Akademischer Arbeitsmarkt

Hat Bildung wirklich Zukunft, Weihnachtsmann?

Kommentar der anderen | 19. Dezember 2011, 18:18
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    Andrea Roedig: Forderung nach mehr Förderung greift zu kurz.

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    Angehende Akademiker bei der Karriereplanung. Für viele erweist sich das strebende Bemühen um höhere Bildungsweihen - entgegen anderslautenden Statistiken - als Investment "with no return".

Vom weitverbreiteten Glauben an die Formel "Mehr Wissen, mehr Chancen" - Grundsätzliche Anmerkungen zum Zustand des akademischen Arbeitsmarktes anlässlich der Proteste gegen die Kürzungen bei der ÖAW - Von Andrea Roedig

Wir leben, wie es so schön heißt, in einer "Wissensgesellschaft". Bildung sei Investition in die Zukunft, lautet die statistisch gut belegte Weisheit. In den Bildungs-Gutachten der OECD ist jährlich aufs Neue nachzulesen, dass Menschen mit Universitätsabschluss ein deutlich geringeres Risiko haben, arbeitslos zu werden, dass sie in der Regel mehr verdienen als der nicht-akademische Rest der Bevölkerung und dass daher dringend die Akademikerraten zu erhöhen seien.

Nicht ganz in dieses gemütliche Bild der sicheren Bildungsinvestition passt allerdings, dass bei den Sozialprotesten der "Indignados" in Spanien im Mai diesen Jahres vor allem gut ausgebildete junge Menschen auf die Straße gingen, weil sie keine Chance auf einen Arbeitsplatz haben. Nicht ganz ins Bild passen die frischgebackenen Akademiker/innen der "Generation Praktikum", die monate-, vielleicht auch jahrelang unterbezahlte Dienste leisten, bevor sie vielleicht in eine Anstellung hineinrutschen. Man hat sich auch daran gewöhnt, dass Basisfinanzierungen für freie Forschungsinstitute sowie feste Stellen an den Universitäten der Vergangenheit angehören. Und wenn es so kommt, wie befürchtet, verschlankt sich auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) kräftig und streicht bis zu 300 Stellen, für deren Finanzierung dann eben nicht mehr das Wissenschaftsministerium aufkommt, sondern das AMS.

Es ist unbestritten, dass im harten Bildungswettlauf Menschen ohne Abschlüsse das größte Risiko tragen, den Anschluss zu verlieren. Trotzdem erweist sich die Rede von "Bildung ist Zukunft" in vielerlei Hinsicht als hübsche hohle Nuss. Die Statistik sagt nämlich nichts darüber aus, wie die Chancen für Akademiker/innen wirklich aussehen. Zusätzlich zum immer höheren Output an Hochschulabsolvent/innen haben sich mit der sogenannten Neoliberalisierung des Arbeitsmarkts die Bedingungen so verschärft, dass vielen nichts übrig bleibt, als überqualifiziert auf mäßigen Posten steckenzubleiben, sich von Forschungsantrag zu Forschungsantrag in eine endlose Spirale der Höherqualifikation zu begeben oder als "neue Selbständige" kreativ am Existenzminimum herumzukrebsen. Der Verdacht ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dass es überhaupt nicht genügend adäquate Stellen für Akademiker/innen gibt. Und das meint auch: In der Wissensgesellschaft wird nicht grundsätzlich nach Intelligenz und Qualität bezahlt. Gerade Absolvent/innen der Geisteswissenschaften können ein Lied davon singen. Je dümmer der Job, desto besser ist in der Regel die Bezahlung.

Die Systemfehler liegen zum einen in der ungleichen Verteilung von Arbeit. Es ist nicht unbedingt so, dass es zu wenig Aufgaben für Akademiker/innen gäbe, sondern dass immer weniger Festangestellte sich gut bezahlt in den Burnout schuften, während andere ohne Absicherung von außen zuarbeiten. Diese Entwicklung trifft bekanntlich nicht nur den akademischen Arbeitsmarkt. Der zweite Fehler im System ist die gesellschaftliche und vor allem monetäre Überbewertung des technischen, wirtschafts- und naturwissenschaftlichen Sektors. Das auszuführen ginge hier zu weit, aber es ist nicht wirklich einzusehen, warum die 50.000ste Verfeinerung der elektronisch gesteuerten Scheibenwischanlage am BMW so viel mehr wert sein soll als ein Buch zur mittelalterlichen Münzprägung.

