Homöopathie, Mythen der Ersten Hilfe & vegane Ernährung

Ansichtssache
27. Dezember 2011, 10:14

Die Leser diskutierten auch im Jahr 2011 wieder heftig über Gesundheitsthemen - Besonderes Interesse galt den Mythen der Lebensrettung, der atomaren Katastrophe in Fukushima und der vegetarischen Ernährung

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foto: apa/günter meier

Im März versetzte die atomare Katastrophe in Fukushima die Welt in Angst und Schrecken. Das Thema war auch für unsere User von besonderem Interesse und brachte mit 67.478 Klicks den Zugriffsrekord für das Gesundheitsressort im Jahr 2011.

Zum Artikel: "Die Menschen sind nicht zum Tode verurteilt"

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Find ich gut....

"Was heilungsfördernd und lindernd wirkt bestimmt der Patient - Er hat das letzte Wort und somit Recht! Der Placeboeffekt wird bei psychisch Erkrankten auf mind. 60% angenommen. Die multifaktorielle Ätiologie und die systemische Komplexität führen m.E. die Diskussion ob Schulmedizin oder Alternativmedizin die "besseren Heilmethoden" sind ad absurdum.

Wenn der Patient im Vordergrund steht, muss es den Schulmedizinern und den Alternativmedizinern einerlei sein, was wieviel heilt! Das Vertrauen des Patienten gilt es zu gewinnen. Insofern besteht solange ein offener Ausgang jeder Behandlung, bis der Patient sagt: Jetzt geht es mir besser! Das allein ist es wert "aufregend" empfunden zu werden. "

endlich jemand, der erkennt, worum es geht: DAS WOHL DES PATIENTEN!

Ui, ein Abenteueraufsatz der Spatzenpost!

Ach, er wird angenommen

und gleich bei allen psychischen Erkrankungen. Quellen?
Die neue Masche der "Alternativen": Placeboeffekt auf die egenen Fahnen schreiben und allem anderen implizit absprechen.
Und es darf nicht wurscht sein, was wieviel heilt. Sonst kann man immer das einfachste nehmen, weil es ja eh wurscht ist, und nicht das, was am ehesten Wirkung verspricht.

Gähhhn. Ab der zweiten Seite gähhhn. Fad und tausendmillionste Wiederholung.

Schad um jeden klick.

"Ethische" Gründe...ts,ts

Placebos dürfen bei der Behandlung von Beschwerden aus gesetzlichen und ethischen Gründen nur nach dem bewussten Einverständnis des Patienten eingesetzt werden. Andererseits zeigen Placebos nach einer vollständigen Information des Patienten nur noch geringe oder keine Effekte mehr.

Das heißt: eigentlich gibts was besseres, aber aus "ethik" gegenüber der Pharmamafia dürfts das nicht verwenden, basta!
Passt sehr gut in das Weltbild, der Abzocker.

Sie meinen also, auch unter den sog. "Wirkstoffen" (nach Ansicht des Patienten, nicht aber nach der des behandelnden Arztes) Placebos zu finden? Wenn man nämlich ein Placebo bewusst nimmt, dann ist es ja keines mehr?
Wie soll ein P. als solches wirken, wenn der Patient doch weiß, eine wirkungslose Substanz zu konsumieren?

Bledsinn. Placebos werden auch so manchmal eingesetzt. Es muss nur der Patient irgendwann darüber aufgeklärt werden.

Wie ätzend die Situation sein kann, zeigt sich oft in Schmerzabteilungen von Krankenhäusern: jahrzehntelang unter unbehandelbaren Schmerzen leidend, kommen die Patienten mit intravenös gegebenen Schmerzinfusionen ENDLICH ein Mal zur Ruhe, es kann über mehrere Wochen Aufenthalt eine Stabilisierung erzielt werden, nur dass der Patient das Placebo draussen nicht bekommen darf und sich so ein Teufelskreislauf bildet, weil er von anderer Medikation wieder Schmerzen hat, es aber zu Früh ist, in mit der Placebo Situation zu konfrontieren, bevor er nich psychisch stabil genug ist, bzw. auf die Folgen der Aufklärung vorbereitet wird.

Richtige Beobachtung (naja, stammt ja auch nicht von Ihnen) - falsche Interpretation.

Es gibt zwei Fälle in denen man Placebos geben kann:
1. Der Patient braucht keine medikamentöse Hilfe.
2. Es existiert kein Medikament, dass Heilung verspricht.

