Pankreas-Leber-Zentrum

Überlebensrate bei Bauchspeicheldrüsenkrebs heben

20. Dezember 2011, 13:31

Krankenhaus der Elisabethinen: Chance auf Früherkennung größer, Operationen sicherer

Linz - Ein neues Pankreas-Leber-Zentrum im Linzer Krankenhaus der Elisabethinen soll die Überlebensrate bei Bauchspeicheldrüsenkrebs deutlich heben. In einer derartigen Einrichtung sei die Chance auf Früherkennung größer, zudem könne sicherer operiert werden, erklärten die Mediziner Reinhold Függer und Rainer Schöfl in einem Pressegespräch am Dienstag.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine Erkrankung mit einer der schlechtesten Prognosen und kann nur operabel geheilt werden. Die Statistik Austria hat von 2007 bis 2009 in Österreich 1.446 Neuerkrankungen registriert, 1.409 waren tödlich. Als Gründe für diesen hohen Wert führt das Krankenhaus unter anderem an, dass zum Diagnosezeitpunkt bei 80 Prozent der Patienten der Krebs bereits zu weit fortgeschritten ist und nur mehr 20 Prozent operiert werden können.

Frühe Metastasenbildung

Da es sich um einen anspruchsvollen Eingriff mit einer hohen Sterblichkeits- und Komplikationsrate handelt, wurden in den vergangenen Jahren Zentren gegründet, in denen Chirurgen und Internisten zusammenarbeiten. Die Elisabethinen in Linz haben nach eigenen Angaben von 2001 bis 2010 insgesamt 215 Operationen durchgeführt. Die Sterblichkeit sei bei 2,4 Prozent und damit unter jener von Darm-OPs mit einem Wert von etwa drei Prozent gelegen, so das Krankenhaus.

Das Spital verwies auf Daten aus den USA: Demnach wurden in nicht spezialisierten Kliniken 38 Prozent der Patienten mit einem Frühkarzinom des Pankreas als nicht operabel eingeschätzt, obwohl sie die Kriterien erfüllt hätten. "Die Chance auf Heilung ist in einem Zentrum wesentlich höher", erklärte Függer. Bauchspeicheldrüsenkrebs braucht durchschnittlich zwölf Jahre von der ersten mutierten Zelle bis zur Diagnose nach Beschwerden. Die Bildung von Metastasen beginnt aber bereits nach sieben bis acht Jahren. Die Strategie des Linzer Zentrums ist es, Patienten mit einem hohen Risiko zu überwachen, um Frühveränderungen zu erkennen und zu entfernen. "Wir können nicht warten, bis Symptome auftreten", betonte Schöfl. (APA)

Beate Kreuzberg
01
20.12.2011, 16:34
Und wer sind die

"Patienten mit einem hohen Risiko "?

Bonair
05
20.12.2011, 20:06
Risikofaktoren sind zwar bekannt...

...aber da Bauchspeicheldrüsendiagnostik weder einfach noch angenehm ist, kann man derzeit keine sinnvolle Früherkennung durchführen.

Risikofaktoren für Pankreaskrebs sind Verwandte mit der Erkrankung, Diabetes, Übergewicht, Rauchen, zucker- und fettreiche Ernährung und seltsamerweise offenbar auch Zahnfleischentzündungen.

Schützende Faktoren gibt es wenige. Man untersucht gerade das Diabetesmedikament Metformin auf krebsvorbeugende Eigenschaften. Die ersten Studien, u.a. mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, waren sensationell - bleibt zu hoffen, dass das sich auch in den größeren Studien bewahrheitet, denn Metformin ist eines der sichersten Medikamente in der Inneren Medizin und dazu spottbillig.

caracal
00
24.12.2011, 11:17

ich dachte, alkoholkonsum gehört auch zu den risikofaktoren?

Beate Kreuzberg
00
21.12.2011, 09:20
Danke!

Bis auf "Verwandte mit der Erkrankung" trifft auf mich glücklicherweise nichts zu...

krikri
00
21.12.2011, 00:57
frage an bonair

jährliche sonographie und blutbild reichen nicht bei einem risikopatienten oder auch bei einem nichtrisikopatienten?

Bonair
01
21.12.2011, 06:06
Beides leider viel zu ungenau

Es gibt leider keine Blutparameter, mit denen man nach einem Pankreastumor screenen könnte. Die Sono ist bei den meisten Leuten auch keine Möglichkeit, da das Pankreas relativ tief sitzt und in der Regel nur bei dünnen Menschen halbwegs einsehbar ist. Will man wirlich was sehen, müsste man eine Endosono machen, das heißt den Schallkopf im Rahmen einer Magenspiegelung in den Dünndarm einführen und von dort aus schallen. Wenn man dort den Verdacht hegt, kann man meist gleich eine Gewebeprobe entnehmen.

Altus
42
20.12.2011, 18:09
da gibt es jetzt mal keine Antwort

die sind bei den Elisabethen fürs Erste nur gierig auf Patienten, bis dann die Ambulanz überquillt und 7-8 Jahre Wartezeit als normal angesehen wird. Na das Krebserl braucht eh auch so lange bis es sich zu einem Krebs auswächst.
Angesichts der in Sparmaßnahmen ist eine erneute Spezialambulanz gerade das Richtige. Nu Vorsicht. Es wird dann wieder eingespart und abgebaut.

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