Schlemmen während der Feiertage

20. Dezember 2011, 12:14
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In den nächsten Tage muss der Gastrointestinaltrakt Schwerstarbeit leisten - Tipps, damit Weihnachtsbraten und Silvester Buffet nicht sauer aufstoßen

Regensburg - In den Weihnachtsfeiertagen kommt einiges zusammen: Üppiges Essen und Trinken, viel Alkohol, Häppchen zwischendurch - und meist auch viel zu wenig Bewegung. Das kann die Verdauung auch bei gesunden Menschen überfordern.

Je fetter und alkoholreicher die Mahlzeit, desto unbekömmlicher ist sie. Das liegt unter anderem daran, dass sich der Körper an eine genaue Reihenfolge hält, nach der die Bestandteile der Nahrung verwertet werden, betont der deutsche Online-Reportagedienst obx-medizindirekt: Zuerst werden die Alkoholkalorien verbrannt, denn die kann der Organismus nicht speichern. Und jedes Gramm liefert immerhin sieben Kalorien. Danach kommen die Kohlenhydrate dran, die unter anderem in Brot, Kartoffeln, Reis, Gemüse oder Nudeln enthalten sind - pro Gramm etwa vier Kalorien. An dritter Stelle wird das Eiweiß aus Fleisch, Fisch, Eiern, Getreide, Hülsenfrüchten oder Gemüse verwertet - pro Gramm ebenfalls vier Kalorien. Und erst zuletzt kommen die Fettkalorien dran - neun Kalorien pro Gramm. Ist der Bedarf des Körpers schon durch Alkohol und Kohlenhydrate abgedeckt, gehen alle anderen Kalorien ausnahmslos auf Bauch und Hüften.

Mit Fett fertig werden

Mit der Verdauung einer fetten Gans oder einer Ente tut sich der Körper besonders schwer. Bitterstoffe erleichtern dem Magen-Darm-Trakt die Arbeit. Sie finden sich beispielsweise in Ruccola, Brokkoli, Artischocken oder Radicchio, regen Galle und Bauchspeicheldrüse zu vermehrter Freisetzung von Verdauungssäften und den Darm zu verstärkter Aktivität an.

Viel Fett, wenig Ballaststoffe, ist keine gute Kombination, denn gerade Ballaststoffe bringen den Darm auf Trab. Unter Ballast- oder Faserstoffen werden unverdauliche Bestandteile pflanzlicher Nahrungsmittel wie Getreide, Gemüse, Kartoffeln oder Hülsenfrüchten verstanden. Sie sorgen für eine größeres Darmvolmen und erhöhen den Wassergehalt.

Duftende, wohlschmeckende „Arzneien"

Das Mahl ist kurz - die Reu ist lang. So könnte man das bekannte Sprichwort abwandeln. Denn nach dem üppigen Festmahl kommen oft die Beschwerden: Völlegefühl, Übelkeit, Sodbrennen, Blähungen, Verdauungsprobleme. Der richtige Griff in das Gewürzregal kann schon beim Kochen spätere Beschwerden verhindern. Von Anis bis Zimt: Das Alphabet der gesunder Würzhilfen

Anis: Passt für Kekse ebenso gut wie für Rotkohl, Kompott, Krautsalat oder Apfelmus. Anis regt die Produktion der Verdauungssäfte an und wirkt krampflösend. Ein halbes Dutzend Anisfrüchte zerkaut und 15 Minuten im Mund behalten wirkt unter anderem gegen Mundtrockenheit.

Beifuß: Das klassische Gewürz zur Weihnachtsgans, denn es regt durch seine Bitterstoffe die Galle und den Magensaft an und macht fette Speisen verträglicher. Auch gut für Bauernfrühstück, Schlachtplatten, Ente, Aal oder Hammel. Schwangere sollten übrigens Beifuß meiden, da einer seiner Wirkstoffe eine Fehlgeburt auslösen kann.

Ingwer: In Indien hat Ingwer als Verdauung förderndes Gewürz einen festen Platz bei der Zubereitung von Suppen, Eiergerichten, Geflügel und Wild.