Den dritten Systemfehler könnte man neudeutsch als "Outsourcing von Content" beschreiben. In den letzten Jahren hat sich die festangestellte Arbeit zunehmend auf reine Managementfunktionen konzentriert, nicht nur in wirtschaftlichen Organisationen, sondern auch in Zeitungen, Verlagen und Bildungseinrichtungen. An den Universitäten sind Forschungs- und Lehrstellen immer befristet ausgeschrieben, während es unbefristete Positionen in den neuen Arbeitsbereichen wie "Qualitätsmanagement" und Forschungsförderungsberatung gibt. Was geschieht da? Nicht Wissen ist bezahlt, sondern Verwaltung von Wissen, nicht Forschung, sondern die Beantragung von Forschung.

Die Inhalte aber, von denen man eigentlich meinen könnte, es käme auf sie an, produzieren oft jene Personen, die auf prekären Stellen sitzen oder überhaupt freiwillig und unbezahlt "Content" erstellen. In der Beschleunigung des "informationellen Zeitalters" (Manuel Castells) unterliegen sie zudem der einfachen Logik kapitalistischer Produktion, die nur bei permanenter Steigerung der Stückzahl und Verringerung des Einzelpreises Profit verspricht. Autoren- oder Lektorenhonorare beispielsweise sind derartig im Preis gefallen, dass kein Mensch mehr davon leben kann. Geistige Inhalte lassen sich aber auch nicht endlos viel schneller produzieren, es sei denn um den Preis ihrer eigentlichen Bestimmung. Wir kennen den Effekt aus anderen Bereichen: Industrie-Semmeln schmecken auch nach nichts, obwohl sie Semmeln sein sollten.

Absurderweise ist es ausgerechnet die sogenannte "Wissensgesellschaft", die eine vermehrte Produktion aber auch eine unglaubliche Entwertung geistiger Arbeit zulässt. Die Forderung wäre nicht nur einfach die nach mehr öffentlichen Geldern für die Universitäten, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, sondern nach anderer Verteilung der Beschäftigung und nach adäquater Honorierung von geistiger Arbeit. Schließlich muss irgendwer die Bücher schreiben, an denen die Marketingexperten mehr verdienen als die Autoren, irgendwer muss die Vorträge halten, die Bildungsinstitutionen anbieten, irgendwer muss die Analysen erstellen, mit denen sich eine Gesellschaft selbst verstehen kann. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20. Dezember 2011)

ANDREA ROEDIG, geb. 1962 in Düsseldorf, promovierte Philosophin, Buch- Autorin und Journalistin, war bis 2006 leitende Kulturredakteurin der Wochenzeitung "Freitag" in Berlin, lebt und arbeitet seit 2007 in Wien.

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Drughi
01
22.12.2011, 14:43

angebot und nachfrage ... so kann man das erklären.

und wenn mehr leute bmws haben wollen als bücher über münzprägung wird der bmw halt mal mehr geld abwerfen.

Working Class
30
21.12.2011, 23:47
"ich mach mir net die Finger dreckig"

hat seinerzeit ein Schulkollege gsagt, BWL studiert; dann hat das Unternehmen, in dem er viele Jahre arbeitete, pleite gemacht; jetzt wechseln bei ihm kurze Arbeitsverträge und längere Arbeitslosigkeit ab, zwischendurch mal Burnout (anscheinend hat sich die Degradierung mit einstiger Überheblichkeit net vertragen).

Allgemein: Einige Leute erwarten wirklich, dass sie für ihren Titel bezahlt werden.
Aber Bezahlung gibt es in der Regel halt nur für entsprechende Gegenleistung.
Das hört sich für viele direkt inhuman an, obwohl doch Besoldung ohne entsprechende Gegenleistung ("was war meine Leitung?") unglaublich anmaßend ist.

Plaats van Samenkomst
00
27.12.2011, 14:18
"Titel" gibt's nur im Adelslexikon.

Es gibt allerdings akademische Grade!

planck
30
21.12.2011, 23:18
"Ich hab studiert, man biete mir eine angemessene Tätigkeit" Also die fetten Jahre: vorbei. Warum waren die eigentlich fett? Weil wir hier in Mitteleuropa im letzten Jahrhundert

einen technologischen Vorsprung gegenüber dem Großteil der Welt hatten und daher viel produziert haben.
Daher hatten wir Geld - Geld für Dinge, die sich nicht "rechnen".

