1.200 Beutestücke aus Bunkerwohnungen sichergestellt: Trio in Ottakring, Hernals und Döbling aktiv
Wien - Die Wiener Polizei hat eine Einbrecherbande verhaftet, die seit Jänner in Ottakring, Hernals und Döbling 21 Einbrüche begangen haben. Die sichergestellten 1.200 Beutestücke mussten mit einem großen Lkw aus den Bunkerwohnungen abtransportiert werden, gaben Ermittler und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt. Das Trio hatte unter anderem zwei Bratschen und 40 Sparbücher im Wert von einer Million Euro.
Die Bande dürfte seit Jänner aktiv gewesen sein. Am Tag kundschafteten sie die Tatorte aus, bei Dämmerung drangen sie in Häuser und Wohnungen ohne Alarmanlagen ein, indem sie über Fenster und Terrassentüren einstiegen. Während ein 35-jähriger Tatverdächtiger die Räumlichkeiten durchsuchte, standen dessen Cousine und ein weiterer Verdächtiger Schmiere. Verbunden waren die drei über Funkgeräte, die der Bande schlussendlich zum Verhängnis wurden. Ein Amateurfunker, ein Polizist, belauschte die drei bei ihrer Tätigkeit. Er konnte etwa mitverfolgen, wie sich der 35-Jährige bei seinen Aufpassern über den schweren Tresor beschwerte.
Festnahme im November
Mit der Hilfe von weiteren Anrainerbeobachtungen wurde der Wagen, mit dem die drei zu den Tatorten gefahren sind, ausfindig gemacht. Durch wochenlange Observationen wussten die Ermittler der Außenstelle West des Landeskriminalamtes Wien, dass die Bande zwei Bunkerwohnungen benutzten. In der Sandleitengasse in Ottakring wurde das Trio im November schließlich festgenommen. Sie hatten nach ihrem letzten Coup noch Wertgegenstände in ihren Hosentaschen und Socken versteckt.
In den Bunkerwohnungen und deren Kellern wurden laut Chefinspektor Manfred Winkler 1.200 Beutestücke sichergestellt. Die Bande nahm bei ihren Einbrüchen mit, was nicht niet- und nagelfest war: Handys, Computer, Geld, Schmuck und Flachbildfernseher. Bei einem Einbruch erbeuteten sie etwa 40 Sparbücher im Wert von einer Million Euro. Bei weiteren Coups ließen sie zwei Bratschen mitgehen, eines der Streichinstrumente soll laut Winkler 150 bis 200 Jahre alt sein.
Besitzer werden gesucht
Nun müssen die Ermittler die Gegenstände, darunter die Bratschen, ihren Besitzern zuordnen. Die drei Festgenommenen zeigten sich in den ersten Einvernahmen wenig auskunftsbereit. "Das Gespräch hat sich auf Minuten beschränkt", so Winkler.
Mikl-Leitner lobte die "hervorragende Arbeit" des Landeskriminalamtes Wien und sprach von einem steten Rückgang von Einbruchdiebstählen. 2005 hätte es noch 13.500 Fälle in Wien gegeben, 2010 waren es nur noch 10.000 Fälle, bis Ende November 2011 8.000 Fälle. (APA)