Keine Verkehrsverbesserung

Kritische Stellungnahme Wiens zu Asfinag-Lösung für Lobau-Autobahn

Andrea Heigl, 20. Dezember 2011, 19:27
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    foto: reuters/heinz-peter bader

    Mit dem sogenannten Außen-Szenario, für das sich die Asfinag entschieden hat, würde "eine geordnete, ressourcensparende und ökologisch vertretbare Stadtentwicklung nicht erreicht", so die Wiener Magistratsbeamten.

"Größte potenzielle Umweltbelastung": Stadtplaner kritisierten aktuell favorisierte Variante schon 2003

Wien - Die Stadtplaner von der MA 18 waren alles andere als begeistert. Jene Variante der Lobau-Autobahn, bei der die Donau auf Höhe des Ölhafens gequert wird und die in weiterer Folge durch den Nationalpark führt, kam 2003 bei der Strategischen Umweltprüfung Entwicklungsraum Nordosten Wiens ("SUPer NOW") gar nicht gut weg.

Mit dem sogenannten Außen-Szenario würde "eine geordnete, ressourcensparende und ökologisch vertretbare Stadtentwicklung nicht erreicht". Eine Verbesserung der Verkehrsentwicklung sei nicht abzusehen; Standorte an der Stadtgrenze und im Speckgürtel würden zwar gefördert, diese seien aber öffentlich nur schwer erreichbar, was zu mehr Autoverkehr führen werde. "Größte potenzielle Umweltbelastung in diesem Szenario; Trasse zerschneidet die Marchfeldlandschaft", stellten die Magistratsbeamten weiter fest.

Sehr kritische Stellungnahme erwartet

Ausgerechnet dieses Außen-Szenario hat die Asfinag nun für die Lobau-Autobahn vorgesehen. Derzeit läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), im Zuge derer die Stadt eine Stellungnahme abgegeben hat. Diese ist der Öffentlichkeit noch nicht zugänglich; Standard-Informationen zufolge dürfte sie aber sehr kritisch ausfallen, orientiert sie sich doch an besagter Umweltprüfung aus dem Jahr 2003.

Auch koalitionsintern ist das Thema wild umstritten. Während die Grünen fordern, dass die UVP "zurück an den Start" geht, ist der Bau der Autobahn für die SP "alternativenlos". Bürgermeister Michael Häupl (SP) besteht außerdem auf den Bau eines Tunnels.

Pröll: "Schlamassel" für Wien

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (VP), bei dem auch der Verkehr ressortiert, sagte kürzlich im Standard-Interview, ihm habe die Asfinag bedeutet, dass die Lobau-Autobahn zu teuer sei, "weil sich die Grünen weigern, eine Brückenlösung herbeizuführen". Wenn bei der Lobauquerung nichts weitergehe, werde "halb Wien von diesem Schlamassel beeinträchtigt sein". Niederösterreich habe seinen Teil des Rings um Wien mit der Donaubrücke Traismauer bereits erledigt und zudem mehr Park-&-Ride-Anlagen errichtet als alle Bundesländer zusammen.

Die Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) hatte die niederösterreichische Verkehrspolitik als "à la longue katastrophal" bezeichnet, weil das Land zu wenig in Öffis investiere. Das verwundere ihn, sagte Pröll dem Standard, von einem gemeinsamen Gespräch habe er einen "sehr guten und sachbezogenen Eindruck" von Vassilakou. In Sachen Nahverkehr könnten Wien und Niederösterreich "ohne weiteres noch enger kooperieren". (Andrea Heigl, DER STANDARD, Printausgabe, 21.12.2011)

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Gerhard Polak
00
15.1.2012, 13:01
Wenn die Verbindung schon so ausserordentlich wichtig sein soll

wieso baut man nicht parallel zur A23 Brücke mit Zubringer von A4 Schwechat oder A4 Simmering Richtung Albern über die Donau.

Da gibt es auch schon den Autobussteg, die U2-Brücke, eine Bahnbrücke, eine Gas/Wärme Brücke und das Theater hat ein Ende.

