Lech und Zürs vorübergehend abgeschnitten

22. Dezember 2011, 08:27
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Arlbergpass-Scheitelstrecke weiterhin nicht durchgängig befahrbar

Bregenz - Gebietsweise große Lawinengefahr hat am Donnerstag in Tirol und Vorarlberg geherrscht. In den Tourengebieten gab es "überwiegend ungünstige Verhältnisse", warnten die Experten des Landes.

In den besonders neuschneereichen Regionen des Arlbergs, im Außerfern und der Silvretta wurde die Gefahr meist als "groß" eingestuft. Dort sei auch mit Selbstauslösungen von Lawinen zu rechnen, die vereinzelt exponierte Verkehrswege gefährden könnten. Abseits der gesicherten Pisten wurde zu "größter Vorsicht und Zurückhaltung" geraten. In den übrigen Regionen war die Gefahr meist "erheblich".

Neuschnee

In den vergangenen 24 Stunden gab es vor allem im Raum Arlberg/Außerfern, der Silvretta und entlang der Nordalpen ergiebige Niederschläge. Hier waren in den vergangenen zwei Tagen insgesamt bis zu 80 Zentimeter Neuschneezuwachs zu verzeichnen. Weniger Schnee fiel entlang des Alpenhauptkammes, im Nordtiroler Unterland sowie am Osttiroler Tauernkamm. Am wenigsten Neuschnee wurde inneralpin und im Süden Osttirols verzeichnet. Der erwartete starke Temperaturanstieg und die Sonneneinstrahlung würden weiter für eine angespannte Situation sorgen.

Lech und Zürs abgeschnitten

Die beiden Vorarlberger Wintersportorte Lech und Zürs am Arlberg waren vorübergehend  auf dem Straßenweg nicht erreichbar. Der Arlbergpass zwischen Stuben (Vorarlberg) und St. Christoph (Tirol) musste wegen Lawinengefahr gesperrt werden, berichtete der ÖAMTC. Aufgrund der traditionellen Sicherheitswintersperre auf der Verbindung Warth - Lech, die bereits seit längerem in Kraft ist, war der Nobelskiort daher von Mittwoch 7.00 Uhr an von der Außenwelt abgeschnitten und wurde erst um die Mittagszeit wieder freigegeben.

Nach Lawinenspreng-Arbeiten, die zur Sicherung der Straße durchgeführt wurden, waren die Vorarlberger Wintersportorte nun wieder auf dem Verkehrsweg erreichbar.

Die Arlbergpass-Scheitelstrecke zwischen der Alpe Rauz und dem Tiroler St. Anton ist dagegen wegen Lawinengefahr weiterhin nicht befahrbar.

Warth bereits 128 Zentimeter Schnee

Am Arlberg kam seit Dienstag mehr als ein halber Meter Neuschnee dazu. In Warth etwa waren es laut ZAMG Wetterdienst Bregenz 50 Zentimeter, in Mellau (Bregenzerwald) 45 Zentimeter. Auch das Montafon konnte sich über Schneezuwachs zu Saisonstart freuen: In St. Gallenkirch lag am Mittwoch ebenfalls 50 Zentimeter Neuschnee, in Bludenz 40 Zentimeter. Die Gesamtschneehöhe in Warth betrage derzeit 128 Zentimeter, jene in Mittelberg (Kleinwalsertal) 104 Zentimeter und jene in Langen am Arlberg 103 Zentimeter, hieß es.

Auf höher gelegenen Straßen in ganz Vorarlberg herrschte wegen der schneeglatten Fahrbahnen für Lkw Schneekettenpflicht, in einigen Gebieten für alle Fahrzeuge. Der ÖAMTC riet bei Fahrten auf Bergstraßen dringend zu Winterausrüstung. Die Hauptverbindungen in den Niederungen seien im wesentlichen wieder unbehindert befahrbar.

Im Flachland Straßen aper

Auf niedriger gelegenen Straßen war es am Mittwoch großteils ruhig, die Straßen seien wieder aper, informierte die Landesverkehrsabteilung der Vorarlberger Polizei.

Große Probleme hatten der Exekutive vor allem die liegengebliebenen Lkw bereitet, die den Verkehr behinderten. Am Dienstagabend verlor ein 45-jähriger Lkw-Fahrer aus Italien auf der Rheintalautobahn (A14) bei Götzis (Bezirk Feldkirch) die Kontrolle über sein Sattelkraftfahrzeug. Er kam auf der Fahrt Richtung Tirol ins Schleudern, touchierte die Mittelleitschiene und durchbrach dann die Außenleitschiene. Das über der Böschung hängende Schwerfahrzeug blockierte Pannenstreifen und rechte Fahrspur. Wegen der Aufräumarbeiten war der rechte Fahrstreifen von 19.30 bis 21.55 Uhr gesperrt, bis 2.00 Uhr erfolgte dann eine Totalsperre. Der Verkehr wurde umgeleitet. Der Lkw-Fahrer überstand den Ausrutscher unverletzt.

Warnung wegen Lawinengefahr

In der Arlbergregion und im hinteren Bregenzerwald bestand am Mittwoch laut Einschätzung der Vorarlberger Landeswarnzentrale große Lawinengefahr (Stufe 4), in weiten Teilen Vorarlbergs wurde die Lawinengefahr als erheblich (Stufe 3) beurteilt. Gefahrenstellen lägen vor allem oberhalb der Waldgrenzen, an Steilhängen sowie eingewehten Rinnen und Mulden.

Unerfahrene Wintersportler sollten die gesicherten Pisten nicht verlassen, so die Empfehlung. Mit neuen Schneefällen werde die Gefahr im Tagesverlauf weiter ansteigen. Bis Donnerstag früh könnten noch einmal 30 bis 60 Zentimeter Neuschnee hinzukommen, zudem wehe in der Höhe teils starker Wind, hieß es. (APA)

  • Die Arlbergpassstraße und die Zufahrten nach Lech und Warth sind wegen Lawinengefahr gesperrt.
    foto: thomas rottenberg

    Die Arlbergpassstraße und die Zufahrten nach Lech und Warth sind wegen Lawinengefahr gesperrt.

  • Auch in Stuben herrscht bereits tiefster Winter.
    foto: thomas rottenberg

    Auch in Stuben herrscht bereits tiefster Winter.

  • Wie lange die Straßensperre andauern, ist noch unklar.
    foto: thomas rottenberg

    Wie lange die Straßensperre andauern, ist noch unklar.

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