Politik der Boshaftigkeit

Kommentar | Michael Völker, 19. Dezember 2011, 18:29

Der Wille, dem anderen eine reinzusemmeln, ist offenbar tragendes Element des politischen Handels

Die Politik ist zu einem guten Teil auch von einem gehörigen Stück Boshaftigkeit getragen. Der Wille und der Wunsch, dem anderen eine reinzusemmeln, ist offenbar tragendes Element des politischen Handels. Die Boshaftigkeit ist eine politische Kategorie.

Wer die 24 Punkte überfliegt, mit denen die SPÖ den Staatshaushalt konsolidieren will, wird feststellen: Das ist gegen die ÖVP und deren Klientel gerichtet. Zielgenau. Wer sich mit den sechs Punkten befasst, mit denen die ÖVP das Budget reparieren will, wird erkennen: Das ist gegen die SPÖ und deren Klientel gerichtet. Zielgenau.

Reichensteuer, Gruppenbesteuerung, Erbschaftssteuer auf der einen, logischerweise roten Seite, dramatische Einschnitte bei ÖBB und Frühpensionen auf der anderen, richtig, der schwarzen Seite. Und auf beiden Seiten weit und breit kein Vorschlag, der die eigene Klientel vergrämen würde.

Hier wurden Pflöcke eingeschlagen oder Leuchttürme errichtet, je nach Interpretation und Ambition. Wer es noch nicht verstanden hat: Die ÖVP steht für einen schlanken Staat, die SPÖ für soziale Gerechtigkeit. Jetzt wäre es dann an der Zeit, dass sich die Koalitionsparteien zusammensetzen und gemeinsam eine Position entwickeln, mit der sinnvoll und dynamisch eine Budgetkonsolidierung angegangen wird - ein Geben und Nehmen, an dessen Ende nicht bloß der alles lähmende Kompromiss steht. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.12.2011)

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Posting 1 bis 25 von 60
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Sonata
10
20.12.2011, 18:35
Zwei überflüssige Parteien, notwendig wie ein Kropf...

Jeder Tag ohne Rotschwärzchen ist ein gewonnener Tag. Sie kosten uns unser sauer verdientes Geld und verjuxen es Tag für Tag um ihre jeweilige Klientel zu befüttern. Diese beiden unseligen Blockierer mögen sich endlich auflösen und Österreich aus ihrem Würgegriff entlassen.

GTV916
 
00
20.12.2011, 15:36
Beide Flügel der Macht ...

... sehen die Zeichen der Zeit so glasklar wie die Habsburger annodazumal in Ihrem Todeskampf ;-)

wakeup
00
20.12.2011, 17:20
macht der ohnmächtigen oder ohnmacht der mächtigen?

ulli52
 
00
20.12.2011, 15:01
"reinzusemmeln"

semmeln in irgendeiner form wird das wort des jahres 2012

fischkopp
02
20.12.2011, 14:58

Was soll dieses ewige Gejammer ? So ist das halt, wenn sich zwei Parteien, die sich eigentlich "von Natur aus" in Opposition gegenüber stehen sollten, seit Jahrzehnten (abegesehen von den Schüssel-Jahren) die Macht teilen statt sich im Wettbewerb der (besseren) Ideen zu messen. Und der Österreicher hat sich so scheint´s dran gewöhnt.

(°)(°)
01
20.12.2011, 16:14
Genau!

So wie er sich bald an 80% Lohnsteuer gewöhnen wird...

Oh my God !
00
20.12.2011, 14:29
die Anhebung der Körperschaftsteuer wird die Wirtschaft so richtig pushen

wie auch die anderen " Boshaftigkeiten"

AK und ÖGB sagen immer wie wichtig die Konjunktur jetzt ist ;-)

Wieviel Demokratie ist es bitte?
12
20.12.2011, 14:11
Erschreckend ist

daß es offenbar keine legalen, gewalt-, und schmerzvermeidende Mittel gibt, diese renitenten Leute wirkungsvoll zu sinnvoller Arbeit zu motivieren.

Auf Alphabet reagieren diese stumpfen Personen und Personengruppen ja grundsätzlich und ausnahmslos überhaupt nicht.

Insofern verspüren die keinen Leistungsdruck, die vorliegenden To-Do-Listen abzuarbeiten.

Die sind lang...

Aber es ist seit 56 Jahren niemand an den Baustellen erschienen.

Die Republik bleibt also ausgeplündert, kafkaesk fehlkonstruiert, trickbetrogen und 24/7/365 veralbert.

Seit Jahrzehnten und bis in alle Ewigkeit, wenn's nach viereinhalb bis vierdreiviertel von fünf Parteien geht.

Das macht Beobachter allmählich *weißglutmäßig wütend* und *zum Zerbersten zornig*!

Schnurz Homunculus
01
20.12.2011, 17:22
Bitte nicht nur granteln!

in allen Regierungen, wo NICHT rot und schwarz gemeinsam waren, ist etwas verändert worden. Egal ob das die Regierung Klaus in den 60ern, Kreisky in den 70ern oder Schüssel in den 00er Jahren war.

Das Krebsgeschwür sind die sogenannt großen Parteien gemeinsam!!!

Bitte ändert endlich das Wahlrecht, damit solche Konstellationen nicht mehr möglich sind!