Wenn es unter der Donau in die Lobau geht kann ich mir vorstellen, dass die nach Bombenangriffen im zweiten Weltkrieg in dem Gebiet entstandenen unterirdischen Öllinsen (ähnlich denen bei Korneuburg), die Ölsperren für das Grundwasser (Dritte Wiener Wasserleitung) um die Leopoldau auch saniert (Öllinsen) bzw. verbessert (Ölsperren zum Grundwasser) werden müssen. Für die Gesamtkosten kann ich jedem Pendler eine lebenslange Netzkarte für Ostregion schenken und habe wesentlich weniger Kosten

Kamptner
03
26.12.2011, 00:03
Schuldenbremse auf der Autobahn

Österreich hat bereits jetzt eines der dichtesten Autobahnnetze in der EU, unsere Autobahnen sind erstklassig ausgebaut. Wenn nun in Folge der Schuldenbremse in allen Bereichen, z.B. bei der Bildung, Gesundheit oder im Sozialbereich gespart werden soll, dann muss dies auch für den Autobahnbau gelten. Immerhin hat die Asfinag bereits jetzt 12 Milliarden Euro Schulden.
s. http://gruene.blog2.at/2011/12/1... denbremse/

quantity quality
 
00
24.12.2011, 16:11
was bringt traismauer

damit die brücke bei traismauer "als ring um wien" etwas bringt, muß aber erstmal die stadtgrenze von wien so ungefähr bis tulln nach nordwesten gewachsen sein...

krems und st. pölten wurden nicht entlang der direktverbindung (L100) durch eine autobahn verbunden, sondern im traisental, weil dort platz war. damit war ein umweg über traismauer in form eines komischen knicks drin nötig. an dieser stelle wurde eine brücke gebaut, und keiner weiß, warum. ich werde den eindruck nicht los, daß der wahre grund war: damit ein gewisser dienstwagen für die tägliche strecke st.pölten-radlbrunn 14 minuten weniger braucht.

eine wirkliche "nordwest-tangente" wäre z.b. die fehlende hochrangige verbindung zwischen knoten steinhäusl und tulln. (a21-s3)

Flugmanagment
00
25.12.2011, 00:29

"eine wirkliche "nordwest-tangente" wäre z.b. die fehlende hochrangige verbindung zwischen knoten steinhäusl und tulln. (a21-s3)"

NEIN

Jemand der vom Süden kommt und nach Norden möchte fährt nicht über die A21 sondern über S1, A23, A4 und schliesslich A22

Jemand der vom Westen kommt nutzt A1 und S33 S5 A22 A5 und ähnliches

Abgesehen vom Nutzen wie wollen sie eine hochwertige Verbindung bauen, Tunnel durch den Riederberg wird wohl die einzige Alternative sein.

Bodypainter
10
22.12.2011, 12:38
merke: die arme marchfeldlandschaft darf nicht zerschnitten werden - die ähnlich aussehende felder-zone "rothneusiedl" darf hingegen zubetoniert werden ohne wenn und aber. dreht man sich bei der stadt wien echt alles so, wie man es will???

Andy Vanek
02
22.12.2011, 11:21
"ohne weiteres noch enger kooperieren".....

...ist aber nett ausgedrückt.

Überhaupt endlich einmal kooperieren, würde die Sache wohl besser treffen.

Dramaqueen
52
21.12.2011, 20:02
Zwischen Hainburg und der A23 gibt es keine Brücke

also muss eine her, Schwechat, Fischamend oder sogar bei Bruck. NÖ ist hier wirklich zerschnitten vom Fluss und alle die in das nördliche NÖ wollen müssen nach Wien.

Para Dox
12
21.12.2011, 21:45
Geh,

es gibt genügend Stellen in Österreich mit einer genauso geringen Brückendichte.

Wie viele Leute wollen täglich vom nahe an der Donau gelegenen südlichen NÖ ins nahe an der Donau gelegene nördliche NÖ. Alle, die weiter weg wohnen nutzen so oder so die vorhandene Autobahn. Die meisten müssen sowieso in oder um Wien irgendwo hin. Man kann wohl nicht zwischen allen Dörfern eine Donauquerung bauen.

Zukunftsoptimist1
00
21.12.2011, 14:17
Wer nicht ein Gedächtnis wie ein Nudelsieb hat,

kennt die Motive des BM Häupl, die Lobautrasse zu wollen, so unsinnig sie auch sind. Das war ein Hüftschuss und er ging daneben.
Ich glaube, man wird einfach seinen Abschied aus der Wiener Politik aussitzen müssen, dann wäre es Zeit, die Karten für die endgültige Trasse neu bzu mischen. Je weiter östlich, desto zukunftssichererer (und damit sparsamer).

