NATO zu Untersuchung zum Tod von Zivilisten bereit

21. Dezember 2011, 08:23

Moskau fordert Aufklärung nach Medienbericht

Brüssel/New York - Die NATO ist zu einer Untersuchung zum Tod von Zivilisten durch den Militäreinsatz in Libyen bereit, sollte die neue libysche Regierung dies wünschen. Das Militärbündnis reagierte damit am Dienstag auf Medienberichte und eine Forderung Russlands, das am Donnerstag den UN-Sicherheitsrat damit befassen will. Einem Bericht der "New York Times" zufolge könnten bei den Angriffen über 70 Zivilisten ums Leben gekommen sein.

Die NATO nehme Hinweise auf zivile Opfer "sehr ernst", sagte NATO-Sprecherin Oana Lungescu in Brüssel. Bei den Angriffen seien alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, um das Risiko für Zivilisten zu minimieren. Die NATO sei willens, "eng mit den libyschen Behörden bei der Überprüfung bestimmter Fälle zusammenzuarbeiten", sagte Lungescu. "Aber bisher gibt es keine Anfrage von ihnen."

Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin hatte am Montag angekündigt, das Thema am Donnerstag im UN-Sicherheitsrat anzusprechen. Der "New York Times" zufolge sollen durch die Luftangriffe bei dem internationalen Einsatz mindestens 40, möglicherweise sogar mehr als 70 Zivilisten getötet worden sein.

"Wir hoffen, dass die NATO sich dieses ganzen Problems annimmt und die Sache untersuchen wird", sagte Tschurkin. Es sei "reine Propaganda", wenn das Militärbündnis behaupte, dass es keine zivilen Opfer bei dem Einsatz gegeben habe. Dies sei nicht nur "völlig unglaubwürdig", sondern auch "nicht wahr". Den Opfern gegenüber sei es "grausam und zynisch", zu behaupten, dass nichts passiert sei, sagte der UN-Botschafter weiter.

Die NATO hatte erklärt, dass sie jegliche zivile Opfer bedaure, dazu jedoch keine Zahlen vorliegen habe. Die NATO-Verbündeten betonen zudem, sich bei dem monatelangen Einsatz an die Vorgaben der UN-Resolution gehalten zu haben, was UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in der vergangenen Woche bestätigte.

Russland, China, Brasilien, Indien und Deutschland hatten sich bei der Abstimmung über den Einsatz zum Schutz der libyschen Zivilbevölkerung enthalten und anschließend immer wieder kritisiert, dass die NATO ihre Befugnisse überschritten habe, um den damaligen libyschen Machthaber Muammar el Gaddafi zu Fall zu bringen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 48
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Bibabutzemann
22
23.12.2011, 00:43

Wenn man Tschetschenien mit Libyen vergleicht, kann sich schon über die russische Forderung wundern.

bademeister
00
26.12.2011, 02:23

wenn man libyen mit tschetschenien vergleicht, kann man sich über das permanente "mit dem finger richtung moskau zeigen" der nato-unterwerfungsmaschinerie (deren kriege NATÜRLICH nur demokratie und freiheit dienen - schließlich sagen das ja unsere "unabhängigen" medien) nur wundern...

helenegm
04
22.12.2011, 17:24

Bei solchen Vorkommnissen muss man sich fragen, warum bei Bruder-Diktator Gaddafi nicht auch ähnliches zu beobachten war. Der war wohl doch nicht soooo geliebt, wie manche das vormachen wollen.

http://www.orf.at/stories/2... 5/2096140/

sainty1
00
22.12.2011, 09:02
hmm wieviele Menschen wurden

bei der "Befreiung" der Menschen aus diesem Theater durch Narkosegas getötet und die Russen haben sich mit Händen und Füßen gewehrt??

Dagmar Rehak Wien
 
55
21.12.2011, 13:37

Ich glaube auch, dass es mehr als 70 waren.

sainty1
01
22.12.2011, 09:03
gut dass "Glaube" im Militär keinen hohen Stellenwert hat

(bei westlichen Armeen)

Peace 4 Libya
43
22.12.2011, 10:14

Der Glaube hat im Westen keinen hohen Stellenwert?

