Neue Mittelschule

Gesetz passiert den Ministerrat

20. Dezember 2011, 11:47
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    foto: standard/cremer

    Vizekanzler Spindelegger sieht in der Neuen Mittelschule ein "sehr wichtiges reformatorisches Vorhaben".

Umstellung der Hauptschulen in neue Mittelschulen für Faymann und Spindelegger "wichtiges Vorhaben" - Kritik von Opposition

Wien - Das Gesetz für die Umstellung der Hauptschulen in neue Mittelschulen hat am Dienstag den Ministerrat passiert. Sowohl Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) als auch Vizekanzler Michael Spindelegger von der ursprünglich skeptischen ÖVP sprachen im Anschluss an die Regierungssitzung von einem "wichtigen" Vorhaben.

Der heutige Beschluss belege, dass die Regierung in der Schulreform das abarbeite, was sie sich vorgenommen hat, so Faymann. Er zeigte sich über die Einigung erfreut, zumal anfangs eine "gewisse Aussichtslosigkeit" geherrscht habe.

Spindelegger räumte ein, dass das Projekt zwischen den Koalitionspartnern "differenziert" begonnen habe. Das Gesetz könne sich jetzt aber sehen lassen, so der Vizekanzler. Er sprach daher von einem "sehr wichtigen reformatorischen Vorhaben" und einem "Kernstück" in einer neuen Bildungslandschaft. Spindelegger zeigte sich weiters darüber erfreut, dass der Wildwuchs an Schulversuchen damit ein Ende habe.

BZÖ und Grüne fordern gemeinsame Schule, FPÖ warnt vor Abschaffung der AHS

 Die Opposition mag sich darüber uneinig sein, ob sie statt dem Ausbau der Neuen Mittelschule (NMS) die Gesamtschule oder ein Festhalten am derzeitigen differenzierte System fordert. Scharfe Kritik an dem heutigen Ministerratsbeschluss kommt jedoch von allen drei Parteien. Während die Grünen und das BZÖ die NMS als halbherzigen Kompromiss sehen und sich für eine gemeinsame Schule aussprechen, sieht die FPÖ die AHS gefährdet.

"Verantwortungslos" sei die Umwandlung aller Hauptschulen in NMS, ohne die Evaluierungsergebnisse des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie) abzuwarten, kritisiert FP-Bildungssprecher Walter Rosenkranz. Die Ergebnisse sind erst für 2015 angekündigt, wenn die flächendeckende Umstellung der Hauptschulen bereits abgeschlossen ist. Als "Augenwischerei" bezeichnete Rosenkranz indes die Aussage, dass AHS-Unterstufen bleiben werden. "Lehrern gegenüber soll sich Unterrichtsministerin Schmied auch schon klar und deutlich geäußert haben, dass diese Umstellung der Hauptschulen auf NMS nur eine Zwischenstufe zur Abschaffung der Gymnasien wäre", so Rosenkranz.

Grüne: "Keine Schulreform"

"Zurück zum Start und die ursprünglich versprochene Gemeinsame Schule bis zum 14. Lebensjahr" fordert dagegen der Grüne Bildungssprecher Harald Walser, der in der NMS nur einen "Austausch von Türschildern", aber "keine Schulreform" sieht. Von einer späteren Trennung der Kinder sei "nichts mehr übrig geblieben: Die Neue Mittelschule wird parallel zur AHS-Unterstufen geführt, die Laufbahnentscheidung erfolgt also wieder mit neuneinhalb Jahren".

Auch BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner ortet in dem Beschluss einen Kompromiss. "Ganz offensichtlich haben sich innerhalb der Regierung wieder die Betonierer durchgesetzt und man hat sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt", so Haubner. Eine reine Umbenennung der Hauptschulen in NMS sei "zu wenig und bringt den Schülerinnen und Schülern keine Verbesserungen".(APA)

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15 Postings
vincent preis
00
24.12.2011, 07:29
ab dem schuljahr 2012/13

werden die schulskikurse, so sie überhaupt noch stattfinden, inzwischen zahlt man sogar den schülern schon die liftkarten, nach dem konzept der nms durchgeführt. es gibt keine gruppeneinteilung mehr. dafür fahren 2 teamlehrer in einer einzigen gruppe.

llewellyn
00
20.12.2011, 19:49

Kann man den Gesetzesentwurf iwo runterladen? google ist nicht mein freund -.-

stall
21
20.12.2011, 15:00
sie haben es tatsächlich getan

die i.ioten, hätte ich beinahe gesagt.

Radio Eriwan
00
20.12.2011, 12:56
Sand in die roten Augen.

mountaineer
01
20.12.2011, 12:53
"Gesetz passiert dem Ministerrat"

Schade. Jetzt hat die Online-Redaktion die Freudsche Überschrift schon korrigiert.
Hätte sogar besser gepasst.

Carla Sociale
03
20.12.2011, 12:28
Statt der Abschaffung der Leistungsgruppen in den Hauptschulen,

hätten sie die Einführung von Leistungsgruppen in den Volksschulen beschließen sollen.

Wieder einmal eine Verschlechterung beim Herumpfuschen am System. Leider bereits jahrzehntelange Tradition.

Vorstadtmama
 
00
22.12.2011, 08:12
Guter Vorschlag...

..der von manchen VolksschullehrerInnen schon in die Tat umgesetzt wird. In der Klasse meiner Tochter gibt es unterschiedliche Hausübungen für eine A und eine B Gruppe....

prusiner
20
20.12.2011, 22:57
die Leistungsgruppen

werden durch die Differenzierung "gute Schule" - "schlechte Schule" automatisch eingeführt

NUR hat das dann noch weniger mit Leistung zu tun als mit der Bildung und der ökonomischen Leistungsfähigkeit der Eltern

Vorstadtmama
 
10
22.12.2011, 08:23
..wie mans macht ist falsch..

Von allen Seiten wird die Kooperation der Eltern eingefordert. Ein Lehergewerkschafter hat sogar ein finanzielles Strafsystem für kooperationsunwillige Eltern angedacht. Andererseits kriegen die ehrgeizigen, "bildungsnahen", "ökonomisch leistungsfähigen" Eltern medial dauernd eine auf den Deckel.

lehrer
10
20.12.2011, 16:01
verbohrte ideen

vielleicht sollte man gleich vor geburt in gute und schlechte einteilen...??

Vorstadtmama
 
00
22.12.2011, 08:38
...praxisnahe Ideen...

...wird in der Volksschule meiner Tochter schon praktiziert. Die Theoretiker hinken wie immer der Realität hinterher.

walter helfmann
00
21.12.2011, 00:16
intelligente designer babys?

G. Lavant
01
21.12.2011, 09:57

Bitte nicht!
Sonst entscheiden Bildungsexperten über das Design.

walter helfmann
01
22.12.2011, 00:16
gender gerecht: bildungsexpertInnen.

Carla Sociale
00
20.12.2011, 16:52
Mit den geeigneten wissenschaftlichen Mehtoden ist das sicher schon vor der Geburt möglich.

Die Geburt selbst stellt natürlich ein Risiko dar, das die vorhergesagten Werte stark verändern kann.

Eine Einteilung bereits vor der Zeugung halte ich für noch nicht machbar. Irgendwann wird aber auch dies möglich sein.

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