01052004
11
21.12.2011, 14:38
je weiter östlich, desto zukunftsicherer:

bratislava??? (anders gesagt: laden wir doch die wiener verkehrsprobleme den anderen auf, niederösterreich zum beispiel oder gleich den slovaken. da bleibt "unsere" au unberührt; denen ihr grünzeugs ist uns wiener doch sowas von egal)

Ha Tse-tung
110
21.12.2011, 16:43
Bauen wir halt gar keine Autobahn,

dann hat niemand einen Nachteil.

Para Dox
13
21.12.2011, 14:52

Äh, wenn nicht täglich 100.000 (oder waren es 200.000?) PKWs aus NÖ nach Wien kommen würden, hätten wir in Wien keine Verkehrsprobleme.

Bodypainter
00
27.12.2011, 08:12
Bauen wir diese autobahn also für die armen niederösterreichischen pendler???

robert rittersmann
23
21.12.2011, 16:48

eher die 200.000 und wir müssen endlich beginnen, die Verkehr durch Verbote einzuschränken, anders wird das Problem nicht zu lösen sein.

radi
00
29.12.2011, 00:22
Ok ...

... also raus mit BL, GF, KO, KR, MI, NK, PL, SW,TU, WB, WN, und WU, weil die fahrn eh immer a so an ...aas zsam. Bei der Gelegenheit sollt ma vielleicht a für alle EU, E, MA, ND, OP und OW, den Pannenstrifen auf der A4 östlich von der Schrägseilbrücke zum "Pflichtparkandride" umwidmen.

Ceterum Censeo2
110
21.12.2011, 13:00
Traismauer

Ich bin nicht gegen eine vernünftlige Lösung bei der Querung der Lobau, muss aber festhalten, dass die Donaubrücke in Traismauer nicht Teil des "Rings um Wien" ist, sondern vor allem dazu dient, dass der Herr LH die Fahrzeit zwischen seinem Amtssitz und seinem Wohnsitz pro Fahrt um ca. 15 Minuten verkürzen kann.

OttotheBusdriver
147
21.12.2011, 12:06
Brücke statt Tunnel!

Ist viel billiger so, jetzt müssen wir sparen!
Und fangts endlich an zu bauen.

Dramaqueen
32
21.12.2011, 19:57
Im Prater funktioniert das auch, A23.

Wenig bis gar keine Lärmbelastung.

BraS
 
02
22.12.2011, 10:58

sie beurteilen das scheinbar von der A23 aus.
In der Hauptallee kann von keiner Lärmbelastung keine Rede sein.

Dr. Nick Rivieras
03
22.12.2011, 09:38
Keine Beeinträchtigung?

Ein Wall, der eine Schneise durch ein Natur- und Naherholungsgebiet zieht und Mensch und Tier mit dem Lärm und den Abgasen von 150.000 Fahrzeugen täglich beglückt.

Para Dox
02
21.12.2011, 21:48
Der Prater ist Nationalpark?

Außerdem wurde die Praterbrücke zu einer Zeit gebaut, als man noch bedenkenlos jedes Gift auf den Feldern versprühte. Die Zeiten haben sich geändert.

Eine Brücke kommt mit Garantie nicht über die Lobau.

Aristarch
113
21.12.2011, 13:21
Eine quasi Autobahn auf einer Brücke durch einen Nationalpark kann ja nur als Scherz gemeint sein.

Wenn man sich den Tunnel nicht leisten kann/will, dann wird eben gar nichts gebaut!

BraS
 
13
22.12.2011, 10:59

selbst ein Tunnel durch einen Nationalpark ist ein Scherz.
Nur weil man den Tunnel nicht sieht, heißt das nicht, dass der das Ökosystem nicht beeinträchtigt.

. g.bac
11
22.12.2011, 12:28

wären die grünen wenigstens konsequent genug, würden sie fordern, dass man wien schleift, damit die au wieder ihre ruhe hat.

aber auf die grünen ist ja kein verlass... jetzt müssen wir uns weiter mit der zivilisation herumschlagen.

bloody-nine
 
412
21.12.2011, 12:52
bau absagen

wir müssen sparen

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