Klimaschutz

Brüssel will CO2-Zertifi­katehandel eingrenzen

Johanna Ruzicka, 19. Dezember 2011, 17:18
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    foto: apa/boris roessler

    Die Industrie sitzt auf zu vielen Emissionsberechtigungen.

Historisch niedrige Preise für Emissionszertifikate zwingen zum Umdenken. Im EU-Parlament wird darüber diskutiert, das System auf Sparflamme zu stellen

Brüssel/Wien - Das EU-Emissionshandelssystem war bisher das Flaggschiff des europäischen Klimaschutzes. Doch seitdem die Politik gegen die Erderwärmung international stagniert und die Wirtschaftsproduktion in der EU wegen der Finanzkrise schwächelt, ist der ambitionierte Handel mit Treibhausgas-Emissionsrechten zum Erliegen gekommen.

Für unter sieben Euro wird die Tonne Kohlendioxid (CO2) an den entsprechenden Börsen zwischen Leipzig und London mittlerweile nur mehr gehandelt, die Hälfte des durchschnittlichen Preises noch im Sommer. Trotzdem ist die Nachfrage gering. Es wird damit gerechnet, dass die Überversorgung bestehen bleibt, wird nicht gegengesteuert.

In dieser Situation denken EU-Parlamentarier, an der Spitze der Brite Chris Davies, ein Liberaldemokrat, derzeit darüber nach, wie der Preis angeschoben werden könnte. Konkret stellt sich Davies vor, dass in den kommenden Jahren wesentlich weniger Zertifikate via Auktionen verkauft werden, als bisher geplant war. Auch die (sowieso auslaufenden) Gratiszuteilungen sollen früher zurückgeschraubt werden.

Dadurch werde es wieder zu einem höheren Zertifikatepreis kommen, wird argumentiert. Und nur ein hoher Preis zwinge Industrie und Energieversorger zu einem sparsamen Energieeinsatz.

Politisch gewünscht ist und war, dass der Preis für ein CO2-Verschmutzungsrecht (erlaubt die Emission von einer Tonne CO2) mindestens 15 Euro beträgt. Frühere Berechnungen der Kommission gingen gar von 30 Euro aus.

Naturgemäß stößt die Idee auch auf Ablehnung. Der ÖVP-Europaabgeordnete Richard Seeber ist gegen "Ad-hoc-Maßnahmen" dieser Art, mit denen in den noch jungen Markt für Emissionsrechte eingegriffen wird. Eher könnte er sich vorstellen, dass ein Preisband für die Emissionsrechte verankert wird. Auch in der Wirtschaftskammer spricht sich Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik, dagegen aus. Ihn stört, dass über Zertifikate im Rahmen der Energieeffizienzrichtlinie diskutiert wird: "Das sollten verschiedene Rechtsakte sein."

Allen Beteiligten ist klar, dass ohne Gegensteuern das Emissionshandelssystem ins Koma rutschen kann. Dabei geht es auch um Einnahmen, mit denen Nationalstaaten und Kommission bereits gerechnet haben dürften. Schließlich müssen ab 2013 immer mehr Unternehmen Zertifikate zukaufen; die Gratiszuteilungen an Emissionsberechtigungen für Energieversorger laufen dann überhaupt aus. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 93
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vox dei !
01
26.12.2011, 17:59
Wie schön das Foto hergerichtet wurde

da läuft es jeden Klimaparanoiker kalt über den Rücken...

Und so wunderbar fürchen kann man sich bei dem Anblick!

Roter Baron
02
20.12.2011, 10:12
der ist defintiv die größte augenauswischerei der letzten 20 jahre

also ich zumindest bin nicht danach gefragt worden
ob ich meine atemluft verkaufen möchte.

roter baron

1000undeine8
11
20.12.2011, 18:27

es geht auch nicht um ihre atemluft. sie atmen CO2 aus, dass dieses oder vielleicht letztes jahr von pflanzen der atmosphäre entzogen wurde (ggf. wurden die pflanzen von viechern gefressen, und nämliche dann von ihnen). ihre atmung ist, solange genug pflanzen angebaut werden, im wesentlichen CO2-neutral. außer sie ernähren sich von fossilen rohstoffen wie erdöl oder kohle (falls ja: wie schmecken die?).

