Umbau

Aus einer handelsüblichen Digicam eine Spektralkamera machen

21. Dezember 2011, 13:20

Rot, Blau und Grün reichen für ein fotorealistisches Abbild - aber es geht genauer

Wien - Mit relativ einfachen Bauteilen und großem rechnerischen Aufwand machten Forscher der Technischen Universität (TU) Wien aus einer handelsüblichen Digitalkamera eine Spektral-Kamera, die den für unser Auge wahrnehmbaren Teil des Lichts genauer untersuchbar macht. Mit Hilfe des neuen Ansatzes kann nun das Farbspektrum von Objekten analysiert werden, ohne dafür auf teure Spezialapparate zurückgreifen zu müssen. Zur Anwendung könnte die Methode etwa bei der Analyse von Mineralien oder Satellitenbildern kommen, heißt es in einer Aussendung der TU Wien vom Mittwoch.

Herkömmliche Kameras erzielen zwar einen Farbeindruck, der auf unser Auge natürlich wirkt, decken bei weitem nicht die gesamte existierende Bandbreite dessen ab, was das für uns sichtbare Licht tatsächlich ist. Neben den drei Farben, die eine normale Digitalkamera verarbeitet - also Rot, Blau und Grün -, enthält dieses noch eine unendliche Zahl weiterer Primärfarben.

Die Aufrüstung

Diese Lichtanteile konnten die Wissenschafter des Instituts für Computergrafik und Algorithmen der TU nun mitaufnehmen. Dafür brachten sie am Objektiv einer handelsübliche Digitalkamera ein PVC-Rohr an, in dem sich eine Linse und eine Spezialfolie aus Plastik befindet. Das vom fotografierten Objekt kommende Licht, wird durch die Linse auf die Folie projiziert, die als optisches Gitter wirkt. Hier werden die Lichtstrahlen je nach ihrer Wellenlänge unterschiedlich stark abgelenkt, was dazu führt, dass die unterschiedlichen Lichtanteile an verschiedenen Stellen auf dem Sensor landen, der sich in der Digitalkamera befindet.

Um die gesamte optische Information abzubilden, greifen die Wissenschafter auf die sogenannte HDR-Technik zurück. Dabei werden mehrere Fotos eines Objekts mit unterschiedlichen Belichtungszeiten hintereinander aufgenommen. Auf jeder Aufnahme wird jeweils ein anderer Bildbereich richtig belichtet. So können sowohl die dunklen- als auch die hellen Bildbereiche in viel höherer Auflösung dargestellt werden. Die TU-Computerspezialisten entwickelten Berechnungsmodelle, mit deren Hilfe die Informationen aus den vielen Aufnahmen im Computer zu einem dreidimensionalen Gesamtbild zusammengesetzt werden, das dann die gesamte Helligkeitsinformation enthält.

"Andere Spektral-Kameras verwenden mechanische Bauteile wie rotierende Spiegel. Das macht diese Geräte teuer und kompliziert", so TU-Forscher Ralf Habel in der Aussendung. Die neu entwickelte Lösung sei nun deutlich einfacher, wenn man über das nötige Computerwissen verfügt. Spektrale Analysen würden heute in vielen Technologie-Bereichen eine Rolle spielen. Man könne mit der neuen Methode, neben der Analyse von Mineralien oder Satellitenbildern beispielsweise auch Pflanzen auf ihre Gesundheit zu untersuchen, so Habel. (APA/red)

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24 Postings
Dylan Hunt
03
23.12.2011, 13:09
unendliche Zahl weiterer Primärfarben

bitte um definition dieser aussage nach dem studium von http://de.wikipedia.org/wiki/Grundfarbe. danke!

Deus Ex Coquina
00
24.12.2011, 16:27

Danke! Wollte auch grad a bissi rumnerven deswegen! ;-)

Hellygator
 
00
23.12.2011, 20:06
hätte heissen sollen:

...eine unendliche Anzahl von Mischfarben...

Wolfram Wendel
00
nein hätte es nicht!

Mischfarben werden aus Grundfarben gemischt. So gesehen besteht ein Spektrum eben gerade nicht aus Mischfarben, jede einzelne ist eine Spektralfarbe, und kann als Grundfarbe angesehen werden.

Lichwellensurfer
00
22.12.2011, 18:43
Der Ralf...

... lebe hoch! Und alles gute bei Disney! Die besten Leute müssen abwandern :-(

Hotblack_Desiato
00
22.12.2011, 12:09
könnte mit einer MKII interessant werden

http://www.lifepixel.com/tutorials... -5d-mk2-ir

durch die erhöhung der auflösung von 12 auf 21 MP kriegt man auch eine erhöhte frequenzauflösung (sofern der sensor noch die limitierende komponente ist)

wenn der IR sperrfilter weg ist, wird der frequenzbereich erhöht.

wenn man noch mehr geld ausgeben will/kann, könnte man sich bei digitalrückteilen von phase one oder hasselblad umschauen. oder auch direkt bei kodak anfragen, ob sie einen mittelformat oder vollformatsensor ohne bayes-filter (der farbfilter für die pixel) verkaufen. da das gitter die frequenztrennung macht, ist das bayesmuster sowieso sinnlos.

Kondratjew -Zyklus
 
00
22.12.2011, 10:53
Nicht viel Neues seit dem "Regenbogenprisma".

