990 Millionen Euro

Töchterle fixiert (Fast-)Hochschulmilliarde

21. Dezember 2011, 13:19
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    foto: der standard/cremer

    Die Studienplatzfinanzierung - der zentrale Punkt des Hochschulplans - muss erst mit dem Koalitionspartner abgeklärt werden. Wissenschaftsminister Töchterle zeigt sich zuversichtlich.

Wissenschaftsminister: Eckpunkte des Hochschulplans müssen mit SPÖ abgeklärt werden - Töchterle für Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen

Die angekündigte Hochschulmilliarde ist nun fixiert, verkündete Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) bei einer Pressekonferenz - auch wenn es nur eine Fastmilliarde in der Höhe von 990 Millionen Euro ist. Die Verhandlungen mit Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) seien abgeschlossen und Töchterle zeigte sich erfreut, "in Zeiten wie diesen" zusätzliche Budgetmittel ausverhandelt zu haben. 

In der Hochschulmilliarde sind laut Wissenschaftsminister 750 Millionen Euro "frisches Geld" enthalten. 240 Millionen waren zwar schon bei der Regierungsklausur 2010 in Loipersdorf fixiert, mussten aber angesichts der angespannten Budgetsituation noch gesichert werden. In der laufenden Leistungsvereinbarungsperiode (2010-2012) bekommen die Unis insgesamt rund 6,5 Milliarden Euro plus diverse Offensivmittel. Dieses Globalbudget wird in der nächsten Periode 2013-2015 um 300 Millionen erhöht. Unis, FHs und anderen Einrichtungen wird ein 450 Millionen schwerer "Hochschulplan-Strukturfonds" zur Verfügung stehen, die Aufteilung ist noch nicht bekannt. Der Strukturfonds soll mit dem geplanten Konzept für die österreichische Hochschullandschaft eingerichtet werden.

Zentraler Punkt: Studienplatzfinanzierung

Auch die Eckpunkte des Hochschulplan stellte der Wissenschaftsminister vor. Viel Neues steht nicht drinnen, die zentralen Teilprojekte sind  gleichgeblieben: Koordinationsmaßnahmen, Bauleitplan, Forschungsinfrastruktur und Kapazitätsorientierte studierendenbezogene Universitätenfinanzierung. Eine Fülle von Details seien noch nicht mit dem Koalitionspartner abgesprochen, mit der SPÖ fänden aber laufend Gespräche statt, heißt es im Ministerium.

Der Knackpunkt der Verhandlungen wird die Studienplatzfinanzierung bleiben, Töchterle hofft auf eine Einigung Anfang des Jahres. Der Punkt sei schwierig, aber "wichtig und dringend". Die Universitäten sollen die Möglichkeit haben, die Studierenden auszuwählen - mit Zugangsregelungen. Auch an Studienbeiträgen möchte Töchterle festhalten, das sei sein "nächstes politisches Ziel".

Töchterle: Voraussetzungen sind Zugangsbeschränkungen

Zufrieden zeigten sich Töchterle, Schmidinger und der Sprecher der Senatsvorsitzenden, Helmut Fuchs, mit dem in den vergangenen Monaten erarbeiteten Hochschulplan. Er enthält die Leitlinien zur Koordinierung der Unis, FH und Privatunis und im Bereich Forschungsinfrastruktur, einen (laut Töchterle bereits fast fertigen) Bauleitplan für die Unis, in dem Prioritäten für Bauprojekte ausverhandelt wurden, sowie eine "kapazitätsorientierte studierendenbezogene Universitätsfinanzierung", wie die Studienplatzfinanzierung nunmehr auf Wunsch der SPÖ bezeichnet wird.

Dabei werden den Studienplätzen Normkosten zugewiesen, wobei zwischen sieben verschiedenen Fächergruppen unterschieden wird. Ministerium und Unis haben bereits eine Optimalvariante, eine Minimalvariante und eine mit mittleren Werten erarbeitet. Voraussetzung dafür sind allerdings Zugangsregelungen, betonten Töchterle und Schmidinger. "Das hält überhaupt kein System aus", verwies er auf das derzeitige Ungleichgewicht von Mitteln der Unis und Zahl der Studenten. 

ÖH nicht zufrieden

Gerade hier ist allerdings mit schwierigen Verhandlungen mit SP-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl zu rechnen. Ohne eine Einigung über Zugangsregeln wäre der Hochschulplan zwar nicht Makulatur, aber "extrem geschwächt", warnte Töchterle. Denn dann müssten die Unis sich wie bisher mit "Hilfskonstruktionen" wie dem bereits in Massenfächern wie Psychologie angewandten "Notfallparagrafen" behelfen.

"Wir brauchen entweder viel mehr Geld oder weniger Studierende", betonte der Minister. Die endgültige Lösung werde "eine Mischvariante" sein, sich aber an bestehenden Kapazitäten orientieren. Das bedeute aber "keinesfalls, dass es weniger Studierende geben muss, nur eine andere Verteilung".

