iRenaissance für Hieroglyphen

20. Dezember 2011, 10:12
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Bisher waren Emojis, die Palette an Symbolen von Smileys in allen Variationen bis zum gebrochenen Herzen, vor allem in Japan gängig.

Als Apples jüngstes iPhone herauskam, stahl Siri, die Sprachassistentin mit den philosophischen Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, anderen neuen Features die Show. Jetzt macht sich auf einer zunehmenden Zahl von iPhone-Displays eine der noch wenig bekannten Funktionen breit: Emojis, die reichhaltige Palette an Symbolen, die in Japans Handykultur fixer Bestandteil von Kurznachrichten sind. Ihr Vorteil: Man muss nicht den Kopf verdrehen, um der Zeichenfolge ;-) ein augenzwinkernden Lächeln abzuringen.

Mobilgeräte und Mac

Mithilfe des standardisierten Computerzeichensatzes Unicode hat Apple hunderte Piktogrammen in seinem jüngsten Betriebssystem für Mobilgeräte und Mac integriert. Diese können in Texte so einfach eingefügt werden wie Umlaute oder andere sprachspezifische Zeichen. Allerdings braucht es auf Empfängerseite bis auf weiteres ein iPhone, iPad oder Mac, um die Symbole richtig darzustellen. (Auf iPhone und iPad wird in den Einstellungen die "Emoji"-Tastatur hinzugefügt, um die Funktion aktiv verwenden zu können; funktioniert auch mit älteren iPhones mit iOS 5.)

Apps

Solche Emojis (im Japanischen eine Kombination aus e="Bild" und moji="Buchstabe") gibt es auch für Android- und Blackberry-Handys, erfordern hier jedoch eigene Apps. In erster Linie emotionalisieren sie Texte durch ihre kindlich wirkenden Grafiken: Von Blumen und händehaltenden Pärchen bis zu zerbrochenen Herzen umfasst die moderne Hieroglyphen-Sammlung eine Vielzahl an Zeichen. So kann ein Sektglas oder Messer und Gabel zusammen mit einem Fragezeichen zu einer Verabredung einladen. Manche der Symbole entspringen japanischem Kontext, finden aber sicher auch hier Verwendung - wie ein Fäkalienhäufchen mit zwei Augen als Zeichen von Unzufriedenheit.

Schneller als schreiben ist die Verwendung von Emojis kaum: Denn ihre Benutzer müssen sich erst mit vielen Symbolen vertraut machen, was eine Zeitlang dauert. Wahrscheinlicher ist daher die Adaptierung eines begrenzten Zeichensatzes, der von der Emoji-Tastatur zum raschen "Texten" bereit gehalten wird.

Zeiten des Briefeschreibens

Dafür haftet ihnen das Element von besonderer Aufmerksamkeit durch den Absender an, so wie manche in Zeiten des Briefeschreibens ihre Briefe mit kleinen Zeichnungen oder Grafik-Pickerln verzierten. Da und dort finden sich online bereits Blogs, die Geschichten mithilfe von Emojis erzählen - samt Piktogrammen von Leserinnen und Lesern, die damit kommentieren. (spu)

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Emoji

  • Mit der Integration von Emojis in die Tastatur domestiziert Apple die bisher vor allem in Japans Handykultur weitverbreitete Symbolsprache auch auf westlichen Displays.
    foto: cremer

    Mit der Integration von Emojis in die Tastatur domestiziert Apple die bisher vor allem in Japans Handykultur weitverbreitete Symbolsprache auch auf westlichen Displays.

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