In beiden Fällen ist es imho unter Umständen vertretbar Placebos zu verabreichen. Das kann man aber auch auf eine anständige Art und Weise machen. Dazu muss man dem Patienten nicht irgendeinen Schwachsinn vom Gedächtnis des Wassers erzählen oder - was Geschäftsmodell vieler Heilpraktiker in D ist - Horrorgeschichten über die böse, böse "Schulmedizin".

Die Ethik besteht darin, dass der Therapeut seinen Patienten nicht belügen soll und wenn irgendwas Abzocke ist, dann ein paar Gramm Zuckerkügelchen für 15 Euro und mehr zu verkaufen.

Wie wollen Sie dem Patienen das Placebo denn sonst schmackhaft machen? Etwa mit der Erklärung: "Gegen eingebildete Krankheiten helfen eingebildete Medikamente." oder "In Wirklichkeit gibt es ja nichts gegen Ihre Krankheit, aber vielleicht können's ja mit einem Placebo was anfangen?"

Also, wie machen es da die approbierten Ärzte? Das hätte ich wirklich gerne mal von Ihnen erfahren, Godesberg, wo Sie sich doch immer so gut auskennen.

Oder stellt sich Ihnen die Frage vielleicht gar nicht, weil die Patienten bei Ihnen sowieso nicht aufgeklärt werden?

Meistens in etwa so:

Sehr geehrter Patient,

Bei Ihnen wurde die Diagnose XY gestellt. Leider existiert dafür derzeit keine als wirksam bekannte Therapieform. In der Studie Z wird das neuartige Medikament "HUI" getestet. Sie wurden von Ihrem Arzt für die Studienteilnahme als geeignet befunden. Falls Sie freiwillig, und nachdem alle Ihre Fragen beantwortet worden sind, an dieser Studie teilnehmen wollen werden Sie nach dem Zufallsprinzip einer von 2 Gruppen zugeteilt. Eine dieser Gruppen erhält das neuartige Medikament, die zweite ein Scheinpräparat (Placebo). Ihr Arzt kennt ihre Gruppenzuordnung nicht (Doppelblind) Die sonstige medizinische Behandlung beider Gruppen ist komplett gleich. *insert potentielle Nebenwirkungen, Datenschutz, Widerrufsrecht...*

Nachtrag zu meinem unteren Posting:

Ja, aber was ist denn nun mit jenen Patienten, bei denen (jedenfalls nach Godesberg) ein Placebo indiziert ist?
Für die ist Ihre Vorgangsweise ja nicht anwendbar?

Wie will man denen das Placebo schmackhaft machen, ohne sie anzulügen? Schließlich sollen sie es ja trotzdem nicht wissen, oder? Sonst wirkt das Placebo ja nicht!

Richtige Antwort, falsche Frage!

Die Frage war nämlich die nach der Indikation von Homöopathika als Placebo, und als Placebo in einer Doppelblindstudie kommt definitiv nichts in Frage, was selbst als Medikament verschrieben wird. Das wäre ja auch nicht sehr logisch, da Placeboeffekte von den Wirkstoffeffekten abgezogen werden, um die Wirksamkeit eines Wirkstoffes zu verifizieren zu können.

"Do was i zwoa jetzt a net wirklich weida, oba probier ma moi des und schau ma obs hüft."

*verschreibt machtnix(R)*

Ethisch vertretbar oder nicht, schwierige Frage. Andererseits wollen viele Patienten einfach "irgendetwas" verschrieben bekommen, auch wenn es eigentlich gar keine medikamentös therapierbare Behandlung bräuchte.

abgesehen davon: der Placebo (und nebenbei auch der Nocebo) Effekt können unabhängig davon auftreten ob der Patient weiß dass es ein solches ist oder eben nicht.

Bei so einer Formulierung würde ich den Arzt sofort fragen, ob er mich da gerade in eine Studie steckt, oder was das sonst soll. Ich lasse mich doch nicht mit unbekannten, evt. gefährlichen Medikamenten abspeisen! Er würde mich aufklären müssen, sonst nehme ich es nicht.

ad 3.: Wenn Sie mir jetzt noch den psychosozialen Kontext (=die Wirkung laut Wikipedia) des Placebos erkären können, von dem der Patient weiß, dass es eines ist, dann bin ich aber baff!

