Grüne Standesvertretung fürchtet Vertuschungen rund um internen Wohlfahrtsfonds
Wien - Die scharfe Kritik des Rechnungshofes an der Gebarung des
Wohlfahrtsfonds der Wiener Ärztekammer schlägt hohe Wellen. Es ist von
intransparenter Auftragsvergabe, üppigen Honoraren ohne
Leistungsnachweis, doppelten Abrechnungen und mangelnden
Kontrollmechanismen die Rede. Der Fonds, der durch Zwangsbeiträge (15,8
Prozent des Ärzte-Bruttogehalts) finanziert wird und die Pensionen
sichert, beläuft sich auf etwa 360 Millionen Euro.
Auf Druck der grünen Ärzte wurde einem Untersuchungsausschuss
zugestimmt. Allerdings mit einem Mitglied der Koalition als
Vorsitzendem. Die Wiener Grünen forderten deshalb mit Vertretern der
Ärztekammer am Montag, den Vorsitz an eine weisungsungebundene Person
aus der Opposition zu übertragen.
Leise Entspannung gibt es hingegen im AKH: Nach einer schriftlichen
Zusicherung der Uni, dass nicht bei den Journaldiensten gespart werde,
ist der angedrohte Streik vorerst vom Tisch. (juh, DER STANDARD, Printausgabe, 20.12.2011)