Medizinische Uni Innsbruck

Trotz Millionen-Loch im Budget Boni an Rektoren bezahlt

21. Dezember 2011, 13:10

Rückwirkend für 2010/2011 - Erfüllungsgrad der Zielvereinbarung bei 80 Prozent - Betriebsräte dementieren Zustimmung

Innsbruck - Für Zündstoff haben am Mittwoch bekanntgewordene Bonus-Zahlungen der Medizinischen Universität Innsbruck an Rektor Herbert Lochs und seine vier Vizerektoren rückwirkend für 2010/2011 gesorgt. Obwohl im Budget der Uni für 2012 ein Millionen-Loch von rund 5,5 Millionen Euro klaffe, seien dem Rektorat Boni von 80 Prozent gewährt worden, berichtete die "Tiroler Tageszeitung" in ihrer Mittwoch-Ausgabe.

Dabei handle es sich um integrale Bestandteile in den Arbeitsverträgen, die es zu erfüllen gebe. "Grundlagen sind die formalen Zielvereinbarungen, die Leistungsberichte, Zielerreichungsgespräche und die Beobachtung der Arbeit während des vergangenen Jahres", erklärte die Vorsitzende des Universitätsrates, Gabriele Fischer, auf Anfrage der APA. Eine individuelle Beurteilung sei durch externe Vorgaben partiell nicht umsetzbar gewesen, wie beispielsweise ein fehlender Vergleich zwischen Land und Bund beim Klinischen Mehraufwand. Resümierend sei unter Berücksichtigung des Teamverständnisses und Engagement des Rektorates der Erfüllungsgrad der Zielvereinbarungen auf 80 Prozent festgesetzt worden, führte sie in ihrer Stellungnahme weiter aus. Über die in der "TT" kolportierte Summe der Bonus-Zahlungen von rund 100.000 Euro meinte Fischer, dass dies "absolut zu hoch" berechnet sei.

Auch die Betriebsräte hätten dem zugestimmt. Laut Fischer hätten sie sich einer Festlegung auf 80 Prozent angeschlossen, da "damit die Leistung des Rektorates als Team gewürdigt werde". Aus Sicht der Betriebsräte hätten aber zwei Personen im Rektorat "doch weit darüber hinaus gehende Leistungen erbracht", teilte die Unirats-Vorsitzende mit.

Betriebsräte: Keine Zustimmung

Gegenüber derStandard.at weist der Betriebsrat die Angaben von Fischer jedoch zurück. Die als "Zitat der Betriebsratsvorsitzenden" uns in den Mund gelegten Aussagen hätten nie stattgefunden. In der gegenständlichen Sitzung des Universitätsrates hätten die Betriebsratsvorsitzenden erstmals von Bonuszahlungen erfahren und diese als schlechtes politisches Signal bei einer Universität in Finanznöten angesprochen. In eine Abstimmung waren die Betriebsräte selbstverständlich nie involviert, da sie auch über kein Stimmrecht verfügen. Wenn der Gesetzgeber den Betriebsräten wie in Aufsichtsräten ein Stimmrecht gegeben hätte, wäre eine Möglichkeit der Mitbestimmung gegeben gewesen, das sei aber explizit im Universitätsgesetz ausgeschlossen.
Die politische und wirtschaftliche Verantwortung für Bonuszahlungen liege "vollständig bei den stimmberechtigten Mitgliedern des Universitätsrates".

Dennoch kämpfe die Medizin-Uni mit massiven Finanzproblemen. Lochs hatte deshalb auch gesagt, dass die von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle in Aussicht gestellte Hochschulmilliarde benötigt werde. Dass der Uni für das Budget im kommenden Jahr aber rund 5,5 Millionen Euro fehlten, kommentierte Fischer mit "Jede Uni ist in einer budgetären Notlage."

Töchterle meinte dazu: "Die Medizin-Uni hat für die Leistungsvereinbarungsperiode 2010 bis 2012 fast 400 Millionen Euro inklusive Klinischem Mehraufwand erhalten und ist bis Ende 2012 durch dieses Globalbudget ausfinanziert", wurde der Wissenschaftsminister in dem Blatt zitiert. Die Ursachen für das jetzt kolportierte Defizit seien näher zu erläutern, weshalb es mit der Universität Innsbruck entsprechende Gespräche geben werde, kündigte er an. 

Uni verteidigt Zahlungen

Die Medizinische Universität Innsbruck (MUI) hat die Bonus-Zahlungen an Rektor Herbert Lochs und seine vier Vizerektoren am Mittwoch verteidigt. In den Dienstverträgen des Rektors und der Vizerektoren seien leistungsbezogene Zahlungen "feste Bestandteile des Gehalts", hieß es in dem von der Kommunikations-Abteilung der MUI veröffentlichten Statement.

