In Salzburgs FPÖ zeichnet sich totaler Bruch ab

6. Juni 2003, 15:28
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"Freie Demokraten" bestehend aus verärgerten und geschassten FPÖ-Politikern wollen bei nächster Wahl antreten

Salzburg - Im Land Salzburg steht der totale Bruch in der FPÖ bevor: Bei den Landtags- und Gemeindewahlen 2004 in etlichen Orten werden neben der FPÖ auch die "Freien Demokraten" antreten, die von verärgerten, zum Teil auch aus der Partei geworfenen Freiheitlichen aus der Taufe gehoben werden. In drei Salzburger Gemeinden sind schon alle FPÖ-Gemeindevertreter aus der Partei ausgetreten. Alleine im Flachgau stehe in jedem dritten Ort ein ähnlicher Schritt bevor, kündigte FPÖ-Landtagsabgeordneter Helmut Naderer an.

Laut Naderer würden die "Freien Demokraten" im März 2004 sicher bei der Landtagswahl antreten. Er werde nicht auf der Liste stehen, an der Erstellung würden in erster Linie der aus der Partei geworfene frühere Nationalratsabgeordnete Helmut Haigermoser sowie der ehemalige Landtagsabgeordnete Wolfgang Haider arbeiten. Haigermoser dementierte diese Aussage aber im APA-Gespräch, Haider war nicht erreichbar. In der Stadt Salzburg würden die "Freien Demokraten" den langjährigen Gemeinderat Günther Ebetshuber, der im Vorjahr aus der FPÖ ausgeschlossen wurde, als Spitzenkandidat ins Rennen schicken, so Naderer. "Der schafft sicher das Mandat, dafür braucht er nur 2.000 Stimmen."

"Massive Beeinträchtigung"

Es gebe so viele unzufriedene Freiheitliche, dass er damit rechne, dass eine Kandidatur der "Freien Demokraten" 2004 "eine massive Beeinträchtigung" des Wahlergebnisses für die FPÖ bringen werde. Naderer, der selbst mit der Landespartei im Clinch steht, hat den aus der FPÖ ausgetretenen "Freien Demokraten" angeboten, sie im Landtag zu unterstützen. Naderer wird freilich im kommenden Jahr nicht auf der FPÖ-Liste aufscheinen. Auch von der Bezirkspartei Flachgau, deren Obmann er ist, hätten die FPÖ-Flüchtlinge alle Unterstützung.

Sein Angebot, dass er auch die aus der FPÖ ausgetretenen Ortsgruppen weiter im Landtag unterstütze, dürfe aber keinesfalls als Unterstützung der "Freien Demokraten" verstanden werden. Es sei vielmehr der "Versuch, dass die Leute nicht weglaufen, sondern die Nähe zur FPÖ wiederfinden", stellte der Salzburger Landtagsabgeordnete und FPÖ-Bezirksobmann Helmut Naderer im APA-Gespräch klar. Er versuche, den Bruch zu verhindern.

Weiters dürfe aus der Tatsache, dass er sein Wissen über das geplante Antreten der "Freien Demokraten" bei den Landtags- und Gemeindewahlen 2004 in Salzburg weitergegeben habe, nicht der Schluss gezogen werden, dass er diese Kandidatur betreibe. Er sei kein Proponent der "Freien Demokraten". Bleckmann reagiert gelassen

Mit Gelassenheit reagierte heute, Freitag, Generalsekretärin Magda Bleckmann, die bei einem Pressegespräch in Salzburg mit dem Partei-Austritt aller FPÖ-Gemeindevertreter in Lamprechtshausen (Flachgau) am Mittwoch konfrontiert wurde. "Es ist auch gut so, wenn diese gehen." (APA)

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