WEI
10
20.12.2011, 13:55

Staaten als solche haben bekanntlich kein eigenes Geld, sondern kosten Geld und können immer nur den Bürgern deren Geld wegnehmen. Der Haken dabei: Unsere Volkswirtschaft steht in harter Konkurrenz zu anderen Volkswirtschaften. Und wenn unsere Volkswirtschaft unseren Wohlstand nicht mehr erwirtschaften kann, weil Hürden wie Lohnkosten, Abgabenquote, enorme Staats- und Sozialquoten, neue Steuern usw. das Wachstum abwürgen, dann landen die Wertschöpfung und der Wohlstand eben woanders (etwa in China) und wir haben nichts mehr zum Verteilen bei uns.

Politisch unkorrekt
11
20.12.2011, 14:16
Mit einem Chinavergleich wäre ich an ihrer Stelle etwas vorsichtig. Die schaffen Wohlstand und Wertschöpfung nämlich mittels 100%iger Kontrolle des Kapitalmarktes. 70 % der Banken im Staatsbesitz, Wechselkursfestlegung, Kapitalverkehrskontrollen etc.

Auch realwirtschaftlich werden sie dort als Investor gezwungen ein Joint-Venture zu gründen mit dem Effekt das ihr Know-how nach 3 Jahren bei einer chinesischen Konkurrenzfirma landet.

Wir hier in Europa glauben da lieber immer noch an das Märchen vom unfehlbaren Markt. Das tun nicht einmal mehr die Amis.

rotes Herz
10
20.12.2011, 13:29

Ist der Wahlkampf schon eröffnet, weil hier so viele Kampfposter unterwegs sind?

anders and
 
10
20.12.2011, 16:07

schaut ganz so aus, nachdem da nicht nur Sie mit einem nigelnagelneuen Account unterwegs sind

Wo woar mei Leistung?
00
20.12.2011, 12:20
Wie wenn die ÖVP anders wäre

Und die ÖVP will auch rigoros sparen, nur nicht bei:
Beamten
Bauern
Bundesheer
Bundesländern
Vermögenden

Wie soll aus der Koalition von SPÖ/ÖVP jemals etwas Konstruktives entstehen.

Eins von Gottes Ebenbildern
02
20.12.2011, 12:17

"reinsemmeln"

:-)

mikromalist
 
01
20.12.2011, 11:39
Soziale Gerechtigkeit bedingt

einen schlanken Staat (der Eigenverbrauch darf nicht zu viel Verteilgeld verschlingen)

Der schlanke Staat ist aber kein Garant für soziale Gerechtigkeit.

Auch ein schlanker Staat kann grosse Aufgaben erfüllen.

Politisch unkorrekt
01
20.12.2011, 14:09
Soziale Gerechtigkeit wird durch eine Besteuerung von leistungslosen Einkommensarten erzielt - und nicht wie jetzt indem die Mittelschicht alles zahlt.

mikromalist
 
00
20.12.2011, 17:37
Für die Umsetzung so eines Steuersystems,

brauchen wir nur einen Computer und ein paar pfiffige Prüfer.
Ich rede vom Eigenverbrauch für sinnvolle Massnahmen.

hulu33
31
20.12.2011, 11:17
Schlanker Staat und soziale Gerechtigkeit

sind aber nicht unter einen Hut zu bringen. Genau deswegen steht das Werkl.

Kleinhirn
00
20.12.2011, 14:11

Nicht zwingend.
Man kann zB Familienbeihilfe, Heizzuschuss, Vergünstigungen bei xyz, Wohnbaubeihilfen, Arbeitslosengeld, Mindestsicherung, Sozialhilfe und etliche andere Zuschüsche haben wo jeder aus einem anderem Topf gezahlt wird, jeder ein eigenes Gesetz oder Verordnung hat und 500 verschiedene Beamte und Behörden zuständig sind, und das ganze unterschiedlich für 9 Bundesländer.

Man könnte aber auch eine Zentrale stellen haben welche Geld auszahlt, nach einem Prinzip Mindestsicherung. Hier muss dann nicht zwingend weniger Geld ausgezahlt werden, nur wird es nach einfacheren Kriterien festgelegt und von einer Stelle vergeben, und nicht 50.

Das gleiche für die Wirtschaftsförderung. Aber das will nicht mal die ÖVP, das man das sieht.

großgoscherter Zwerghamster
00
20.12.2011, 14:07
Und wieso nicht?

Könne sie das auch argumentieren, oder nur Stehsätze ohne Inhalt hinwerfen?

Würde mich interessieren.

hulu33
00
20.12.2011, 17:15
schlanker Staat

bedeutet für mich dass sich der Staat so wenig wie möglich in Belange der Bürger einmischt und eigentlich nur für die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Eintreibung der Steuern zuständig ist. Dass dann für soziale Belange nicht mehr viel übrig ist folgt zwangsweise.

großgoscherter Zwerghamster
00
20.12.2011, 17:46
Wieder nur ein Stehsatz ohne Begründung.

Wenn der Staat schon Steuern einhebt, wird er diese ja wohl auch verwenden. Oder macht er es wie Onkel Dagobert?

UNd sie können mit der schlankesten Verwaltung dieses Planeten gleichzeitig den besten Sozialstaat aufbauen. Wo soll da ein Problem sein?

Bitte Begründen und nicht "Is halt so" hinrotzen. Ist eben NICHT so!

metall81
01
20.12.2011, 13:55
Kommt drauf an was man unter sozialer Gerechtigkeit...

...versteht.

Wenn Sie unter sozialer Gerechtigkeit verstehen, dass man möglichst viele Parteifreunderln mit lukrativen Posterln versorgt, haben Sie recht.

CelLabe
04
20.12.2011, 11:05
Korrektur: Die ÖVP steht für einen schlanken

Sozialstaat, sonst haben die mit sparen nix am Hut, aber schon gar nix...

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