Ungarn

Medienamt verfügt Aus für einziges Oppositionsradio

20. Dezember 2011, 21:14

Bisherige Frequenz von Klubradio an unbekannten Mitbewerber vergeben

Budapest - Die einzige oppositionelle Radiostation in Ungarn, der Sender Klubradio, muss im kommenden Jahr ihren Betrieb einstellen. Die Frequenz, über die der Sender ausgestrahlt wird, wurde von der Nationalen Medienaufsichtsbehörde NMHH an einen bisher unbekannten Mitbewerber vergeben, berichtete das Internet-Portal "nol.hu" am Dienstagabend.

Der Schritt kam nicht unerwartet. Die mit Vertrauenspersonen der rechts-konservativen Regierungspartei FIDESZ besetzte NMHH hatte die anstehende Neuvergabe der Frequenz bereits in einer Weise ausgeschrieben, dass dem Klubradio - einem Sender mit vielen politik-kritischen Programmen - wenig Chancen zugebilligt wurden. Insbesondere verlangte die Ausschreibung eine "starke Berücksichtigung ungarischer Musik" bei der Programmgestaltung.

Die NMHH sprach schließlich der mit einem Grundkapital von 3300 Euro eingetragenen Autoradio Mediendienstleistungs-GmbH die Frequenz zu. Das Unternehmen sowie die Gewinner zweier weiterer Rundfunk-Frequenzen hätten "den Ausrufpreis deutlich übersteigende Summen" als Lizenz-Gebühr angeboten, zitierte "nol.hu" aus der Begründung der NMHH. Klubradio-Generaldirektor Andras Arato sagte dem Portal, die Entscheidung werde "Hunderttausende Hörer von Klubradio zutiefst empören".

Die umstrittene Frequenzvergabe erfolgte einen Tag, nachdem das ungarische Verfassungsgericht Teile des seit Jahresbeginn geltenden Mediengesetzes außer Kraft gesetzt hatte. Im Prinzip entzogen die höchsten Richter der NMHH die Befugnis, gegen Print- und Internetmedien inhaltliche Verfahren anzustrengen. Die Regulierung der elektronischen Medien durch die NMHH blieb von dem Spruch des Verfassungsgerichts unberührt. (APA)

Kommentar posten
13 Postings
authentic
00
31.12.2011, 03:46

Alles klar, ihr Soldschreiber.

asd73
01
29.12.2011, 15:17

Klubradio ist nicht ein mal oppositionell, es ist eine Parodie davon. Ich höre mir Bolgár Gy. und seine "TelefoniererInnen" immer sehr gerne an.

Bagolyvár
00
31.1.2012, 22:07
Haben Sie masochistische Neigungen?

hazafi
02
25.12.2011, 23:30
ah

Die Lügenfreiheit ist wichtig.
Der Sender hat zwar nur in Bp. seinen Frequenz in einem liberalen Marktakt verloren, es ist aber ein guter Anlaß zu jammern.
Wer früher nicht gesehen hat, was hier läuft, hat jetzt die Möglichkeit dazu.

Janosch bacsi
01
22.12.2011, 12:43

Die Ausschreibung um die Sendefrequenzen war öffentlich und damit korrekt. Klub Radio hat beim Test sehr gut abgeschnitten und damit die Kriterien erfüllt. Die Frequenz ging trotzdem dem Meistbietenden, bei der "Versteigerung" konnte Klub Radio nicht mithalten. Es scheiterte am lieben Geld. Der Sender ist nämlich pleite.

Miklaus Röchlinger
11
22.12.2011, 11:55

Weissrussland beginnt 50 km hinter Wien...

Herr und Frau Österreicher
 
10
22.12.2011, 08:40

...und dieses Land soll "EU-reif" sein?

Fritz Meyer
12
22.12.2011, 00:44
Und der Rest Europas schaut tatenlos zu.

Demokratie wird scheint's immer nur woanders benötigt.

Senfgurkenkalif der Zweite
00
22.12.2011, 15:12

Wieso auch einschreiten, wenn alles wie geplant abläuft?
Jedes Projekt braucht seine "Testballone".

zinn glaeckl
22
21.12.2011, 23:05
Ein jämmerlicher Ministerpräsident.

der sowas notwendig hat.

no_milk_today
11
22.12.2011, 02:50

das passt schon. ein punkt weniger auf der checkliste ... kritiker ruhig stellen.... wer wurde sonst glauben, dass alles wunderbar ist ... nur, mist, was macht man nur mit diesem lästigen internet

authentic
00
22.12.2011, 20:58

"nur, mist, was macht man nur mit diesem lästigen internet"
Na, was?
Ein bisschen Kleingeld für + Kommentare zb. "Janosch bacsi".

Bagolyvár
01
26.12.2011, 22:55
Wo sie sich irren:

János bácsi hat keinen Kommentar geschrieben, sondern einen Tatsachenbericht.

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