Rückschläge für Ungarns Premier

Orbán-Bremsen aktiviert

Kommentar | Josef Kirchengast , 20. Dezember 2011, 19:20

Einspruch des ungarischen Verfassungsgerichts gegen Teile des Mediengesetzes

Der Einspruch des ungarischen Verfassungsgerichts gegen Teile des Mediengesetzes ist der jüngste einer Reihe von Rückschlägen für Premierminister Viktor Orbán. Mit seinem Canossagang zum Internationalen Währungsfonds musste Orbán kleinlaut eingestehen, dass die von ihm ausgerufene finanzpolitische Unabhängigkeit ein Trugbild ist.

Dann musste die Regierungspartei Fidesz angesichts massiver nationaler und internationaler Proteste von dem als Intendant des Budapester "Neuen Theaters" vorgesehenen Rechtsextremisten István Csurka abrücken. Zwei Chefs der von der Regierung installierten zentralen Nachrichtenredaktionen, einer ebenfalls mit rechtsextremem Hintergrund, wurden wegen Manipulation eines TV-Beitrags entlassen.

Bei Fidesz murren dutzende Bürgermeister wegen des Sparkurses, der ihre Gemeinden hart trifft. Und schließlich hob das Verfassungsgericht parallel zum Mediengesetz-Urteil das ebenfalls heftig umstrittene Kirchengesetz auf, das die Zahl der anerkannten Religionsgemeinschaften drastisch reduziert hätte.

Es gibt also auch so etwas wie Orbán-Bremsen in Ungarn. Jene in der Verfassung verliert mit dem Inkrafttreten des neuen Grundgesetzes am 1. Jänner zwar stark an Wirksamkeit. Aber andere hat der Premier mit dem Tempo seines machtpolitischen Durchmarsches selbst aktiviert. (DER STANDARD; Printausgabe, 21.12.2011)

Flex Wex
00
13.2.2012, 03:30

Also ich kapier das nicht mehr, jetzt wird uns tagtäglich in den Medien "nahe gelegt", dass der Fidesz überall seine Leute installiert, ja eine Diktatur aufbaut - und dann so was: das Verfassungsgericht erlaubt sich, das Mediengesetz zu kritisieren - Skandal...! Kommt mir irgendwie demokratisch vor und nicht autokratisch...;-) Also, was gilt nun? Die Antwort des Standard: "Orban-Bremse"... Ach, was sind diese Standard-Journalisten doch für befangene Schreiberlinge...

hotzenplotz1001
00
21.12.2011, 15:54
Und was bedeutet das für die Zukunft Ungarns?

Für den Text gab es offenbar leicht verdientes Kommentator-Geld.

omar chamra
13
21.12.2011, 09:15
Das kann sich schon bald ändern, denn die haben

die 2/3 Mehrheit im Parlament und können auch Gesetze durchpeitschen, die vom Verfassungsgerichtshof abgelehnt wurden.
Schon hat die zentrale Zensur- (Medien)Behörde dem linksliberalen Klubrádio die Frequenz entzogen. So bringt man nichterwünschte Kritik zum Schweigen. Und das noch bevor es Massendemonstrationen gegen diese unfähige Regierung gibt. Mit diesem Beschluss des Verfassungsgerichts wird nur Sand in die Augen gestreut. Die Autokratie wird errichtet und nur wenige haben den Mut sich dagegen auszusprechen.
Viele junge gut ausgebildete Ungarn verlassen das Land, denn es zählt in Ungarn nicht was Du kannst sondern wen du kennst.

Flex Wex
00
13.2.2012, 03:32

dem Prinzip "die richtigen Leute kennen" sind "einige" Leute unter Gyurcsany strengstens gefolgt, oder was ist Ihre Interpretation von Korruption?

Observer 20
10
21.12.2011, 18:07
der Geist dieser Regierungspartei ist ganz offensichtlich

n i c h t EU-fähig.

byron sully
01
21.12.2011, 15:10

das ist eben das problem. die können mir ihrer 2/3-mehrheit die gesamte vefassung kippen. eine große gefahr.

kurt haenel
 
01
21.12.2011, 01:32

super. Das beruhigt einigermaßen

red dog
02
21.12.2011, 00:24
Sanktionen müssen her!

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