Webseite in Italien gegen Politiker, Journalisten und Staatsanwälten
Rom - Die italienische Neonazi-Webseite Stormfront,
italienischer Arm der Organisation um den Ex-Ku-Kluxs-Klan-Führer Don
Black, hat eine Schwarze Liste von Politikern, Staatsanwälten,
Geistlichen, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten
veröffentlicht, die sich um Migrationsfragen kümmern. Auf der Liste
befinden sich unter anderem mehrere Mitglieder der Regierung von
Premier Mario Monti, sowie einige Bischöfe, berichteten italienische
Medien. "Wir hassen sie noch mehr als die Ausländer selbst", ist auf
der Webseite zu lesen.
Die Webseite attackierte unter anderem die Caritas, die
Vatikanbank IOR und die katholische Bewegung "Comunione e
Liberazione". An der Verfassung der Schwarzen Liste beteiligten sich
mehrere Mitglieder des Stormfront-Forums.
Die Schwarze Liste sorgte für heftige Reaktionen in Italien. In
katholischen Kreisen warnte man vor zunehmendem ausländerfeindlichen
Hass im Land unter dem Druck der Krise. Vergangene Woche hatte ein
50-jähriger Italiener in Florenz auf senegalesische Straßenhändler
geschossen. Dabei tötete er zwei Afrikaner, weitere drei wurden
schwer verletzt. Der Täter nahm sich das Leben. (APA)