Hypo-Alpe-Adria Bank: Keine Altlasten mehr in Kroatien

6. Juni 2003, 13:21
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Problemfall Folijaplast nach stillem Ausgleich in Aluflexpack umbenannt

Wien/Zadar - "Die Kreditausfälle in Kroatien bewegen sich bei uns nun im Bereich von 0,0 Prozent", sagte der Vorstandsdirektor der Kärntner Hypo-Alpe-Adria Bank (HAAB), Günter Striedinger, bei einer Veranstaltung vor österreichischen Journalisten in Kroatien. Mit dem zuvor größten Problemkind der kroatischen Hypo-Tochter, dem Verpackungsunternehmen Folijaplast, habe man auf eigenes Risiko "den ersten stillen Ausgleich in Kroatien" gemacht. "Kurzzeitig waren 60 Mio. Euro Verbindlichkeiten auf unseren Büchern", sagte Striedinger.

Das kroatische Verpackungsunternehmen wurde danach in Aluflexpack umbenannt und neben dem Standort Zadar um ein zweites Werk in Umag erweitert. Der Anteil der Hypo ist nach Anteilsverkäufen an Kunden auf unter 50 Prozent gefallen. Bis Ende Juni will sich die Hypo auch von den restlichen Anteilen trennen.

Die ehemalige Folijaplast bereitete der Bank vor Jahren große Schwierigkeiten. Nachdem eine Reihe von Kunden insolvent geworden waren, stand das Unternehmen laut Medienberichten angeblich vor der Zahlungsunfähigkeit.

"Wir vergeben nur hypothekarisch besicherte Kredite", sagte Striedinger. So könne man im Falle eines Kreditausfalles immer noch auf die Besicherung zurückgreifen.

Der Aufbau des kroatischen Grundbuches entspricht laut HAAB weitgehend dem österreichischen, derzeit werde es noch handschriftlich geführt. Ausländische Investoren schreckten bisher vor Investitionen auf Grund der hinlänglich bekannten Rechtsunsicherheit und einer schleppenden Verwaltungspraxis zurück. Auf den Immobilienmärkten liege der Hauptgrund für das Zögern in den unklaren Eigentumsverhältnissen und einem ineffizienten Grundbuchsystem.

In Kroatien stünden noch 183 Unternehmen zur Privatisierung, die sich mehrheitlich im Staatsbesitz befänden, 1.000 Betriebe mit staatlicher Minderheitsbeteiligung, 10 große Küstenareale und 1.400 Einzelobjekte im Bereich Industrie und Tourismus.(APA)

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