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Weniger Pleiten trotz Krise

20. Dezember 2011, 12:41
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    Schaut gut aus - auch der Anstieg bei Privatpleiten spricht von einem positiven Trend.

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Einen Rückgang gab es sowohl bei Privat- als auch auch bei Firmeninsolvenzen, auch von einer Kreditklemme weiß man beim KSV nichts

Wien - Trotz Wirtschaftskrise gibt es 2011 sowohl bei den Privat- als auch den Firmenkunden eine positive Entwicklung. Über 3.255 Unternehmen wurden Insolvenzverfahren eröffnet, ein Minus von fast acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die mangels Vermögens nicht eröffneten Verfahren sanken um ca. neun Prozent. Zusammen ergibt das 5.856 Pleitefirmen bzw. einen Rückgang von acht Prozent, teilte der KSV1870 am Dienstag vor Journalisten mit. Der Kreditschutzverband ist auch für 2012 optimistisch, eine Kreditklemme habe es heuer nicht gegeben und werde auch für das kommende Jahr nicht erwartet.

Eine erfreuliche Entwicklung gibt es ebenfalls bei den Privatinsolvenzen, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht so wirkt. Die Zahl der eröffneten Verfahren steigt heuer um 6,2 Prozent auf 9.590. Pro Gerichtstag entspricht dies 36 Personen, die eine Schuldenregulierung anstreben. Dass eine steigende Zahl positiv ist, liegt daran, dass nur jene Personen einen Privatkonkurs anstreben können, die über ein geregeltes Einkommen verfügen und die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie die vereinbarte Rückzahlungsquote auch bedienen können.

Insgesamt sind in Österreich nach Einschätzung des KSV 100.000 bis 150.000 Personen pleite. Rund 2,8 Millionen Einwohner haben einen Kredit laufen, 0,4 Prozent davon können nicht bedient werden.

Krise spielt kaum eine Rolle

Die Zahl der Privatinsolvenzen wurde wie schon in den vergangenen Jahren kaum durch die schwache Wirtschaft beeinflusst. Auch die Gründe für die Pleite sind seit Jahren die gleichen. Die ehemalige Selbstständigkeit ist die häufigste Ursache, gefolgt von Verlust des Arbeitsplatzes, Krankheit/Scheidung und sorglosem Umgang mit Geld und anderen Gründen. "Die oft zitierte angebliche Handyfalle spielt hingegen keine Rolle. Wenn es zur Insolvenz kommt, dann sind die Hauptgläubiger mit ca. 82 Prozent der Forderungen Kreditinstitute und Leasinggesellschaften. Andere Gläubiger - Versandhandel, Telekommunikation, Miete etc - spielen eine untergeordnete Rolle", so Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV).

Überraschend ist, dass trotz der Wirtschaftskrise die Zahl der von einer Firmenpleite betroffenen Beschäftigten um 14 Prozent unter dem Vorjahr liegt. Trotzdem mussten sich rund 20.600 Mitarbeiter mit der Pleite ihres Arbeitgebers herumschlagen.

Die Schulden in den privaten Regulierungsverfahren betrugen durchschnittlich 124.000 Euro. Dies entspricht einem Rückgang von ca. 9 Prozent gegenüber 2010, wobei sowohl die Schulden der Privaten leicht rückläufig sind, als auch die der ehemals Selbstständigen. Die höchsten Schulden hatten Pleitiers in Niederösterreich und dem Burgenland, wogegen in Wien mit knapp über 100.000 Euro die Durchschnittsschulden am niedrigsten waren. In diesen Beträgen sind jeweils die Schulden ehemaliger Unternehmer, die aus der Rechtsform (Einzelunternehmer) haften, und echter Konsumenten gemixt. Die tatsächlichen Schulden der ca. 33 Prozent ehemaliger Unternehmer in den Verfahren betrugen ca. 250.000 Euro pro Fall, die Schulden der echten Privaten dagegen nur knapp unter 60.000 Euro.

Probleme lösen

Kantner appellierte einmal mehr an Schuldner, möglichst rasch das Problem anzugehen. Und er enttäuschte all jene, die meinen ein Privatkonkurs ist ein sorgenfreier Weg um die Folgen des Kaufrausches elegant los zu werden. "Ein Entschuldungsverfahren ist kein Spaziergang", warnte er.

Seit Anfang der 1990er-Jahre sind 150.000 Personen zahlungsunfähig geworden, "und zwar zu einem nicht unwesentlichen Teil durch die sogenannten Sparpakete der 90er Jahre, die allesamt in Wahrheit reine Belastungspakete darstellten. Eine ähnliche Entwicklung würde eintreten, wenn die 'Sparsamkeit' der gegenwärtigen Bundesregierung neuerlich auf dem Rücken des Konsumenten ausgetragen würde", gibt Kantner zu bedenken.

