Schwache Oracle-Zahlen werfen Schatten auf die Branche

21. Dezember 2011, 07:34

Software- und Hardware-Absatz bleiben hinter Erwartungen zurück - Aktie bricht ein, SAP fällt im Sog ebenfalls

 Oracle hat der Technologiebranche eine kalte Dusche verpasst: Der weltweit drittgrößte Softwarekonzern enttäuschte erstmals seit einem Jahrzehnt die Umsatzerwartungen. Das schürte Sorgen, Unternehmen und Regierungen könnten im weltweiten Abschwung die Gürtel noch enger schnallen. Vor Oracle hatten bereits Industriegrößen wie Dell und Intel mit ihren Bilanzen Verunsicherung hervorgerufen. "Jeder Technologiekonzern wird leiden", sagte der Analyst Trip Chowdhry. "Dies ist erst der Anfang." Die in Frankfurt gehandelten Oracle-Aktien brachen am Mittwoch mehr als sieben Prozent ein. Die Papiere des deutschen Rivalen SAP verloren drei Prozent.

Hinweise

Traditionell gilt Oracle als ein Konzern, der branchenübergreifend Hinweise auf die Konjunkturentwicklung liefert. Die von dem Milliardär Larry Ellison geleitete Firma gibt eher als andere Einblick ins jüngste Geschäft. Mit der neuen Bilanz machte Oracle dann auch viele Hoffnungen zunichte. Der Umsatz legte im zweiten Geschäftsquartal zu Ende November lediglich um zwei Prozent auf 8,8 Mrd. Dollar (6,73 Mrd. Euro) zu, Analysten hatten 9,2 Mrd. erwartet. Der Gewinn pro Aktie betrug 57 Cent, drei Cent weniger als prognostiziert. In den meisten Quartalen des vergangenen Jahrzehnts hatte Oracle prozentual zweistellige Wachstumszuwächse präsentiert. "Die Technologie-Ausgaben stehen stärker unter Druck als erwartet", sagte Branchenkenner Peter Goldmacher.

Neben den Erlösen aus dem Geschäft mit Wartungsverträgen schnitten auch die neuen Software-Lizenzen unter Durchschnitt ab. Sie geben stets einen Hinweis auf die künftige Entwicklung. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent auf zwei Mrd. Dollar. Bei der Vorlage des Geschäftsberichts vor drei Monaten hatte Oracle einen Anstieg von sechs bis 16 Prozent in Aussicht gestellt. Unter dem Strich blieben dank einen scharfen Sparkurses knapp 2,2 Mrd. Dollar, was einem Plus von 17 Prozent entspricht.

"Das passiert bei einem Abschwung. Unternehmen verlangsamen ihre Ausgaben. Sie bremsen ihre Zusagen"

Oracle begründete die Entwicklung mit der Zurückhaltung von Kunden bei größeren Investitionen und längeren Prüfungszeiträumen vor dem Kauf. "Das passiert bei einem Abschwung. Unternehmen verlangsamen ihre Ausgaben. Sie bremsen ihre Zusagen", sagte Analyst Fred Hickey. Oracle ist stark im unter der Schuldenkrise leidenden Europa engagiert.

Im Gegensatz zu dem US-Konkurrenten schlägt sich SAP wacker. Der Weltmarktführer für Unternehmens-Software traut sich dank prall gefüllter Auftragsbücher 2011 einen Verkaufsrekord zu. (Reuters)

 

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Oracle

neeeed
00
25.12.2011, 19:09
gut so

das ist eine notwendige kurskorrektur - in letzter zeit sind da bei einigen firmen die aktien zu viel gestiegen
und die manager dieser welt sollten lernen nicht immer irrsinnig hohe zahlen zu versprechen, und investoren sollten lernen hohen zahlen nie zu glauben, auch wenn die gier natürlich schwer unter kontrolle zu halten ist

Raymond Domenech
10
22.12.2011, 11:47
Auch eine Folge der Geiz ist geil IT-Mentalität

Das IT Management in großen Firmen ist ja schon traditionell in der Hand von WUpplern, und seit auch bei ihnen der Sparstift angesetzt wird, beginnt sich deren Halb- mit dem offenkundigen Nichtwissen vermischt in Bewegung zu setzen.

Folge:
Große Investition X brauch ma ned, das mach ma inhouse mit Opnsurs.

Wenn dann zwangsläufig rauskommt, daß das 3 Jahre laufende Projekt kläglichst gescheitert ist und Millionen verbrannt hat, ist der WUppler schon bei der nächsten Firma der Schwallo vom Dienst, und/oder die Entwickler sind schuld.

War ja 2000/2001 genau so, aber folgend dem Peter-Prinzip müßte das handelnde IT-Management Personal sogar noch dümmer geworden sein.

Jet Fuzzi
00
25.12.2011, 18:13

In der Tat.

Eine erste Massnahme zur Kriseneindämmung wäre die Umschulung von 95% aller Betriebswirte auf, Wurscht, sagen wir: Strassenfeger.

Davon würden langfristig die Volkswirtschaften in großem Ausmaß profitieren.

horli
11
22.12.2011, 06:57
Postgresql

Sowieso unverständlich, dass irgendwer noch Oracle Datenbanklizenzen kauft, wenn es eine freie Datenbank gibt die 90% der Funktionalität hat und ähnlich robust ist.
Darüberhinaus kann sie von jedermann verstanden, verändert, weitergegeben, überall eingesetzt werden, hat überprüfbar keine Backdoors und man ist nicht von unberechenbaren Marketing und Kapitalisten Heinis abhängig.

All Rites Reversed
00

Ganz einfach: Weil noch kaum ein CTO dafür gefeuert wurde, dass er sich für einen großen kommerziellen Anbieter statt einer Open Source - Alternative entschieden hat.

chelene chirsch
01
25.12.2011, 21:31
für den besitzer eines hammers...

... sieht jedes problem wie ein nagel aus.

horli
00
26.12.2011, 07:50
Datenbankhämmer

Vor allem wenn er funktional etwa 2 gleiche Hämmer zur Verfügung hat.

CouchDB
01
21.12.2011, 19:15
Tja Pech für das Oracle...

SAP verdient prächtig und auch IBM verdient gut - letztere jetzt sogar jetzt an HP/Oracle-Kunden (Itanium).
Tja es mag Privatkunden nicht sonderlich rühren aber Businesskunden schätzen es nicht sehr wenn sich Geschäftspartner wie Berserker aufführen.

Sir Harry....
30
21.12.2011, 09:02
Die Pappnasen haben es versäumt, eine weitere Klage gegen einen großen Mitbewerber einzureichen...

... und schon rächt sich die Börse.

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