Die Konkurrenz zB in Osteuropa, China, Südostasien ist stark, diverse Branchen produzieren nicht mehr hierzulande.
Daher haben nicht mehr so viel Geld für "Luxus" wie zB Subventionierung geisteswissenschaftlicher Forschung, die am Markt nicht bestehen könnte.

Was wir brauchen ist eine Kultur der Selbständigkeit, des unternehmerischen Risikowagnis.

Die Autorin beweint hier, dass Leute, denen es nicht interessiert, was die Gesellschaft will, von dieser nicht genug subventioniert wird. Eigentlich ziemlich überheblich.

Robert Paladin
23
21.12.2011, 14:01
Danke, sie sprechen mir aus der Seele!

Dieses Politikergeplaudere von mehr Bildung ist sicherer Arbeitsplatz und ein gutes Gehalt, ist totaler Blödsinn. Es kommt eben sehr darauf an was man studiert. Als Techniker kann man sich wahrscheinlich die Jobs und eine adäquate Bezahlung aussuchen und als Betriebswirtschaftler muss man mit ca. 200 Personen um einen Job konkurrieren und ist meist dann noch unterbezahlt.

Der Markt bestimmt Bezahlung und die Anzahl der Arbeitsplätze. Und wenn eben Pflegepersonen, Kindergartenbetreuer gebraucht werden, hilft einem ein Studium nicht unbeding weiter bzw. war es umsont, wenn man sich dann für diese Tätigkeit entscheidet, da gibt es dann eben aufgrund der großen Konkurrenz am Arbeitsmarkt auch kein zurück mehr.

euroschilling
02
27.12.2011, 15:40
Markt, jaja, der Markt

Die 'großen Konkurrenz am Arbeitsmarkt' ist sicherlich ganz besonders groß im Bereich

Pflegepersonen, Kindergartenbetreuer

;-)

Renee5
00
21.12.2011, 13:23
Geld wird fehlen

Geld wird in vielerlei Hinsicht fehlen:
Je länger gut ausgebildete Menschen durch "schlampige" Arbeitsverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt mit einer Fixanstellung hingehalten werden, umso mehr "spart" sich vor allem die öffentliche Hand. Naturgemäß fehlt es dann durch den verspäteten Berufseintritt (falls er überhaupt passiert) bei den Beitragszahlungen und den anrechenbaren Jahren. Die Latte für den Nachkauf wurde ja schon hoch gelegt. Auch am Ende bleibt die Investition in die Bildung schlecht angelegt, wenn weder die gesamelten Jahre noch das Salär für die Finanzierung der Altersversorgung - bspw. für eine Frau im Jahr 2019 unter 800 € netto - ausreichen können. Nur ein Tor rechnet dann noch mit der Unterstützung des Sozialsystems!

Orbit Ohne Zucker
01
20.12.2011, 22:01
Ich kann Sie ja verstehen.

Auch ich hätte es gerne etwas gemütlicher und würde mich mehr und langsamer mit den Dingen beschäftigen, die mir Spass machen.

Und dass es nicht genug "adäquate" Stellen für AkademikerInnen gibt ist ein Faktum - kein Verdacht. Wobei: Was ist denn adäquat? Da klingt so ein bisserl wie: "Die interessanten Sachen mache ich als Akademiker und den langweiligen Krempel kann ja jemand weniger gebildeter machen".

In großen Firmen gibts Prozesse. Die muss man befolgen und dazu brauchts kein Studium. In kleinen Firmen muss man einfach vieles (alles) machen und zupacken. Wer sich da für den "Studierten" hält, hats halt auch schwer.

Also: Eigenen Verlag gründen und Bücher verlegen und auf Käufer hoffen...

neutral ino
02
20.12.2011, 21:57

"Das auszuführen ginge hier zu weit, aber es ist nicht wirklich einzusehen, warum die 50.000ste Verfeinerung der elektronisch gesteuerten Scheibenwischanlage am BMW so viel mehr wert sein soll als ein Buch zur mittelalterlichen Münzprägung." Sorry, so kann nur jemand schreiben, der keine Ahnung hat. Ein Beispiel aus der Praxis: diese 50000ste Verfeinerung ist die Neukonstruktion eines Schalters, der sich verschleissanfällig erwiesen hat. Dadurch fallen eine Menge kostspieliger Reparaturen weg. Ja, der Ingenieur hat damit nicht die Welt gerettet, das war wohl auch nie sein Anspruch. Aber dem Auftraggeber war er sein Geld wert.