Die Österreichische Hochschülerschaft zeigt sich enttäuscht über die Pläne. Zu wenig Konkretes steht in den Eckpunkten des Hochschulplans, sagt Angelika Gruber (VSSTÖ). Das Modell sei nicht ausdifferenziert. "Welche Unis bekommen wie viel Geld?", will Gruber im Gespräch mit derStandard.at wissen. Die versprochene Hochschulmilliarde diene nur zur Deckung der laufenden Kosten und  zur Beibehaltung des Status Quo. (mte/APA/derStandard.at,21.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 108
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Jehona Jericho
00
22.12.2011, 12:32
könnte jemand dem herrn t. mitteilen welche währung wir derzeit haben?

nicht das sich die "ja-in-schilling-wärs-a-million-gwesen"-gschicht wiederholt :)

La Réunion
02
22.12.2011, 12:08
die Universitätsautonomie

war der grösste bildungspolitische Fehler!

Jede Uni legt sogar den Kollektivvertrag anders aus, jeder Rektor entscheidet autonom, wer eine Professur bekommt (viel zu oft gibt es dadurch Hausberufungen) und die Universitätsräte sind ohnehin eine Fehlgeburt!

Raymond Domenech
00
22.12.2011, 11:07
Keine weiße Weihnachten

ÖH reagiert empört

smea_gol
24
22.12.2011, 09:13

Und der nächste kleine Schritt um die Unis, die Bildung und die Jugend Österreichs zu zerstören.

rot grün übernehmen sie.

Der Chronist
10
22.12.2011, 08:17

Die SPÖ wird Stimmen verlieren, wenn sie so etwas durchnickt. Es werden nicht so viele sein, aber die SPÖ kann sich überhaupt keine Stimmverluste mehr leisten.

Lichtzeichner
33
22.12.2011, 01:01
ÖH nicht zufrieden

ganz was neues.

gridrunner478
93
22.12.2011, 03:08

Einer von 1000 Usern ohne Durchblick.

Ganz was Neues.

Lichtzeichner
00
25.12.2011, 23:14

ein sinnloser post von dir, wahrscheinlich auch nichts neues.

troll dich. husch husch

Bitte Ich Weiß Was
26
22.12.2011, 00:28
Ist eh alles ganz ok

Nur ein Argument scheint mir völlig unredlich zu sein: Wenn man die Studienplatzfinanzierung will, braucht man Zugangsregeln, weil man nicht unendlich viel budgetieren kann.

Hä?

Und bei der Familienbeihilfe ist festgelegt, wieviele Geburten pro Jahr maximal stattfinden dürfen. Bei Überziehung werden die überzähligen Neugeborenen sofort exekutiert - zackzack - man kann ja nicht unendlich viel budgetieren ;-)

Man muss klar sagen: Wir wollen bewusst mehr in Studien investieren, die wir für nützlich halten und weniger in unnützes Zeug, das am Arbeitsmarkt nicht honoriert wird.
Denn nur so können wir den Wohlstand in Österreich an der Weltspitze halten - Das wäre politische Leadership!

120 Jahre Karl Schranz
00
22.12.2011, 11:22
ich wäre auch für einen klaren schritt hin zur ehrlichkeit.

seit jahren laviert die österreichische hochschulpolitik herum á la "wie führen wir zugangsbeschränkungen ein, ohne sie so nennen zu müssen?"

Bran Van
11
22.12.2011, 07:24

Ihrer Aussage nach wäre es also klug Bildung und Ausbildung zu vermischen und den Hochschulbereich zu monetarisieren? Falls ich das richtig verstanden habe, dann tun Sie mir leid und zur "uni milliarde" ... Ähm die ETH Zürich hat ein Budget von über einer Milliarde Euro wie bei uns alle universitären Bildungseinrichtungen zusammen. In diesem Sinne ja doch sehr UNIVERSITAS.....

Bitte Ich Weiß Was
00
22.12.2011, 17:32
Also wissen Sie wozu wir die Publizisten- und Psychologenheere brauchen!

Wegen deren Bildung!

Bildung ist bei heutigem Einkommen und billigem Zugang zum Wissen PRIVATSACHE und HOBBY.

Ja, ganz klar: Staatlich finanzierte Unis sind spätestens ab dem bevorstenhenden Null-Wirtschaftswachstum für die Forschung und AUSBILDUNG da, die sich später "monetarisieren" lässt.