Diese Zahlungen seien an das Erreichen der Zielvereinbarungen geknüpft. Für den Zeitraum 2010/2011 habe der Universitätsrat entschieden, dass die Ziele zu 80 Prozent erreicht worden seien. Im übrigen habe das Rektorat der MUI niedrigere Gesamtbezüge als Rektorate vergleichbarer Universitäten, die teilweise um ein Drittel höher lägen. (APA/red)

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15 Postings
smea_gol
00
28.12.2011, 14:07

jaja, jetzt zeigt sich das wahre gesicht des herrn rektors....

Kondratjew -Zyklus
 
00
22.12.2011, 10:55
Wann kriegen endlich auch Schuldirektor/inn/en Erfolgsprämien für jedes Zeugnis ?

schniggschnagg
 
00
22.12.2011, 10:43
So ist das halt mit dem Budget...

...da gibt's ja so viele davon... Projektbudgets, Personalbudgets, Materialbudgets usw... Daß Personalbudgets normalerweise die am schlechtestetn dotierten sind ist wurscht :-) Wahrscheinlich fließen Rektoren ins Projektbudget - für Projekte ist IMMER Geld da, da ist immer alles "ausfinanziert"!

zeitzumaufstehn
00
22.12.2011, 09:30
das gönnt sich also das rektorat zu weihnachten..

für uns studenten gabs was anderes!

21.12.2011

Sehr geehrte Studierende,
sehr geehrter Studierender!

Aufgrund der fehlenden Zulassungsvoraussetzung wurde Ihnen die Zusatzprüfung
aus Latein im Zuge Ihrer Zulassung zum Studium auferlegt.

Wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass leider keine weitere
Lehrbeauftragung für „Latein: ausgehend von medizinischen Termini“ als Ersatz
für die früher angebotene Lehrveranstaltung „Latein für Mediziner“, nach dem
Abschluss des WS 2011/2012“ aufgrund von juristischen Problemen als auch
infolge fehlender budgetärer Bedeckbarkeit erfolgen kann.

Daher muss dieses Angebot mit Ende WS 2011/12 eingestellt werden.

Wir, d.h. das Vizerektorat für Lehre und Studienangelegenheiten und die ÖH,
arbeiten an...

Got Your Nose!
00

ach, sie haben terminologie aufgelöst? im ernst? na, sehr super. auf die fachsprache bist nach einem semester terminologie besser vorbereitet als anch 5 jahren latein in der schule..

zeitzumaufstehn
00
22.12.2011, 09:37

noch hängen die studenten in der luft und wissen nicht was los ist...

(die ergänzungsprüfung latein ist übrigens voraussetzung um zur sip 1 antreten zu können.
ohne dieser also auch kein studienfortschritt und somit nach derzeitigem stand ein verlorenes jahr.)

zeitzumaufstehn
00
22.12.2011, 09:34
fortsetzung

..einem Lösungsmodell für Sie, um Ihnen einen
ungehinderten Studienfortgang ermöglichen zu können.

Mit der Bitte um Kenntnisnahme, verbleiben wir mit freundlichen Grüßen

Univ.-Prof. Dr. Norbert Mutz
Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten

TrifterSepp
 
00
22.12.2011, 07:55

was soll an einer leistungsbezogenen Bezahlung so schlimm?

Würde ein feheln einer solchen in den Führungsetagen der Unis eher bedenklich finden.

bläh! bläh!
00
22.12.2011, 14:11

Wieso? Ist es echt zu viel verlangt, für Geld seine Pflicht zu tun wie jeder Angestellter auch??

MiazGoHome
00
22.12.2011, 01:05
welche ziele?

mich würde schon interessieren welche ziele da vergeben worden sind.

Dumm gefragt
01
21.12.2011, 22:44
Boni an den Unis?

Wer hat denn diese Arbeitsverträge abgeschlossen? Seit wann gibt es Boni an den Unis?

Nachdem die Unis von Steuergeldern finanziert werden, sollten die Gehälter veröffentlicht werden.

Briefträger
12
21.12.2011, 19:58

Wenn ich für meine Firma die Zielvorgaben wie, Jahreasrbeitszeit minus Urlaub, nur zu 80% erfülle, bekomme ich sicher keinen Boni.

Was sind das für Verträge mit Zielvorgaben für Unirektoren? Studentenkeilen, TropOut-Quote erhöhen der senken?

Ein All-Inklusive-Vertrag wäre da angebracht, so weiß jede Partei im vorhinein wo man steht.

So wie mit unserem Steuergeld umgegangen wird ist einfach nicht mehr tragbar.

.........1
00
21.12.2011, 19:48
nicht an jedem defizit ist das management schuld

sonst sollten wir uns überlegen, ob wir nicht alle politiker gemeinden-land-bund, die meisten manager der banken (und die verdienen schon ohne boni mehr als der rektor) zum teufel jagen..

prado
02
21.12.2011, 15:05
ich würde vorschlagen

der Herr Wissenschaftsminister streicht die Budgeterhöhung der nächsten Jahre für die medUni Innsbruck.

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