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
00
20.12.2011, 19:48
East is East, and West is West, and never twain shall meet

Gilt offensichtlich auch fuer Philosophie und Wirtschaft

http://www.smbc-comics.com/index.php... 2383#comic

(und auch fuer Ingenieurwissenschaften - aber nicht so treffend: http://www.smbc-comics.com/index.php... 879#comic)

Dorothea von Gufidaun
03
20.12.2011, 19:42
Die Akdemie gehört nach internationalen Masstäben evaluiert

und dann eine radikalen Schnitt unterzogen. Es herrscht gröbster Nepotismus und innerhalb immer der selben Klientel schiebt man einander die Projektchen zu. Das ÖBL hat einen Output von 25 Zeilen pro Jahr und Kopf! Die Kommission für Musikforschung revidiert ein ohnehin wertloses Musiklexikon. Projektarbeiten verschimmeln "virtuell publiziert" in der Bibliothek, international zeichnen sich die meisten Forschungsaktivitäten durch komplette Irrelevanz aus und die Verwendung der Wittgensteinpreisgelder wird niemals ausreichend evaluiert. Es ist Zeit für einen massiven Kahlschlag!

Leukozyt
 
21
20.12.2011, 22:41
Ich nehem an, das war Ironie - wenn nicht, dann schlichtweg uninformiert.

Die Institute werden laufen von internationalen Evaluatoren begutachtet. Wenn die finden, dass sehr viele der ÖAW-Institute exzellent sind, werden die ihre Gründe dazu haben, die sicherlich besser fundiert sind als Ihr privater Frust, den Sie offenbar an der ÖAW auslassen wollen.
Dass vor allem die Führungsstrukturen gelinde gesagt undurchsichtig sind wil ich nicht bestreiten. Wenn Sie dort kalhschlagen wollen, legen Sie bitte los, aber fangen Sie am besten bei Fekter an, über Töchterle und seine Ministerialbeamtinnen zur Akademie - lassen Sie aber die wisseschfltichen Mitarbeitenden in Frieden forschen und arbeiten. Die sind nämlich sehr effizient.

Renzo Pasolini
02
22.12.2011, 07:10
Hier spricht die Zufriedenheit am Futtertrog.

Ich kenne z.B. keine kompetente Evaluierung der Kommission für Musikforschung. Wo wurde diese veröffentlicht?

her wig
00
20.12.2011, 19:36
Wissensarbeiter sind auch nur Arbeiter

Man muss das einmal so sagen: der Statusunterschied ergibt sich sich weniger daraus ob man mit Wissen, Metallrohren oder Gummistiefeln arbeitet, sondern hauptsächlich daraus ob man für andere arbeitet oder andere für sich arbeiten lässt.

kladi
00
20.12.2011, 19:28
Nicht Bildung, sondern Begabung hat Zukunft ....

Da wird m.E. immer Bildung schon mit Begabung gleichgesetzt. Nur Letzere setzt sich durch und führt auch zur entsprechenden Wertschätzung (Bezahlung). Während meiner Schätzung nach, von 10 Leuten nur etwa einer eine technisch-naturwissenschaftliche Begabung hat, entfällt der Rest auf das nicht-technische Bildungsspektrum mit einschlägigen Begabten, aber auch schon von der Anzahl her mit zahlreichen mässig, bzw. Minderbegabten mit entsprechend niedrigerer Wertschätzung.

franz der freie
 
01
20.12.2011, 19:17
ein studium vermittelt wenig bildung, sondern spezialwissen für ein bestimmtes berufsleben.

wenn man maschinenbau studiert, kann man trotzdem ein nichtsahnender in der kultur oder kunst sein. welche bildung das studium der zeitungswissenschaft, der schmetterlingskunde oder sonstiger orchideenstudien bringen soll, ist hinterfragenswert. zum einkommen möchte ich anmerken, dass meiner meinung nach jeder gestandene chef eines handwerksbetriebes , nahezu jeden akademiker vom einkommen weit überflügelt. persönlich kenne ich eine kunsttischler-restaurationsbetrieb und einen biederen installateur. von allen bekannten akademikern ( einschliesslich meiner kunden, deren finanzielle verhälltnisse ich genau kenne), verdient keiner auch nur annähernd so viel. und spass an der arbeit haben die handwerker auch mehr.

smeexseus ...
 
00
20.12.2011, 18:29

warum sperrt diestandard so vielen foren hier ? angst vor der meinung der leser ?

knutrecht
01
20.12.2011, 18:23

...es ist nicht wirklich einzusehen, warum die 50.000ste Verfeinerung der elektronisch gesteuerten Scheibenwischanlage am BMW so viel mehr wert sein soll als ein Buch zur mittelalterlichen Münzprägung...

