Neuer Präsident fordert jüdische Bevölkerung zu Rückkehr auf

Übergangspräsident Marzouki: Jüdische Bevölkerung hat gleiche Rechte

Der neue tunesische Präsident Moncef Marzouki hat der staatlichen tunesischen Nachrichtenagentur zufolge die ehemalige jüdische Bevölkerung zur Rückkehr nach Tunesien aufgefordert.

Während eines Treffens mit dem Rabbiner Haim Bittan sagte Marzouki, dass die jüdische Bevölkerung Tunesiens gleichwertige Staatsbürger seien und jene, die das Land verlassen haben, zurückkommen sollten. Vor zwei Wochen hatte der israelische Vize-Premier Silvan Shalom noch tunesische Jüdinnen und Juden angesprochen, nach dem Sieg der Islamisten nach Israel zu emigrieren.

Derzeit leben in Tunesien 1500 Juden, in den 1960er Jahren waren es noch 100.000. Die meisten verliesen das Land während des Sechstages-Kriegs im Jahr 1967 zwischen Israel und arabischen Ländern. Jene, die zurückblieben, wohnen heute großteils auf der Ferieninsel Djerba, an der Grenze zu Libyen.

Marzouki, der selbst als Menschenrechtsaktivist aktiv war, versuchte die letzten Jahre auf die Leiden der unterdrückten Minderheiten unter Diktator Ben Ali aufmerksam zu machen. Er wurde am 15. November von der islamistischen Ennhada-Partei und der Kongress-Partei zum Übergangspräsidenten bestimmt. (red/derStandard.at, 20.12.2011)

  • Übergangspräsident Mazouki (im Bild links) im Gespräch mit Amadi Jebali von der Ennhada-Partei.
    foto: ap/didri

    Übergangspräsident Mazouki (im Bild links) im Gespräch mit Amadi Jebali von der Ennhada-Partei.

Share if you care.