Dieser Irrtum könnte wohl nicht größer sein als da wären:
Der Glaube an die technische Machbarkeit von allem und jedem, der Glaube, dass die Form der westlichen Lebensführung auf die ganze Welt ausgedehnt werden muss,.... viele mehr Glaubenssätze, "gekrönt" vom Glauben an "Präzisionsbomben", gerechten Krieg und der Spitze der "Krönung" - dem humanitären Krieg.

So sehr der Gottesglaube Abscheu erweckt, die westlichen Glaubensinhalte sind um nichts weniger schrecklich, ja eher noch mehr geeignet Angst, Schrecken und Vernichtung zu verbreiten.

Bibabutzemann
12
23.12.2011, 00:39

Wieso wandern Sie eigentlich nicht aus, wenn Ihnen die westliche Lebensart so zuwider ist.

Theo54
53
21.12.2011, 13:31
"NATO zu Untersuchung zum Tod von Zivilisten bereit" --> wäre das nicht eine Selbstverständlichkeit ???

Mex Paua
64
21.12.2011, 12:27
Post-Gaddafi Nightmare: Libya rebels unleash revenge

"Russia is demanding a probe into civilian casualties in Libya caused by NATO bombings. That's the reaction to a report by human rights groups which claims dozens were killed in airstrikes - despite the alliance saying its operation was almost flawless. While the conflict is over and the man who stood in the way of western-style democracy dead, atrocities against his loyalists continue" .... http://www.youtube.com/watch?v=DmMr3pGBPUg

ezeani
57
21.12.2011, 07:30

"Moskau fordert Aufklärung nach Medienbericht"

Moskau sollte auch Aufklärung über die genauen Vorgänge beim Einmarsch in Georgien fordern. Oder Aufklärung über die Unterdrückung von Oppositionellen in Weissrussland fordern, dessen Diktator sich nur mit Unterstützung Russlands an der Macht halten kann. Es gäbe viel zu fordern, wenn der Tag lang ist ...

dr.no3
00
21.12.2011, 11:24
always remember the 08.08.2008

Elettra
76
20.12.2011, 22:00
Nato könnte wirklich etwas tun

Europa könnte jedem Libyer ein mit dem beschlagnahmten Vermögen von Gadaffi gefülltes PAYPAL Konto schenken.

Wäre doch nur Fair... oder?

WiKaBot
21
21.12.2011, 11:35
Ich denke man wird das Geld besser gut beiseite legen …

… wenn es überhaupt wieder umfänglich auftaucht … und dann schrittweise als Entwicklungshilfe ins Land zurückfließen lassen. Kann ja nicht angehen dass die Libyer einen höheren Lebensstandard haben als die Rest-Afrikaner oder in dem Umfang wie sie ihn vor der Befreiung hatten. Sowas würde doch nicht unserem Weltbild entsprechen … (°!°)

Wir könnten dann aber die spärlich rückfließenden Almosen in einen neuen Kontext setzen, beispielsweise als Aufbauhilfe für die neuen Gottesstaaten … aber versickern wird von der Asche schon genug, keine Sorge …

http://qpress.de/2011/10/2... nd-libyen/

Dagmar Rehak Wien
 
41
21.12.2011, 13:38

Jetzt müssen erst einmal die Kriegskosten beglichen werden...

supermike
43
21.12.2011, 09:46
Die Idee mit PayPal ist doof

Aber die Gaddafi Gelder an das Volk verteilen wäre nicht blöd.
Denn sonst versickert das Geld in der neuen Regierung, im Militär, in der Polizei usw.
Schließlich müssen die Islamisten jetzt viel viel Geld aufbringen um einen Polizei und Militärstaat aufzubauen damit die Libyen wieder stabilisieren und unter ihre Kontrolle bringen können. Da wird das Volk nicht viel Geld abbekommen so wie unter Gaddafis Sozialstaatswahnsinn (der sogar staatsschuldenfrei funktionierte).

