Gebührenerhöhung

ORF: Mehr Gebühren, neue Wünsche

19. Dezember 2011, 17:53

Publikumsrat will Gebührenabgeltung des Bundes über 2013 hinaus und Lockerung der Online-Beschränkungen

Wien - "Fatal" fand Publikumsrat Andreas Kratschmar (VP) die Optik: Wo die Räte (ohne FP) Montag sieben Prozent mehr Gebühr befürworteten, sollten sie nicht zugleich vom Bund verlangen, dem ORF nach 2013 30 bis 60 Millionen Euro im Jahr zuzuschießen.

Die Kompromissformel fand Franz Küberl (unabhängig): Keine Resolution für weitere Abgeltung von Gebührenbefreiungen. Aber eine Aufforderung ans Präsidium des ORF-Gremiums, den Parlamentsklubs im Jänner Forderungen zu senden: Gebührenabgeltung, Maßnahmen gegen Werbefenster deutscher Privatsender, keine Landesabgaben auf ORF-Gebühren mehr. Der Publikumsrat bereitet auch einen Appell an die Politik vor, die Beschränkungen des ORF im Internet zu lockern.

Der Publikumsrat verlangt in der (noch auszuformulierenden) Resolution, den detaillierten, erst 2010 Gesetz gewordenen Regelkatalog für ORF-Onlinemedien zu hinterfragen. Er bezieht sich auf Paragraf 4f des ORF-Gesetzes. Der verbietet dem ORF - nach deutschem Muster und EU-Wettbewerbsverfahren - etwa Preisvergleichsportale, Bewertungsportale für Dienstleistungen und Produkte ohne Sendungsbezug, Partner-, Kontakt- und Stellenbörsen, nicht wohltätige Tauschbörsen, "Business-Networks", Telekommunikationsdienstleistungen, Erotikangebote, Glücksspiele und Wetten, Spiele und Unterhaltungsangebote, SMS-Dienste ohne Programmbezug, kommerzielle Onlineauktionen, Veranstaltungskalender, Foren und Chats ohne Sendungsbezug, Ratgeberportale ohne Sendungsbezug und selbst soziale Netzwerke anzubieten.

Der ORF sei, etwa durch das Verbot von Foren, Chats und sozialen Netzwerken derzeit "rechtlich nicht in der Lage, sich für junge Menschen unter 30 einzusetzen, die die klassischen Medien eher hinter sich gelassen haben", referierte Publikumsrat und Kommunikationswissenschafter Roman Hummel den Befund der Publikumsräte und des Salzburger ORF-Chefredakteurs Gerhard Rettenegger, die zur Resolution geführt hätten. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 20.12.2011)

Canis in urbe custodiendus non est
04
20.12.2011, 12:37
angesichts der pensionen und gehälter

erwarte ich mir eine reduktion der gebühren. Wieso soll ich eine Gebühr für die Vergabe von Geschenken bezahlen - da steht keinerlei Leistung des Staates bzw. des Staatsfunkes dahinter.

Tatjana4
02
20.12.2011, 14:22
Genau richtig !

Angeblich bekommen die ORF Mitarbeiter 80% ihres Letztbezuges als Pensionszahlung. Und das ist nur ein Teil der Privilegien im Repertoire dieses Selbstbedienungsladens.

Waldorf and Statler
 
01
20.12.2011, 12:01
Der ORF sei, etwa durch das Verbot von Foren, Chats und sozialen Netzwerken derzeit "rechtlich nicht in der Lage, sich für junge Menschen unter 30 einzusetzen, die die klassischen Medien eher hinter sich gelassen haben

Was habe ich gerade eben gelacht.

es lebe die revolution23
11
20.12.2011, 10:34
sparen liebe leute

die vom orf sollen einfach nur einmal sparen. hat jemand schon einmal gesehen wie die da so arbeiten. letztens bei einem dreh der kulturredaktion orf steiermark. kommen die nicht im super neuen riesen landrover daher. weiters soll es ja so sein dass requisiten mitarbeiter immer das tollste und teuerste werkzeug haben, und dem orf einfach verrechnen. sparen liebe leute

NobbyNobbs
11
20.12.2011, 13:29

da ich annehme, das in der steiermark auch auf bergen und widrigsten umständen gedreht wird ist ein geländegängiges kfz durchaus gerechtfertigt und nicht nur zum umadum fahren gedacht...

Snoopy47
01
20.12.2011, 09:51
Publikumsrat

sollte der nicht das Publikum vertreten?

Statt dessen Gebührenerhöhung, satte Managergehälter usw!
Wir pfeifen auf die zusätzlichen (?) Leistungen die wir ohnedies nicht brauchen.

Arbeit für die Zensur
05
19.12.2011, 23:06

Kann man den ORF-Verein nicht verkaufen und die Zwangseintreibung abstellen? Der ORF kann sich jeden Müll leisten da er ja das Geld der Bürger(innen) sicher bekommt.
Welche politische Farbe sichert dem ORF dieses Eintreibergeld - die würde ich als unwählbar ansehen.

Würde es gerecht hergehen müssten ja alle Medien Zwangsgebühr erhalten.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.