Bledes Funzerl
00
22.12.2011, 10:46
UV Ja

Die meisten modernen CCDs können IR und/oder UV. Testen ist einfach:
IR: Mit Fernsteuerung Kamera anleuchten, wenn sensibel sieht man das im Display oder in einem Foto bzw. video.
UV: Entsprechend verfahren mit geeigneter Quelle wie Schwarzlichtröhre oder Geldprüfer ...

-mia-
00
22.12.2011, 14:20

Danke für die Info.
Ist aber nicht so einfach wie bei Infrarot, bei UV muss man die komplette Optik austauschen weil die meist nicht UV-durchlässig ist. Man bräuchte dazu Linsen aus Quarzglas.
Außerdem ist es sicher nicht so einfach einen Filter zu finden der nur UV-Licht durchlässt.

-mia-
00
21.12.2011, 21:28
Ultraviolett?

Sind die Chips auch im UV-Bereih empfindlich? Hat das schon mal wer versucht?

Die kritische Stimme
00
22.12.2011, 08:17
Ja.

Sie sind sowohl für den nahen UV-, als auch für den nahen IR-Bereich empfindlich.

Über dem Chip befindet sich aber ein Schutzglas, das gleichzeitig als UV- und IR-Filter wirkt, wobei von IR prinzipbedingt mehr durchgelassen wird.

Dieses Schutzglas ist übrigens hauptverantwortlich dafür, dass es spezielle "Digital"-Objektive gibt, denn wenn die Lichtstrahlen nicht senkrecht (Randbereiche) auf das Glas treffen, kommt es zu Brechungs- und Reflexionseffekten, die als Randunschärfen oder -Farbsäume zu Tage treten.

King of Cowards
00
21.12.2011, 23:25

Nein, die CCD Chips sind nicht für den UV Bereich ausgelegt (würde auch keinen Sinn machen).

-mia-
00
22.12.2011, 06:22
....

Es macht auch keinen Sinn sie Infrarot empfindlich zu machen und trotzdem sind sie es...

King of Cowards
00
22.12.2011, 10:01
Ich gestehe, ich war nicht sehr präzise:

Die handelsüblichen CCDs sind Silizium Halbleiterdetektoren. Dadurch können nur solche Elektronen detektiert werden, die durch Absorption eine Energie von ~ 1.2 - 4 Elektronenvolt haben. Für die energiearmen Elektronen, unterhalb von 1.2 eV heißt das, dass sie von den Photonen schon angeregt werden können, aber sie schaffen damit nicht den Sprung vom Valenzband ins Leitungsband, also kommen von den Si Atomen nicht weg und Sie messen hier kein Signal. Für höher energetische Elektronen trägt bei Silizium die Absorptionslänge dazu bei, dass keine Elektronen mehr detektiert werden (Schichtdicke des Halbleiters). Sie können zwar für UV Licht die Schichtdicke verringern, aber dann verlieren Sie dafür die Sensitivität im optischen Bereich.

jcMaxwell
00
22.12.2011, 13:21

1,12 eV (@300K) bei Si ;)

Flaschenpost
00
22.12.2011, 06:50
Das eine können sie, das andere nicht...

hat was mit Physik zu tun.

-mia-
04
21.12.2011, 20:44
Infrarot-Webcam

https://www.youtube.com/watch?v=i06JmPGJPkM
https://www.youtube.com/watch?v=fQbWHgda0KE

Das sind solche Aufnahmen mit einer umgebauten Webcam. Infrarotsperre ausgebaut, einen Filter für das sichtbare Licht davor und fertig. Der Umbau dauerte ca. 10 Minuten.
Hab noch ein paar Videos damit gemacht, aber die muss ich erst ins Netz stellen, das dauert noch.

Deus Ex Coquina
00
24.12.2011, 16:29

Lässige Sache!

Gibts von Dir auch einen Blog mit kurzer Anleitug dazu? ;-)

DieWahrheitistdenMenschenzumutbar
01
21.12.2011, 15:33
IR-Fotos

früher war es auch möglich mit den Kameras Infrarotfotos zu schiessen mit entsprechendem Filter!

Wenn die Forscher nun ein Experientierset z.B. zusammen mit KOSMOS herausbringen würden, wäre das was für Weihnachten 2012!

IqipI
00
21.12.2011, 19:13

geht noch immer...nur schlechter weil die filter besser geworden sind...aber mit schlechteren kameras (alte handykamera etc.) auch noch relativ gut

und der passende artikel darüber:
http://www.spektrum.de/artikel/1116465

No_lD
00
21.12.2011, 21:04
nikon d70

damit hatte ich gute erfahrungen mit IR.
mit dem eingebauten filter ermöglichte die d70 noch verschlusszeiten bis zu 1/60 sec. allerdings bei hervorragender helligkeit und grösster blende.
leider gibts bei IR, egal wie stark der eingebaute filter ist, immer die probleme mit der focus-verschiebung der objektive. nur wenige hatten die erforderliche markierung auf der focus-skala, und damit wurde auch nur die auge-mal-pi focussierung leichter. gewiefte und geduldige IR fotografen haben sich eine korrekturskala aus papier und manuellen focus-reihen aufs objektiv geklebt.

Robert Niessner
 
02
21.12.2011, 17:56

Bei einigen DSLRs lassen sich die IR-Filter vor dem Sensor ausbauen, dann kann man damit tolle IR-Fotos machen. Ist allerdings kein einfacher Umbau, soweit ich weiß.

No_lD
00
21.12.2011, 20:59
ausser...

...bei den sigma dslr, da ist der filter als schraubversion vor dem sensor ausgebildet. ich weiss aber nicht, ob das auch auf das neueste modell zutrifft...

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