Christine Nardin
44
21.12.2011, 10:15

"jetzt viel viel Geld aufbringen um einen Polizei und Militärstaat aufzubauen"

Was genau war Libyen unter Gaddafi? Richtig: eine auf Polizie-, Geheimdienst und Militär aufgebaute Diktatur.

supermike
27
21.12.2011, 15:30
Nicht ganz

Die hatten sogar recht geringe Militärausgaben. Altes russisches Material aber dafür jede Menge Angestellte Berufssoldaten die nix arbeiten mussten.
Sozialismus pur halt.
Die meisten Staatsausgaben gingen unter Gaddafi ins Sozialsystem. Es wurde gebaut, jeder bekam Geld für nixtun, Strom etc...
Leider wurde das nie veröffentlicht aber wer glaubt den Leuten ging es schlecht unter Gaddafi hat sich getäuscht. Sonst wären nicht auch noch 1,5 Mio Gastarbeiter nach Libyen gekommen.

helenegm
02
21.12.2011, 16:33

"jeder bekam Geld für nixtun"

Juheeeey ! Ein Paradies auf Erden. Warum nur ist das bei uns nicht auch so.

Noitulover
20
21.12.2011, 20:39

Ja bei uns werden die Arbeitslosen ja bekanntlich vergast und die Obdachlosen werden zur Seife verarbeitet...

Auch bei uns kann man Geld für "Nichtstun" bekommen. Nur in Libyen bekam man eben mehr Geld für noch weniger Tun. Wären bei uns mehr Sozialisten an der Macht würde man auch mehr bekommen. Soll aber nicht heißen, dass dadurch alles super wäre. Staaten die hoch Verschuldet sind können sich keine großartigen soziale Programme leisten...

jolo -
12
21.12.2011, 21:10

Ganz ehrlich gesagt: ich halte es für eine gefährliche Drohung gegen das gesamte Gesellschaftssystem, würde eine Regierung anfangen, "Geld für's nixtun" auszuschütten. Welchen Sinn würde es machen, Menschen zu belohnen, dafür, dass sie sich nicht beruflich betätigen ?

supermike
13
22.12.2011, 09:49
In Libyen wurde das von Gaddafi eiskalt durchgezogen

Er hat sogar jedem eine kostenlose Wohnung und Familien ein kostenloses Haus versprochen noch bevor seine Eltern ein Haus bekommen. Das Versprechen hat er gehalten.
Nicht umsonst mussten 1,5 Mio Gastarbeiter ins Land geholt werden !!!

Die Libyer werden jetzt aufwachen und draufkommen, dass es früher eigentlich ziemlich Klasse war (bis auf die radikalen Islamisten die Gaddafi zusammen mit den USA verfolgt und getötet hat). Bin schon gespannt wie sich dort alles entwickelt.

helenegm
02
22.12.2011, 12:24

"Die Libyer werden jetzt aufwachen und draufkommen, dass es früher eigentlich ziemlich Klasse war"

Sie sehen aber schon, dass sie genau damit positiv argumentieren, was sie an den westlichen Gesellschaften gleichzeitig verteufeln: dass Menschen sich von System kaufen lassen, frei nach dem Motto "gehts mir in materieller Hinsicht gut, dann ist mir wurscht, wenn mir wesentliche Bürgerrechte genommen werden". Oder haben sie vergessen, dass Libyen eine Diktatur war ?

supermike
25
22.12.2011, 13:30
Und glauben Sie bezüglich Menschenrechte gehts den Libyern jetzt unter den radikalen Islamisten besser ?

In 4 Jahrzehnten haben die Bürger unter Gaddafi viele viele Rechte erlangt und waren das wohl konservativste islamistische Land Afrikas. Besonders die Frauenrechte waren vorbildlich.
All das ging durch den Terror der radikalen jetzt verloren - Libyen findet sich menschenrechtlich in der Steinzeit wieder.

Christine Nardin
13
21.12.2011, 07:32

PayPal ? Ein sauteurer, amerikanischer Bezahldienst - ist das ihr ernst ?

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