Ganz einfach: Da geht's ums Geldmachen. Der Scheibenwischer wird sich wohl etwas öfter verkaufen als das Buch. Und um nix anderes geht es!

NUn könnte natürlich die Politik gegensteuern. Aber das hiesse mehr Geld in Bildung/Forschung/Unis stecken.
Es ist lächerlich, z.B. einem PhD Studenten weniger als einem Supermarktkassier zu zahlen.

Aber was ist von der "Republic of banania" schon zu erwarten?

</ lustig>
02
20.12.2011, 17:42
Anzahl der Personen über 15 Jahren mit akademischer Ausbildung in Österreich

1951 5.430.530 90.571
1961 5.593.706 101.447
1971 5.669.194 120.754
1981 6.044.774 207.118
1991 6.438.980 331.772
2001 6.679.444 497.754

Quelle: Statistik Austria

Weiters:

"Akademikerzahl im Zehnjahresabstand (Seit 2001) um 50 Prozent erhöht!"

Quelle: Statistik Austria

Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass nicht alle in die BMW-Scheibenwischerentwicklung gegangen sind und schon 1951 der Bedarf an Mittelalter-Numismatikliteratur ausreichend gestillt werden konnte, könnte man eine Erklärung ableiten.
Wenn man denn wollte.

Andreas W
07
20.12.2011, 17:52
Das Problem ist nicht die Anzahl der Akademiker,

sondern dass in diesem verdummten Land dank Freunderl- und Vetternwirtschaft immer mehr unqualifizierte, minderbegabte Deppen in Jobs gelangen, die eigentlich Akademikern vorbehalten sein sollten; selbst in der Regierung sitzen ja etliche Ungebildete, im Nationalrat noch mehr.
Was dabei rauskommt sieht und spueren wir taeglich - nur dumm daherreden koenne, ist auf Dauer halt doch a bisserl wenig.

global_citizen
05
20.12.2011, 17:23
ja, für MINT Absolventen, kaum in Österreich

in Wien lacht dich ja schon jeder gute Fliesenleger aus. Als promovierter Techniker musste ich mir zuletzt in Wien von meinem Chef (seinerseits HTLer) bei 65k/Anno/Brutto sagen lassen: "Sei froh dass du diesen Job überhaupt hast". In CH verdiene ich
mehr als das Zweifache (Netto) und habe einen Vorgesetzten der mir auch fachlich das Wasser reichen kann. Also MINT zahlt sich aus aber nur in
bestimmten Regionen (Österreich gehört definitiv nicht dazu).

blablabla blablabla
02
20.12.2011, 17:17
da hilft kein herumdeuteln,

Der Verdacht ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dass es überhaupt nicht genügend adäquate Stellen für Akademiker/innen gibt.

Weder für Akademiker noch für nicht Akademiker gibt es genügend Stellen. Basta.

Wenn etwas sicher ist, dann ist es diese Erkenntnis.

exilkaerntner
01
20.12.2011, 16:48
hm?

da wird vieles durcheinendergewürfelt!
1. die situation in spanien-hier gibt es viele gut ausgebildete, die sich von praktikum zu praktikum wurschteln- liegt darin begründet, dass sich die firmen scheuen neue leute fest an zu stellen, da die arbeitsmarkt gesetze eine eigenheit aufweisen, die eine festanstellung fast mit unkündbarkeit verbindet.
2. will/kann nicht jeder akademiker in der forschung arbeiten. dass es hier manchmal mehr angebot an "forschern" gibt als nachfrage durch die forschenden stellen ist logisch und auch hier macht der markt den preis!
3. werden unterschiedlichste studien nicht auseinander gehalten. dass ein absolvent eines philosphiestudiums eher probleme hat als ein techniker liegt wohl auch auf der hand.

saunaecho
23
20.12.2011, 16:48
Akademiker-Überproduktion ?

Weil wir zuviele Akademiker ausbilden finden viele auch keinen ordentlichen Job. Sie werden schlicht nicht gebraucht und sind überflüssig - obwohl man ihnen Karriere vorgegaukelt hat. Also müssen wir vor allem an den Unis die Studienplätze vermindern. Anders gehts nicht. Es ist eine Verschwendung, wenn heute ein Studierter die Arbeit macht, die man auch mit Lehre machen kann.

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