ciao4zampe
 
10
20.12.2011, 23:49

das efektiv kranke an ihrer darstellung ist
dass sie sich ausschliesslich an humanen wesen orientiert.

sehr viele andere arten - und wollen sie die nun alle ausrotten? -
eben _all_diese_anderen_geschöpfe

welche auch schluchz: atmen
und abgase von sich geben und
sogar fäkalien hinterlassen

diese sind ein _vielfaches_ mehr als der co2geschundene und neuerdings am zertifikatsscheiterhaufen verbrannte mensch:

in diesem seltenen fall
dem mensch[en] die stang ich halt.

aber bornierte typen
wollen und werden sowas
eh niemals einsehen:

recht soin mi di schuach drucken.
warum kaaft ma da voda kane neichn. -

schönes weihnachtsfest immerhin!

1000undeine8
00
21.12.2011, 18:08

auch ein schönes fest.

genießen sie den weihnachtsbraten. sie oder auch das getier, das sie verspeisen, braucht sich wegen der CO2-emissionen keine gedanken machen. die sau oder den hirsch gibt es nur, weil sie pflanzen gefressen haben, welche ihrerseits durch ihr wachstum im letzten sommer oder so der atmosphäre CO2 entzogen haben. die debatte dreht sich nicht um die etwa 300 kg CO2 aus nachwachsenden rohstoffen, die sie als mensch im jahr etwa freisetzen. sondern um die etwa 8 tonnen aus erdöl, kohle gas, die auf millionen von jahren nirgendwo mehr nachwachsen.

Mostbluzza
00
20.12.2011, 10:11
war doch ein gutes big business

das ganze theater.

zuviel zertis verschenkt, dann geschachert. jetzt nix wert und firmen haben sich freigekauft - quasi umsonst. wo gibts schon, wo man mit heisser luft millionen verdient. al gore, das ökogenie, respekt.

ich bin ein fan der schildbürger geschichten:
nur wär gern auch mal der depp der gewinnt.

beim nächsten "coup" bin ich auch dabei. versprochen. man muss es einfach früher durchschauen.

Ich weiß es auch
00
20.12.2011, 10:02
warum ist die Kirche noch nicht auf die Idee gekomme.........

sich die Vergebung der Sünden du entsprechende finanzielle beträge bei der Beichte honorieren zu lassen ?

the bugger_off
00
20.12.2011, 10:26

das gabs schon und hieß "ablass"

ciao4zampe
 
00
20.12.2011, 23:42
"zahlet und ihr werdet verschonet. ihr gehet ein ;-p

(wie man das halt deuten will)

ins klimaparadies.

die neue klimareligion.

meinereins: betet an das leidige http://www.google.at/search?q=... 40&bih=710

Franz Schwingenschrot
00
20.12.2011, 09:37

Offensichtlich sind die Luftgeschäfte ein richtiger Rohrkrepierer. Toll!
http://gedaunknsplitta.blog.de

peace & love
11
20.12.2011, 08:53
wenn das in 100 jahren wer liest ...

ist ein lachkrampf garantiert.

fischkopp
00
20.12.2011, 10:05

So ist das eben, wenn Politikerhirne "Märkte" schaffen wollen.

Johanna Orleans
12
20.12.2011, 08:45
Meine Meinung:

Handel mit CO2-Zertifikaten ist von vornherein eine Aktion des Anti-Umweltschutzes.
Es ist so ähnlich,wie Zahlungen an irgendeine Behörde, damit man die Erlaubnis bekommt, jemanden zu ermorden.

stuffy
02
20.12.2011, 08:12

Der Umwelt nutzt der ganze Handel überhaupt nichts - das was da unsinnig an Geld verpulvert wird, sollte besser in die Entwicklung und Forschung zur Vermeidung von CO2 gesteckt werden, oder Forcierung von Fahrzeugen ohne Emissionen (gegen die Erdöllobby traut sich offensichtlich niemand was zu unternehmen).

Moderner Ablasshandel, der der Umwelt nichts bringt (nur irgendwelchen Leuten, die sich die Taschen mit Geld füllen).

a b1
01
20.12.2011, 08:06
Mein Vorschlag: "Bad States" verkaufen ihre Zertifikate

und steigen danach aus.

