Höhere Gebühren "zweckmäßiger" als mehr Werbezeit

6. Juni 2003, 14:07
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RTR-Geschäftsführer Grinschgl wünscht sich "Transparenz" im Umgang mit erhöhten ORF-Gebühren

Eine Erhöhung der ORF-Gebühren kann sich auch auf den Gesamtmarkt für elektronische Medien in Österreich auswirken. Darauf wies Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH (RTR), am Freitag in einer Aussendung hin. Dies gelte vor allem, wenn Gelder für Maßnahmen eingesetzt werden, die "Konsequenzen für die privaten Mitbewerber im elektronischen Rundfunk und für den Medienstandort Österreich nach sich ziehen", sagte er am Freitag in einer Aussendung.

"Transparenz geboten"

Der ORF habe etwa angekündigt, auch den Gebührenertrag zum Teil in die anstehende TV-Digitalisierung zu investieren. Für Grinschgl ist dies begrüßenswert; da demnächst ein Digitalisierungsfonds eingerichtet wird, sei aber "in diesem Bereich Transparenz geboten".

Aus "Sicht des Gesamtmarktes" wäre eine Erhöhung aber grundsätzlich "weit zweckmäßiger" als eine Ausweitung der Werbemöglichkeiten für den ORF, hielt Grinschgl fest. Letzteres wäre eine "schlechte Option, da dies alle Zielsetzungen der aktuellen Medienpolitik in der Etablierung eines dualen Rundfunkmarktes konterkarieren würde". Der ORF-Stiftungsrat befasst sich in seiner Sitzung am 12. Juni mit dem Antrag auf Gebührenerhöhung.

Den österreichischen Film stärken

Bei einer allfälligen Erhöhung sei der ORF auch "eingeladen, seine Anstrengungen für den österreichischen Film und die Stärkung der heimischen Produktionswirtschaft merkbar zu erhöhen". Die RTR verwaltet künftig den ab 2004 eingerichteten Fernsehfilmförderungsfonds, der mit 7,5 Millionen Euro dotiert ist. "Eine Anhebung der ORF-Aufwendungen im Rahmen des so genannten Film/Fernsehabkommens um ebenfalls 7,5 Millionen Euro pro Jahr würde den medienpolitischen Zielsetzungen dieses Fernsehfilmförderungsfonds entsprechen", meinte Grinschgl.

VP-Seniorenbund gegen Gebührenerhöhung

Strikt gegen eine Erhöhung der Programmentgelte ist der VP-Seniorenbund: Im Rahmen seiner aktuellen Bundesvorstandssitzung wurde festgehalten, dass man diesen Schritt "vehement ablehne", so Bundesobmann Stefan Knafl in einer Aussendung. (APA)

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