Wie viele Publizisten & Psychologen studieren an der Eidgenösischen TECHNISCHEN Hochschule in Zürich ;-)

120 Jahre Karl Schranz
00
22.12.2011, 11:17
erst die vermengung von bildung und ausbildung

ermöglichte universitäten die gesellschaftliche öffnung!!!

hätten die unis das nicht getan, wären sie immer noch hobbys von klerus und aristokratie - ergo von menschen, die sich nicht selbst ernähren müssen.

menschen wie sie tun immer so, als würden 45% eines maturajahrgangs aus reinem wissenshungern auf die unis strömen und blenden dabei völlig uas, dass diese jungen menschen das natürlich auch machen um danach einen guten job zu bekommen.

und nein, ich will nicht dass unis zu FHs werden. aber diese strikte trennung von bildung und ausbildung ist so weltfremd und aus dem elfenbeinturm, dass ich spei*en könnte.

Fritz Meyer
01
22.12.2011, 00:09
Ja, schön dankbar sein, dass es zuwenig Geld gibt.

Und dass der Wirtschaftsminister lieber brav Parteipolitik als Politik für die Bildung und die Zukunft macht.

Hillsmith
20
21.12.2011, 20:17
Industrialisierung

Tatsächlich dürfte lt. internationalen Vergleichen bereits genügend Geld in unserem Bildungssystem herumschwimmen. Gut zu wissen, daß mit der Studienplatzfinanzierung offenbar Ansätze von Kostenrechnung zur Anwendung gebracht werden. Allerdings - "Viel mehr Geld oder weniger Studierende" -ist das alles, was einem Wissenschaftsminister heutzutage zur Hochschuldebatte in Österreich einfällt? Viel wichtiger wäre es, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie man mit den vorhandenen Mitteln mehr Studierenden ein Studium in hoher Qualität zur Verfügung stellen kann. Zugegeben, eine etwas kniffligere Fragestellung als jene, die der Minister vorgibt. Aber im Zeitalter des Breitbandinternet sollte auch sie beantwortbar sein.

Der Chronist
31
21.12.2011, 20:06
Am schönsten ist ja:

Dass wir die künftig beschränkten Plätze für die ganzen DeutschInnen finanzieren dürfen.

Fritz Meyer
14
22.12.2011, 00:08
Und warum halten wir sie nicht im Land?

Wenn's schon hier studieren, dann sollen's auch bleiben - dank der EU ist das doch kein Problem mehr.

Aber, nein, solche Schlichtgestrickten wie Sie fordern lieber (implizit) das doch abzustellen. Braucht das Land etwa keine hochqualifizierten Absolventen?

Stattdessen reden's brav den Rechtspopulisten hinterher. Die wissen aber nur dummerweise auch keine Antwort darauf.

Ganz davon zu schweigen, dass die noch weniger dagegen tun, dass auch immer mehr österreichische Absolventen dem Land den Rücken kehren.

Aber an den Symptomen herumdoktern ist für die, die lieber ein Vorurteil als die Wahrheit hören wollen, schon immer die bessere Alternative gewesen.

Der Chronist
30
22.12.2011, 08:22

Klar. wir machen den dummen Pöbel und werden von den Piefke-AkademikerInnen traktiert, denen wir die Ausbilung geschenkt haben. Wenn Sie das meinen, sollten Sie schnell auswandern, Groß-Deutschland ruft!

La Réunion
00
22.12.2011, 12:12
der Pöbel

sind eher Sie!

Ventilator
09
21.12.2011, 19:53

Wieso nennt das selbst eine sogenannte "Qualitätszeitung" Unimilliarde, obwohl eigentlich klar ist, dass es eigentlich nur 330 Mio. im Jahr sind?

Bei den anderen Budgetthemen wird ja auch pro Jahr gerechnet und nicht irgendein beliebiger Zeitraum genommen.

La Réunion
00
22.12.2011, 12:13
verdoppeln Sie den Zeitraum,

dann sind sogar nahezu 2 Milliarden ... bzw fast eine 2/3 Milliarde!

xy
03
21.12.2011, 23:23

fairerweise muss man sagen, dass auf universitäten die budgetplanung immer auf 3 jahre läuft. also alle 3 jahre muss ein neues budget für den zeitraum aufgestellt werden. nichtsdestotrotz halte ich die "milliarden"-wortspielerei doch für ziemlich fiese manipulation - man sollte zumindest dazusagen, dass das auf 3 jahre gerechnet wird...

buntstift
 
55
21.12.2011, 19:36

gibt es für den "ÖH stimmt nicht zu" "ÖH ist dagegen", "ÖH passt dies nicht..."-Teil in jedem Uni-Artikel eigentlich vorgefertigte Vorlagen oder muss man das jedes mal neu schreiben?

smea_gol
00
22.12.2011, 09:40

und in einer worddatei haben sie ihre dummen posts auch bereits vorbereitet, nicht wahr?

Phan Tast
00
21.12.2011, 23:24
Naja,

nüchtern betrachtet wird die ÖH nicht in den Prozess eingebunden, sondern nur vor vollendete Tatsachen gestellt.

Dass soetwas im echten Leben immer gut funktioniert, sieht man in der Bundespolitik. Oder?

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