Leichen im Eissalon-Keller: Verdächtige spricht über Motive

Frau fühlte sich von Opfern unterdrückt und hintergangen - Hochzeit im Jänner 2012 geplant

Wien - Die des zweifachen Mordes verdächtige frühere Eissalon-Besitzerin Estibaliz C., die zwei Männer erschossen, zerstückelt und im Keller ihres Salons "Schleckeria" in Wien-Meidling einbetoniert haben soll, spricht nun erstmals über Motive. Demnach fühlte sie sich von den beiden Opfern unterdrückt und hintergangen, wie das Magazin "News" am Mittwoch vorab berichtete. Bei den Opfern handelt es sich um den Ex-Ehemann der 33-Jährigen, Holger H., sowie um ihren Lebensgefährten Manfred H.

Holger H. habe sie unterdrückt und sie zu Schießübungen sowie Besuchen bei Veranstaltungen der Hare-Krishnas gezwungen, so Estibaliz C. laut "News". Als er sich schließlich geweigert hätte, ein Kind mit ihr zu bekommen, habe sie die Trennung beschlossen. Auch nach der Scheidung lebte das Paar noch zusammen: "Doch dann kam dieser fürchterliche Abend im Frühjahr 2008. Wir waren beide zuhause - und Holger quälte mich. Stundenlang. Er saß am Computer, brüllte mich an, bezeichnete mich als Versagerin. Ich ließ das alles über mich ergehen - bis plötzlich etwas in mir explodierte. Ich griff nach einer seiner Waffen. Und drückte ab", zitierte "News" die Frau.

Hochzeit und Geburt in Haft

Über Manfred H. sagte sie, dass auch er sie unterjocht und außerdem betrogen habe. In der Nacht auf den 22. November 2010 habe es eine Aussprache gegeben, bei der sie ihren Lebensgefährten gefragt hätte, warum er ihr nicht treu sein könne: "Seine Antwort: 'Ich brauche einfach Abwechslung.' Dann legte er sich seelenruhig nieder und schlief ein. Ich, daneben. Wach. Ich stellte mir vor, wie er andere Frauen im Arm hält. Bilder, die ich nicht ertragen konnte, die nicht verschwanden. Ich holte eine von Holgers Waffen. Und zielte auf Manfreds Schädel", so Estibaliz C.

Von ihrem neuen Partner Roland R. erwartet die 33-Jährige ein Kind. Der errechnete Geburtstermin ist der 25. Jänner 2012, laut "News" haben Ultraschall-Untersuchungen nun ergeben, dass es ein Mädchen werden könnte. Bei früheren Untersuchungen hatte alles auf einen Buben hingedeutet. Außerdem ist, wie das Magazin berichtete, für Anfang Jänner die standesamtliche und kirchliche Trauung von Estibaliz C. und Roland R. anberaumt. "Ich hatte Esti schon vor ihrer Verhaftung einen Antrag gemacht. Trotz all der schlimmen Dinge, die ich mittlerweile über sie erfahren habe, weiß ich, dass sie kein böser Mensch ist", wurde der Lebensgefährte der Verdächtigen zitiert. C. war im Juni verhaftet worden. (APA)

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