E-Voting bei ÖH-Wahl vom VfGH als gesetzeswidrig aufgehoben

21. Dezember 2011, 11:31

Kriterien zur Überprüfung fehlen - Holzinger: Richtungsweisende Bedeutung

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat die Verordnung zum E-Voting bei der ÖH-Wahl als gesetzeswidrig aufgehoben. Der Gerichtshof stellte unter anderem fest, dass nicht präzise genug geregelt war, wie und mit welchen Mitteln sowie unter welchen Kriterien die Wahlkommission überprüfen kann, ob das System fehlerlos funktioniert hat. Das aktuelle Erkenntnis betrifft zwar die Wahl der Hochschülerschaft 2009, VfGH-Präsident Gerhart Holzinger sprach bei einer Pressekonferenz am Mittwoch dennoch von einer "richtungsweisenden Bedeutung" auch für andere Wahlen.

"Das war nicht gegeben"

Beim derzeitigen Stand der Technologie sei E-Voting schwer bis unmöglich durchzuführen. Wenn man eine elektronische Wahl durchführen möchte, müssten entsprechende Anforderungen erfüllt werden. "Das war nicht gegeben", meinte der VfGH-Präsident.

Fehler können passieren

Holzinger räumte ein, dass bei jeder Wahl Fehler passieren könnten. Beim E-Voting könnten Fehler und Manipulationen allerdings schwerer zu erkennen sein als bei einer Papierwahl. Die Wahlordnung müsse jedoch gewährleisten, dass die Durchführung einer Wahl von jedem nachvollziehbar und auch für die Wahlbehörde überprüfbar ist. (APA)

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11 Postings
bad user
00
23.12.2011, 08:26
Und wieviel hat der Spaß gekostet?

Soweit ich mich erinnern kann, waren es über €300,- pro elektronisch abgegebener Stimme!
Das hat man wieder mal fein hinbekommen ...

Bankdirektor
 
61
21.12.2011, 12:26
Heuchlerei

Bei Wahlen mit Papier und Stift können sogar mehr "Fehler" passieren und man kann - völlig unbemerkt - Stimmen verschwinden lassen oder erfinden. In der (auch jungen) Geschichte gibt es unzählige Beispiele für derartige Manipulationen.

Leute, wacht auf und lasst euch so einen Schwachsinn nicht einpflanzen.

Daniel Sokolov
 
00
22.12.2011, 08:10

Ja, mit viel krimineller Energie geht das. Aber immer begrenzt auf das jeweilige Wahllokal, wo alle wahlwerbenden Parteien das Recht haben, zwei Leute hinzuschicken die alles beobachten und prüfen. Der Unterschied zum E-Voting ist, dass Du dort einen zentralen Hub hast, quasi ein Single Point of Manipulation. Wenn Du den hackst -> bingo. Hinzu kommt, dass keine Verschlüsselung sicher ist. Sie verschiebt nur den Zeitpunkt, zu dem Du die Daten lesen kannst, um eine ungewisse Spanne nach hinten. Morgen oder vielleicht erst in 10 Jahren. Aber auch in 20 Jahre geht es niemanden etwas an, was Du heute gewählt hast.

Monopoly mit Hut
01
21.12.2011, 13:44

Du kannst bei jeder Wahl mit Papier und Stift als Wahlbeobachter dabei sein und alle Schritte (bis auf die eigentliche Wahl) beobachten.

Von der leeren Wahlurne davor bis zur eigenhändigen Zählung danach.

Stimmen können nicht "völlig unbemerkt" verschwinden, weil es ja einen Eintrag in der Wählerliste gibt, dass an eine ganz bestimmte Person ein Stimmzettel ausgehändigt wurde. Die Zahl der ausghändigten Stimmzettel muss mit den abgegebenen Zetteln übereinstimmen.

Beim (in dieser Form durchgeführten) E-Voting ist genau diese Überprüfbarkeit einfach nicht gegeben.

Bankdirektor
 
21
21.12.2011, 13:49

Und die Wählerliste kann nicht manipuliert werden?
Das Wahlergebnis an sich kann nicht manipuliert werden?
Es können keine Personen erfunden werden, die alle die gleiche Partei wählen?
Das ist doch Schwachsinn und hat mit E-* nichts zu tun.
Manipulation eines Blatt Papiers ist ungleich einfacher als die Manipulation elektronisch gespeicherter und mit Logfiles belegbarer Daten.
Die Behauptung, dass eine E-Wahl nach heutigem Stand der Technik nicht möglich wäre ist völliger Bullshit.

rks
 
00
21.12.2011, 19:23

aufgrund welcher Qualifikation können Sie beurteilen, was nach heutigem Stand der Technik möglich ist? Und wie das juristisch zu beurteilen ist?

Bankdirektor
 
00
21.12.2011, 22:08

Aufgrund meiner einschlägigen technischen Qualifikation und Erfahrung mit der Materie.
Mit Judikatur hat das nur im Entfernten zu tun.

rks
 
00
21.12.2011, 22:21

Aha, und um was für eine einschlägige technische Qualifikation handelt es sich da genau? Und wo haben Sie Ihre Erfahrungen gesammelt?

Bankdirektor
 
00
22.12.2011, 10:47

Programmierung.
Bei Unternehmenslösungen z.B. für eine Flugsicherungsbehörde, Automatisierungssysteme, etc.
Das tut aber nichts weiter zur Sache, es ist überdies nicht fein - und in Gegenteil etwas unhöflich, des anderen Wort in Frage zu stellen.
Angesichts der häufigen Trollkommentare kann ich Ihnen Ihre Vorsicht und kritische Haltung hingegen nicht verübeln.

rks
 
00
23.12.2011, 09:40

Schauen Sie, auch wenn es unhöflich ist: aus Ihrem Postings weiter oben ist für mich offensichtlich, dass sie keine Ahnung haben, was für technische Probleme e-voting tatsächlich aufwirft.

Falls Sie sich ernsthaft mit der Thematik beschäftigen wollen, empfehle ich Ihnen das Buch "Security Engineering" von Ross Anderson. Die erste Auflage finden Sie online unter http://www.cl.cam.ac.uk/~rja14/book.html

Monopoly mit Hut
01
21.12.2011, 16:08

Aber es ist ungleich schwieriger, das alles manuell tun zu müssen, als es quasi auf Knopfdruck tun zu können. Die Wählerlisten kann man ja einsehen und sie mit den Meldedaten vergleichen. Man kann sogar jede Person auf der Wählerliste persönlich aufsuchen! Die Anzahl der Wahlberechtigten in einem Wahlsprengel ist überschaubar groß, das ist nicht wirklich ein Problem.

Abgesehen davon sage ich ja nicht, dass JEDES E-Voting schlecht ist oder nicht nachvollziehbar. Aber das ÖH-E-Voting ist es.

Andere Varianten siehe z.B.:
http://www.ted.com/talks/dav... fraud.html

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