So könnte man es schaffen, die nächsten Jahre durchzustehen, ohne irgendwas für die Umwelt zu tun.

aleph null
23
20.12.2011, 06:12
"Und nur ein hoher Preis zwinge Industrie und Energieversorger zu einem sparsamen Energieeinsatz. "

Vergessen wird bei dieser stereotyp vorgetragenen Behauptung, dass Energie auch jetzt schon ein erheblicher Kostenfaktor ist und jedes Unternehmen versucht, diese Kosten zu minimieren, mit und ohne Emissionszertifikate.
Letztere bewirken letztendlich nur eine Umverteilung des Vermögens von unten nach oben, denn zusätzliche Kosten werden im Endeffekt *immer* auf den Konsumenten abgewälzt. Und gerade bei Energiepreisen ist es so, dass die Kleinabnehmer viel mehr zahlen als die industriellen Großabnehmer.

Es handelt sich hier um eine schamlose Abzocke. Die dafür Verantwortlichen sollten vor Gericht gestellt und entsprechend abgeurteilt werden.

Andreas Mittermayer
00
20.12.2011, 07:26
"...dass Energie auch jetzt schon ein erheblicher Kostenfaktor ist und jedes Unternehmen versucht, diese Kosten zu minimieren..."

.
Dann waren sie aber bisher noch nicht sehr erfolgreich!

Siehe etwa:

http://www.vol.at/studie-la... 8-01025445

uSwLeR
00
20.12.2011, 07:09

die einpreisung hängt von der nachfrageelastizität ab... stromversorger werden zB diese zusätzlichen kosten einpreisen, weil die nachfrage nach strom sehr elastisch ist...
ein maschinen-/autohersteller wird sich da schwer tun (weil er wettbewerbsfähigkeit verliert)

deshalb aufpassen mit wörtern wie: "immer, nie, etc."

ciao4zampe
 
10
20.12.2011, 05:36
zwecks beurteilung (teil 1)

sollte man sich mit unterschiedlichen positionen - also pro _und_ contra - befassen.

geldvermehrende zertifikate haben den einzigen zweck das geld zu mehren. was denn sonst. - aber zum seriösen teil:
cit: http://www.drroyspencer.com/2010/08/o... published/

Damit dürfte nach meiner Einschätzung ein wissenschaftlicher Durchbruch in der Frage der Klimasensitivität gelungen sein: Das Wolkenfeedback ist im Klimasystem immer negativ- entgegen der Annahmen des IPCC und seiner Klimamodelle (GCM), das CO2 spielt demnach keine Rolle...;) cit\

daraus resultiert: - - follows... - -> (teil 2)

ciao4zampe
 
20
20.12.2011, 05:33
teil 2

also resultiert:

cit: Eine von den Modellen mit der falschen Annahme einer positiven Rückkoppelung "errechnete" globale Erwärmung wird in der Realität nicht stattfinden, was man im Interesse der Menschheit durchaus bedauern sollte, denn warme Zeiten waren stets gute Zeiten für die menschliche Zivilisation.

Von seiner Website:

"Our JGR Paper on Feedbacks is Published August 27th, 2010 by Roy W. Spencer, Ph. D. After years of re-submissions and re-writes — always to accommodate a single hostile reviewer — our latest paper on feedbacks has finally been published by Journal of Geophysical Research (JGR).
cit\

quelle http://forum.wetteronline.de/archive/i... 43861.html @schneefan 28.6.2010 20:10

1000undeine8
11
20.12.2011, 17:47

gelesen haben's den artikel nicht? darin steht nämlich bloß, dass eine der methoden zur feedback-diagnose (aus kurzfristigen fluktuation in der strahlungsbilanz über wenige monate) nicht ausreichend genau ist.

http://www.sciencedirect.com/science/a... 7310001226

hixposon
24
20.12.2011, 05:02
Nach dem aufgeflogenen Mailskandal vor der Konferenz in Kopenhagen 2010,

in dem das Ausmaß der Klimalüge ersichtlich und quasi von wissenschaftlicher Seite bestätigt wurde, erübrigt sich jede weitere Diskussion.

Dagmar Rehak Wien
 
00
20.12.2011, 10:12

Erbitte Details.

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