Neue Krankheiten durch globale Erwärmung

9. Juni 2003, 12:00
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Australische Studie warnt vor den Folgen für die Inselstaaten Ozeaniens

Sydney/Rarotonga - Ein neuer Bericht des australischen Gesundheitsministeriums warnt vor Gesundheitsrisiken der Inselstaaten Ozeaniens: Globale Erwärmung bringt nämlich neue bisher unbekannte Krankheiten auf die bisher weitgehend davon verschont gebliebenen Kleinstaaten im Pazifik und auch in Australien selbst. Neben der Gefahr von zunehmenden tropischen Wirbelstürmen kommt nun ein neues Risiko hinzu, berichten die Cook-Islands-News in ihrer jüngsten Ausgabe.

Gefährliche Krankheiten wie etwa das Ross-River-Virus (RRV), eine von Stechmücken übertragene Viruserkrankung, treten ihren Zug durch immer mehr Inseln des Pazifik an. Die Erkrankung, die zur epidemischen Polyarthritis führt, war ursprünglich nur in Australien, auf Papua Neu-Guinea und den benachbarten Inseln beheimatet. Auch in Australien nimmt die Erkrankung trotz intensiver Programme in den letzten Jahren immer mehr zu. Durch die Übertragung durch Mückenstiche treten die Epidemien saisonal abhängig auf. Dabei spielen auch klimatische Faktoren eine Rolle: Witterungsbedingungen, die die Vermehrung von Mücken begünstigen, führen zu einer erhöhten Übertragungs- und Erkrankungsrate. 95 Prozent der Erkrankten leiden unter Gelenkschmerzen und -schwellungen, die in der Regel bis zu sechs Wochen andauern. In den 90-er Jahren konnten bereits auf einigen polynesischen Inseln RRV-Fälle festgestellt werden.

Asthma

Das australische Gesundheitsministerium, das den Bericht "Human Health and Climate Change in Oceania" erst in diesem Monat veröffentlicht hat, warnt auch vor einer Zunahme von Asthma-Erkrankungen: Allergie-produzierende Organismen wie Pflanzen, Schaben und Milben gedeihen im wärmeren Klima besser. Das würde zu einer Zunahme an Asthma-Fällen führen. Globale Erwärmung führt auch zu einer rasanten Zunahme von Wirbelsturm-Aktivitäten in den Breiten von zehn und 30 Grad nördlich und südlich des Äquators und zu extremen Temperaturanstiegen während der El-Nino-Perioden. Diese klimatischen Änderungen führen zum vermehrten Auftreten von Dengue-Fieber, Malaria, Gelbfieber und Diarrhoe. Dengue-Fieber, eine durch Stechmücken verbreitete Infektionskrankheit, hat 1998 in Fidschi 25.000 Menschen betroffen. Zurzeit grassiert das Dengue-Fieber auf der französischen Insel Neukaledonien.

Die Erwärmung hat auch Auswirkungen auf die schützenden Korallenriffe, die die meisten der Inseln vor der tosenden Brandung des Pazifik schützen: Innerhalb der vergangenen 15 Jahren sind viele der Korallenriffe durch massive Korallenbleiche zerstört worden. Nach Schätzungen von Experten kosten die Schäden der Fischerei-Industrie und dem Fremdenverkehr 2050 mehr als 14 Mio. Dollar. Für niedrige Koralleninseln wie etwa die Cook Inseln hat die Weltbank eine Schadensanalyse aufgestellt: Jährlich werden Klimaschäden die Volkswirtschaft mit 12 Mio. Dollar belasten. Das ist angesichts der Infrastruktur des kleinen Inselstaates ein gewaltiger Betrag. Experten fürchten sogar, dass diese Kosten noch explodieren könnten, denn die Analysten gehen von einem Szenario aus, das keine größeren Schäden durch Orkane beinhaltet. (pte)

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