Bei den Firmenpleiten hat es regional eine sehr unterschiedliche Entwicklung gegeben. Während es im Bundesschnitt ein Minus von acht Prozent gab, legte Niederösterreich als einziges Bundesland zu (plus 1 Prozent). Das stärkste Minus bei der Zahl der eröffneten Konkursverfahren gab es in Salzburg (minus 33 Prozent). Die größte Pleite 2011 entfällt auf die Investmentgesellschaft R-Quadrat mit Verbindlichkeiten von 93,5 Mio. Euro. Die meisten Pleiten gibt es auch heuer wieder in den Sparten Dienstleistungen, Bauwirtschaft und Gastgewerbe. (APA)

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12 Postings
Daliah
 
01
21.12.2011, 09:07
propaganda.

abwarten bis 02/2012. selbst grossbanken schoenern ihre jahresabschluesse gerad, die dominosteine fallen dann eben naechstes jahr.

D.

Ruben Weil
00
21.12.2011, 01:37
Die Pleiten kommen noch!

Etwas fundiertere Ursachenforschung und Lösungsvorschläge aus unserem Nachbarland:

http://www.faz.net/aktuell/w... 52994.html

roundabout
00
20.12.2011, 17:48
Ach was,

Loriot.

BetterWorld
 
01
20.12.2011, 17:04
2011 ist kein Wirtschaftskrisenjahr!!!

Das gibts doch nicht: warum werden in den Medien so viele Fehlmeldungen generiert. Bitte schlau machen, bevor man dauernd negative Meldungen schreibt.
So sieht das die OENB:
"Die österreichische Wirtschaft konnte im Jahr 2011 kräftig expandieren. Die
Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erwartet in ihrer am 9. Dezember 2011 veröffentlichten
Prognose für das Jahr 2011 ein reales BIP-Wachstum von 3,3%."
Quelle (Seite 15):
http://www.oenb.at/de/img/ko... 242118.pdf

clearlake
00
20.12.2011, 20:25
die zahl wurde bereits nach unten revidiert

weil das letzte quartal wohl negativ sein wird... - aber keine sorge, die amis haben gerade die jahre 2002-2008 nach unten revidiert, wonach natürlich kein hahn mehr kräht.... - wichtig sind jubelmeldungen zum richtigen zeitpunkt, das ist klar....

Post(er)
00
20.12.2011, 18:31

Ja, aber nur weil die Banken gerettet wurden.

her mit den Strichen!
00
20.12.2011, 20:19
Nein, obwohl die Banken gerettet wurden.

peak oil
11
20.12.2011, 13:07
das mit den pleiten ist wie mit den kirchenaustritten

wer schon pleite ist, kann nicht mehr pleite gehen, daher sinken die zahlen. und wenn alle aus der kirche ausgetreten sind, sinken auch die austritte auf 0...
und wer früher austritt, wird nicht so schnell pleite...

Sogenet
00
20.12.2011, 18:16

Wer früher stirbt, ist länger tot.

her mit den Strichen!
02
20.12.2011, 13:07
"Trotz Wirtschaftskrise gibt es 2011..."

Sorry, aber 2011 gibt es keine Wirtschaftskrise. Die aktuelle Staatsschuldenkrise betrifft ausser Banken und Versicherung keine Realwirtsschaft.

Sehr viele Unternehmen in Handel, Industrie und Dienstleistung schreiben 2011 als das "Best Year Ever".

Ole
00
20.12.2011, 12:40
Frage an die Standard-Redaktion

Vor 5 Tagen im Standard (http://derstandard.at/132391649... r-juenger) die Info laut (AKV):
"Die Zahl der Privatinsolvenzen steigt heuer um 6,3 Prozent auf knapp 11.000 Anträge"

Dieser Artikel mit Zahlen des KSV sagt: "Die Zahl der eröffneten Verfahren (Privatinsolvenzen) steigt heuer um 6,2 Prozent auf 9.590.

Welche Zahlen stimmen denn da oder nicht? Wo sind die knapp 1.500 fehlenden Verfahren und wie kommt man auf den Prozentunterschied von 0,1%?

Zahlen unreflektiert zu übernehmen ist nicht immer die beste Lösung ...

peak oil
02
20.12.2011, 13:16
man will ja manchmal was positives berichten,

besonders in der letzten vorweihnachtseinkaufsrauschwoche.
damit die leute beim shoppen gut gelaunt sind.
üblicherweise kommen erst anfang jänner wieder realistische zahlen über die medien.

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