag leisten.

nix fir unguad
20
22.12.2011, 19:28
Und ich dachte schon Sie wären geheilt

Also doch nicht. Trotz dem noch schöne Weihnachten.

--: SID :--
32
22.12.2011, 14:17

Noch ein paar Nullen an die 40 Jahre dranhängen, dann kann das Gebiet wieder gefahrlos betreten werden.
Wir haben hier HALBwertszeiten von bis zu 10000 Jahren. Dann ist die Strahlung allerdings halbiert was immer noch viel zu viel ist.

gigngogn
 
43
22.12.2011, 14:31
Caesium137, das ist das gaaannz phöse Zeug das da 'alles' verstrahlt, hat eine Halbwertszeit von 30,17Jahren

Aber macht ja nicht, muss man ja nichts wissen, einfach dagegen sein reicht völlig und ist total hipp zur Zeit

Nr.3645
10
31.12.2011, 16:36
und von dem plutonium dort ? auch 30,17 jahre?

oder wird das "vergessen" ?

Nik M
15
22.12.2011, 15:30

Bei den radioaktiven Edelgasen sind die Verzoegerungsstrecken so ausgelegt, dass die Isotope etwa 6-8 Halbwertszeiten zurueckgehalten werden, bevor man sie freisetzen kann. Bei Caesium wird eine Halbwertszeit auch nicht reichen.

Koennen sie sich uebrigens erinnern? Sie haben mir immer gesagt, bei DWR und SWR kann nichts passieren, und ich hab ihnen immer gesagt ja, solang der Stoerfall nicht den groessten Auslegungsstoerfall ueberschreitet. Erinnern sie sich noch? Die Diskussion haben wir mehr als einmal gehabt.

Gerhard Ingolf
22
22.12.2011, 20:20

Sicher wird man dasCäsium, dass zur Dekontaminierung mit den Blättern und der obersten Erdschicht entfernt werden muss in den Deponien länger als 100 Jahre lagern - wie ja auch andere Problemstoffe in unserer täglichen Umwelt, die nicht den Vorteil haben von selbst immer weniger zu werden.
Bei der Diskusion "was kann passieren" geht es oft um entweder fast Weltuntergang oder garnichts passiert. Die Mitte liegt eben dazwischen. Durch einen Tsunami der 20.000 Menschenleben gekostet hat ist AUCH die Notstromversorgung von 4 AKWs (3 gerade in Betrieb) ausgeschaltet worden mit 3 x GAU. Aber war das nahe dem Weltuntergang? Keine zusätzlichen Todesopfer, lt. bisherigen Untersuchungen keine Langzeitfolgen zu erwarten. "Nur" temporäre Sperrzone

Nik M
00
25.12.2011, 13:43
Entschuldigen sie die Kleinkraemerei, aber:

Das war kein GAU. GAU ist der groesste anzunehmende Unfall. Jedes Kraftwerk uebersteht seinen GAU, ohne die Grenzwerte fuer Dosisleistungen des jeweiligen Landes zu ueberschreiten (andernfalls wurde schleissig gearbeitet).

Fukushima war aber fuer ein bedeutend schwaecheres Erdbeben, und fuer eine nicht so hohe Flutwelle ausgelegt. Dh, vom Ingenieursstandpunkt her musste Fukushima diesen Unfall nicht ueberstehen.

Die Frage ist eher, wieso man mit dem Auslegungserdbeben so daneben gelegen ist.

Nr.3645
00
31.12.2011, 16:37

m.w. war weder das erdbeben noch der tsunami der auslöser. es gab davor schon austritte. so passte das alles halt sehr gut zusammen und man war natürlich machtlos.
verkauft sich besser.

Nik M
00

Der Schutzwall war fuer eine niedrigere Flutwelle azsgelegt. Daher wurden von der Flutwelle alle DG ausser Funktion gesetzt, und in Folge alle aktiven Notkuehlsysteme.

Nr.3645
00
so eine böse flutwelle aber auch....hält sich nicht an die regeln

udn deshalb ist alles in ordnung? wie geschrieben gibt es auch berichte über erhöhte radioaktivität VOR erdbeben und flutwelle.
abgesehen davon, was für ein schei. ss system ist das wenn es unter wasser nicht funktioniert? bei derartigen anlagen MUSS Man vom worst case ausgehen.

dementsprechend ist es höchste zeit, dass AKW (KKW) endlich versichert sind damit dieser absurde wettbewerbsvorteil endlich abgeschafft wird. denn wenn die einmal - ZU RECHT! - wie alle anderen kraftwerke versichert werden müssen, ist der subventionierte strom immer noch teurer.

Gerhard Ingolf
00
25.12.2011, 22:57

Bezüglich GAU haben Sie natürlich recht. Ich hätte "SuperGAU" (was immer das auch ist) schreiben sollen. Das Erdbeben haben die AKWs überstanden - nicht jedoch die Stromleitungen nach außen. Nur bei Rektor 1 ist ein Problem aufgetreten, dass aber bei funktionierender Stromversorgung noch kein gravierendes gewesen wäre. Hauptproblem war die Überschwemmung der im Erdgeschoß angeordeneten Notstromdiesel und in Folge die fehlende, weil zur Bergung von Menschen eingesetzte Transportkapazität (Straßen unterbrochen, Hubschrauber im Dauereinsatz, keiner verfügbar zum Transport von Notstromaggregaten). Ohne funktionierendem Kühlkreislauf überhitzen die Brennelemente in den ersten Stunden und Tagen nach dem Abschalten sehr schnell.

Rufus 666
00
22.12.2011, 14:18
Aber nicht von allen Elementen :-)

--: SID :--
02
22.12.2011, 14:47

OK, genauer: 10000 Jahre sind ein "Daumen * PI" Mittelwert.
Plutonium-239 hat z.B. 24.000 Jahre.
Glücklicherweise sind die meisten Isotope, die noch längere Halbwertzeiten haben, eher schwach strahlend.
Die erhöhte Krebsrate in dem Gebiet kümmert die Zusammensetzung der Elemente allerdings wenig.

nix fir unguad
32
22.12.2011, 15:42
Plutonium gräbt man aber auch nicht ein - das verwendet man als Brennstoff

Entfesselter Prometheus
212
22.12.2011, 11:34
40 Jahre um ein Gerät abzuschalten. Das verstehen die Regierungen und ihre beauftragten Wissenschafter also unter einer völlig sicheren und risikofreien Technik.

Selbst in Hiroshima konnten wenige Jahre später schon wieder Menschen siedeln.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 198
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.