Sprengsatz explodierte neben der Straße - Taliban bekannten sich zu Anschlag
Kabul - Bei einem Sprengstoffanschlag im Osten Afghanistans sind am Mittwoch fünf Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF getötet worden. Das teilte die NATO-geführte Schutztruppe mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Nach Informationen der polnischen Nachrichtenagentur PAP handelt es sich um fünf polnische ISAF-Soldaten. Es ist der verlustreichste Anschlag für die ISAF seit Ende Oktober, als 13 Angehörige der Schutztruppe in Kabul getötet wurden.
Ein am Straßenrand platzierter Sprengsatz sei unter dem Fahrzeug
der ISAF-Soldaten explodiert und habe die Soldaten auf der Stelle
getötet, berichtete die polnische Nachrichtenagentur PAP. Ein
Sprecher der polnischen Truppen in Afghanistan wollte sich nicht zu
dem Vorfall äußern, solange "die Angehörigen der Opfer noch nicht
informiert" seien. Die internationale Afghanistan-Truppe ISAF
bestätigte einen Anschlag auf einen Konvoi, der sich in der von den
polnischen Truppen kontrollierten Zone ereignet habe.
Der Polizeichef der südöstlichen Provinz Ghazni, Dilawar Sahid,
hatte zuvor erklärt, dass in der Provinz ein Sprengsatz in der Nähe
eines ausländischen Militärkonvois explodiert sei. Die genaue Zahl
der Opfer sei aber noch unklar. Ein Augenzeuge sagte der
Nachrichtenagentur AFP, ein ISAF-Fahrzeug sei "komplett zerstört"
worden, zudem habe er gesehen, wie Hubschrauber die Opfer geborgen
hätten. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich in einer SMS an
AFP zu dem Anschlag und erklärten, es habe sich um einen polnischen
Konvoi gehandelt. Polen beteiligt sich mit rund 2.500 Soldaten am
internationalen Afghanistan-Einsatz, die Truppen sind für die
Sicherheit in Ghazni zuständig. (APA)