Warum bringen sie immer wieder Heilpraktiker ins Gespräch?

Ich hatte die nirgendwo erwähnt, also was soll der plumpe Versuch, die Diskussion immer wieder in diese Ecke zu treiben?
Haben sie keine besseren Argumente?

Wen meinen Sie?

Haben Sie überhaupt welche?
Ich führe die Heilpraktiker ganz gerne an, weil ich mich mit Ihnen ganz gut auskenne. Zum Beispiel jemanden, der seinen Patienten erstmal die Nebenwirkungen der bisher eingenommenen Medikamente von seiner Sprechstundenhilfe vorlesen lässt (!) um ihnen nicht etwa zu suggerieren, sie bekämen diese, sondern ihnen ganz ausdrücklich zu sagen: "Wenn Sie das jetzt weiternehmen, bekommen Sie diese Nebenwirkungen".

Von dieser Argumentation habe ich auch schon gehört, allerdings nicht bei einem Heilpraktiker, sondern einem hochangesehenen approbierten Arzt!

So so, das ist also der Grund, und ich dachte schon, das wäre die gängige Praxis, um den Patienten mit seinen Bedenken und Rückfragen ein weiteres Mal gegen Bezahlung (100 €) in die Praxis zu locken?
Oder betrifft Ihre Erklärung nur die Heilpraktiker?

Genau, is eh besser, wenn der Patient keine Lesebrille dabei hat, dann muss er sich nicht nit den unnützen Themen wie Nebenwirkungen abgeben.

Ts.

Zum Beispiel jemanden

Ihre Erfindung? Warum führen sie Beispiele an, die sie niemals belegen können?
Das ist wertlos in einer Diskussion, die ihrer Meinung nach auf sachlicher Ebene geführt werden sollte.
Placebo ist okay für sie, aber harmlose Zuckerkügelchen sind der Teufel, obwohl von der Wirkung völlig ident.
Und dichten sie mir nicht wieder an, ich sei Esoteriker.

Nicht ganz! Als Placebo braucht man die Zuckerkügelchen wohl nicht,

da auch ein Teil der Wirkung des vom Arzt verschriebenen Medikaments eine Placebowirkung ist.
Wenn man nicht gerade definitiv auf der Suche nach einem Ersatzmedikament ist (vielleicht wegen der Nebenwirkungen, oder weil man davon abhängig wird) und kein besseres findet, kann man nicht nur auf Placebos, sondern sogar auf jede andere Alternativmedizin verzichten.

P.S.: Gezeichnet:
Eine überzeugte Anhängerin der Alternativmedizin.

Sie können gerne etwas googlen. Sie werden eine Menge Heilpraktiker finden, die ein, sagen wir mal, gestörtes Verhältnis zur Medizin haben. Da muss ich nicht diesen Einzelfall belegen.

Placebos sind für mich im Rahmen einer Gesamttherapie u.U. akzeptabel.

"Sie werden eine Menge Heilpraktiker finden, die ein, sagen wir mal, gestörtes Verhältnis zur Medizin haben."

Ja wieso denn das? Sollen sie doch froh sein! Wenn in der Medizin alles so reibungslos verlaufen würde, dass Ihre Heilpraktiker behaupten könnten, dass bei der Konkurrenz alles o.k. sei, dann hätten sie selbst keine Kundschaft mehr.
Oder sprechen Sie hier etwa von einer Hetzkampagne gegen die EBM? Man geht doch schließlich nicht bei der Konkurrenz hausieren, um denen dort vor Ort die Kundschaft abspenstig zu machen, oder? Die Patienten finden sich von selbst, also ohne Hetzkampagne, bei den Alternativmedizinern ein, und brauchen dort nicht erst überzeugt zu werden!

-Also: was soll das ganze? Sie leiden an Verfolgungswahn!

Die "Alternativen" definieren sich über die Abgrenzung zur wissenschaftlichen Medizin - deshalb heißen die ja "Alternativmediziner". Sie werden bei jeder "alternativen" Methode eher früher als später auf so etwas stoßen wie "...anders als in der Schulmedizin, geht es bei der yx-Methode darum...".
Fast immer kommt als Wirknachweis eine Rechtfertigung über die "Schulmedizin".

Haben Sie das schon einmal andersherum gehört? Ein einziges Mal?
"Während die "Alternativmedizin" nur das und das kann, ist die wissenschaftliche Medizin in der Lage..."

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