Kardamom: Eine winzige Prise Kardamom und der Bohnenkaffee wird verträglicher. Und das Gewürz kann noch mehr. Die Samen, die man wegen ihrer Empfindlichkeit immer in Kapselform sollte, regen Appetit und Verdauung an, würzen sowohl Gebäck, Kompotte und Süßspeisen, als auch Blutwurst, Kochschinken und kalten Braten.

Koriander: Das aus Nahost oder Afrika stammende aromatisch-scharfe Gewürz fördert die Verdauung, wirkt gegen Blähungen und Durchfall. Es passt hervorragend zu asiatischen Gerichten, zu Salsa-Soßen, aber auch zu Gulasch, Wild, Geflügel und Süßspeisen.

Kümmel: Wer zum Gänsebraten ein gut mit Kümmel gewürztes Sauerkraut reicht, hat für die Verdauung schon eine Menge getan. Kraut gilt als „Darmbesen", der auch fette Speisen durchfegt. Und Kümmel unterstützt die Gallentätigkeit und verhütet Blähungen. Er passt natürlich auch zu allen anderen Braten, zu Kartoffel- und Gemüsegerichten. Wer nicht so gerne auf Kümmelkörner beißt, kann entweder gemahlenen Kümmel verwenden oder Kümmel in einem Leinensäckchen mitkochen.

Kurkuma: Das auch Gelbwurz genannte scharfe Würzpulver, das in jeder Currymischung enthalten ist, regt die Galle an - aber nicht auf. Gelbwurz sollte wegen ihrer Schärfe nie zum Färben von Kuchen, sondern nur für salzige Gerichte verwendet werden: Sie passt von Reis bis Curry, von Huhn bis Schwein.

Lorbeer: Die aromatische Zutat passt zu Sauerkraut, Bratensaft und Kartoffeleintöpfen. Die enthaltenen Bitterstoffe regen die Verdauung an.

Majoran: Bewährt sich als Verdauungshilfe bei fetten Fleischgerichten, Leberwurst, Bratkartoffeln, Hackbraten oder weißen Bohnen.

Nelken: Sie gehören nicht nur ins klassische Rotkraut, sondern natürlich auch in den winterlichen Glühwein. Da Nelken den Appetit anregen, Blähungen vertreiben und selbst bei Magengeschwüren gut verträglich sind, können sie als gesundes Würzmittel für Fisch, Wild, Gulasch, Eierspeisen, ja selbst für Pizzas eingesetzt werden.

Oregano: Hilft alles, was fett und üppig ist, besser zu verdauen: Pizza, Lamm-, Fleisch- und Gemüseeintöpfe, Tomatengerichte und Nudelsoßen.

Pfeffer: Ob weiß, grün oder schwarz - Pfeffer erhöht den Speichelfluss und verbessert die Verdauung.

Piment: Wenn man die getrockneten Früchte des Myrtengewächses Pimenta dioica sparsam verwendet, wirkt es auch nicht aufdringlich. Es regt Appetit und Verdauung an und wird bevorzugt zu Fisch, Wild, Spinat, Suppen und Eintöpfen verwendet. Angeblich passt es zu allem - deshalb heißt es heute noch im Englischen „Allspice".

Rosmarin: Ein Gewürz, das über die Anregung des Gallenflusses die Fettverdauung unterstützt. Es passt gut zu Schweinefleisch, fettem Geflügel, Kohlgerichten und Kartoffelspeisen.

Senf: Durch seinen Gehalt an Allyl-Senföl reguliert Senf die Fettverdauung und den Stuhlgang. Senfkörner sollten nie stärker als 60 Grad erhitzt werden. Senf passt zu Sauerbraten, Rindsrouladen, Bohnen- und Kohlgerichten.

Zimt: Zimt passt nicht nur in den Grießbrei sondern eignet sich auch als Zugabe zu Hackfleischgerichten, Geflügelfüllungen, Wild und Lamm. Das duftende Gewürz stimuliert die Magensaftsekretion und wirkt appetitanregend. (red)

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    Nicht immer ein Geschenk für den Magen: Weihnachtliche Schlemmereien

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