Gewalt in Kairo

"Die Soldaten waren wie die Tiere"

Astrid Frefel aus Kairo, 20. Dezember 2011, 18:32

Auch ihre schwarze Abaya hat sie nicht geschützt. Das Video mit den Szenen, in denen eine junge Frau minutenlang von einem Dutzend Soldaten geschlagen und getreten wird, hat in und außerhalb Ägyptens für Entsetzen gesorgt. Seit die Gewalt vor fünf Tagen im Zentrum von Kairo wieder aufgeflammt ist, sind sehr wenige Frauen unter den Demonstranten. Das ist immer ein Indikator dafür, wie gefährlich die Auseinandersetzungen eingestuft werden.

Nach Aussagen von Augenzeugen haben sich Soldaten die junge Frau gegriffen und sie an den Beinen hinter sich hergeschleift. Dabei wurden ihr die Kleider vom Leib gerissen, bis sie halb nackt war. "Die Soldaten haben geschlagen und geschlagen. Sie hatten kein Hirn, sie waren wie Tiere", schilderte ein junger Mann den Gewaltexzess gegen die Frau, deren Name er mit "Azza" angab.

In einem Notspital wurde sie versorgt, bevor sie in das El-Nadim-Zentrum für die Rehabilitierung von Gewaltopfern gebracht wurde. Ein Bekannter von ihr erklärte später, sie wolle nicht, dass ihre Identität bekannt werde. Es spiele keine Rolle, ob sie mit den Medien spreche oder nicht. Dass die Soldaten sie ausgezogen hätten, sollte jenen genug sagen, die immer noch an die Armee glaubten.

Schussverletzungen

Nach Informationen ägyptischer Medien hat die Staatsanwaltschaft festgestellt, dass 25 der insgesamt mehr als 700 Verletzten, die nach den Ausschreitungen der vergangenen Tage medizinisch behandelt worden waren, Schussverletzungen hatten. Ein Sprecher des Obersten Militärrates hatte am Montag bestritten, dass die Militärpolizisten - die er als "Helden" bezeichnete - mit scharfer Munition geschossen hätten. Auch am Dienstag gingen die Auseinandersetzungen weiter. Die Aktivisten sprachen von bisher mindestens 16 Toten. (Astrid Frefel aus Kairo, DER STANDARD-Printausgabe, 21.12.2011)

Der Waehlerwille
 
00
21.12.2011, 14:09
Interessant bei all diesen Aufnahmen ist dass fast jedesmal einer der Soldaten/Polizisten auch "so ein wenig" dazwischengeht.

Es gibt definitiv Abstufungen in der Gewaltbereitschaft von Militärs, sichtbare.

Manchmal geht auch einer energisch dazwischen und handelt sich auch selbst schonmal die schläge ein die einem demnonstranten gegolten haben.

wenn man gerade diese Leute doch nur in Armee/Polizei befördern würde statt der anderen.

aber die "Weicheier" bleiben eher in den unteren Rängen zurück.

N7
12
21.12.2011, 08:14
wer sich selber ein Bild davon machen will

aber vorsicht, das Video ist echt extrem heftig ...
http://www.spiegel.de/politik/a... 60,00.html

Ich hoffe, dass diese Verbrecher, welche sich als Militär bezeichnen, zur Verantwortung gezogen werden.

Mir war aber gestern, als ich dieses extrem brutale Video sah, nicht im klaren, dass es sich hier um eine Frauendemo handelt. Das erklährt den grenzenlosen Hass, den diese Männer gehabt haben, als sie die Frauen zu tode prügelten. Ich dachte mir, was haben die Frauen getan, dass die Männer da so auszucken? Unfassbar grausam.

klaus dona
00
21.12.2011, 14:04
nur gegen Frauen haben die grenzenlosen Hass?

was soll das? wer es wurden schon viele Frauen und Männer zu tode geprügelt. Jetz schreien Sie auf weil man ein BH sieht und weil das ausschliesslich eine Demo von Frauen war?

Moe Joe1
13
20.12.2011, 19:11
Sofortige Sondersitzung des Sicherheitsrates und Verfassen einer Resolution, die die Gewalt in Ägypten gegen die ZIVILbevölkerung verurteilt!

Und weiters eine Sondersitzung der Arabischen Liga und Entsendung von Beobachtern!!!
Was für Syrien gut ist, muss für Ägypten das Mindestmass sein!!!

klaus dona
00
21.12.2011, 14:02
Was für Agypten gut ist ist auch Syrien gut

Versteh schon, aber irgendwelche Verurteilugen, die gar nichts bringen, bringen gar nichts.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.