Salzburgerin ist im Heim-Slalom erneut nicht zu schlagen und schließt das Projekt 30 erfolgreich ab
Flachau - Marlies Schild hat am Dienstag auch den dritten Damen-Slalom der Saison im alpinen Ski-Weltcup für sich entschieden. Die 30-jährige Salzburgerin triumphierte am Dienstagabend in ihrem Heimrennen in Flachau 0,46 Sekunden vor der deutschen Vorjahressiegerin Maria Höfl-Riesch und 0,82 Sekunden vor der Slowenin Tina Maze.
Mit Kathrin Zettel als Vierte (+1,30 Sek.) und Michaela Kirchgasser als Sechste (+1,89) landeten zwei weitere Österreicherinnen im Spitzenfeld.
Für Schild ist es der 32. Weltcup-Sieg, der 30. im Slalom. Damit fehlen der Weltmeisterin nur noch vier Slalom-Siege auf den Rekord der Schweizerin Vreni Schneider (34).
"Natürlich war die Nervosität höher als sonst, weil das eigene
Publikum da ist und man trotzdem gewinnen will", gestand die
Lokalmatadorin, die am Vortag bei der Auslosung die Startnummer eins erhalten und diese im ersten Durchgang perfekt genutzt hatte. Vor
den Augen von Größen wie Annemarie Moser-Pröll, Petra Kronberger,
Roswitha Steiner-Stadlober, Bode Miller sowie Hermann Maier auf der
Piste und im zweiten Durchgang auch jenen ihres Lebensgefährten
Benjamin Raich im Zielraum brachte Schild den Pongau zum Beben.
Im zweiten Durchgang legte zwar Höfl-Resch trotz Knieverletzung ("Heute früh hätte ich das
nicht für möglich gehalten") mächtig vor. Aber Schild zeigte erneut nicht die kleinste Unsicherheit, kam
als Letzte mit den Spuren in der Piste blendend zurecht. Die viertbeste Zeit reichte letztlich gemütlich zum Jubiläums-Sieg. "Ich habe das viel
trainiert heuer, kein Problem also", erzählte sie lachend.
Schild geht nun als Weltcup-Zweite hinter Lindsey Vonn in
die kurze Weihnachtspause, ein Ende der Siegesserie im Torlauf ist nicht abzusehen. "Ich will die Schneider-Marke einmal
erreichen", gestand Schild. "Aber wenn ich am Start stehe,
beschäftigt mich das nicht. Auf Lienz freue ich mich sehr, dort
habe ich vor zwei Jahren meinen Comebacksieg gefeiert. Ich freue mich
sehr, dorthin zurückzukommen."
Das größte Lob für Schild kam von der Konkurrenz. "Für
mich ist Platz zwei wie ein Sieg", gestand Höfl-Riesch. "Marlies ist
eine Klasse für sich, sie kann überall gewinnen. Es gibt höchstens
Hänge, da kann man es ihr schwerer machen", sagte die
Weltcup-Gesamtsiegerin und warnte. "Lienz ist wieder so ein Hang, der
ihr total liegt. Es ist Wahnsinn, wie cool sie das heute
runtergebracht hat. Da kann man nur den Hut ziehen."
Zettel freute sich zwar über Platz vier, "aber es ist auch schade,
das Podium so knapp verpasst zu haben", gestand die
Niederösterreicherin. Lokalmatadorin Michaela Kirchgasser, deren
Vater Anton Betriebsleiter der Bergbahnen ist, stürmte dank
zweitbester Laufzeit noch auf Platz sechs und kam damit beim dritten
Flachau-Start erstmals ins Ziel. "Damit habe ich den Flachau-Fluch
abgelegt", freute sich die Filzmoserin.
Eine Talentprobe legte erneutThalmann ab. Die Kärntnerin landete
nach Platz neun in Courchevel auch in Salzburg ein Top-Ergebnis. "So stelle ich mir das vor", jubelte die 22-jährige
Drautalerin. (APA/red)