Assoziierungsabkommen

EU knüpft Abkommen mit Ukraine an Fall Timoschenko

19. Dezember 2011, 16:38

Van Rompuy: "Hängt von politischen Umständen ab"

Brüssel - Die Europäische Union will nach Worten von EU-Ratspräsident Herman van Rompuy das Assoziierungsabkommen mit Kiew nur dann unterzeichnen und ratifizieren, wenn es Fortschritte im Fall der inhaftierten Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko sowie eine umfassende Justizreform in der Ukraine gibt. "Die Achtung dieser Prinzipien, die in der Östlichen Partnerschaft und im Kern des Assoziierungsabkommens verankert sind, ist entscheidend für das Tempo und die Tiefe der Annäherung an die EU und für die Unterzeichnung und Ratifizierung des Assoziierungsabkommens", sagte Van Rompuy am Montag laut Presseerklärung beim EU-Ukraine-Gipfel in Kiew.

Van Rompuy kündigte an, die Verhandlungen über den Text des Abkommens seien abgeschlossen. "Es war eine schwierige Arbeit", betonte er. Die klare Entscheidung der ukrainischen Regierung für Europa habe dies möglich gemacht. "Das ist ein riesengroßer Schritt für unsere Beziehungen."

"Wir wollen so rasch wie möglich das Assoziierungsabkommen unterzeichnen und ratifizieren, aber das hängt von den politischen Umständen ab", sagte der EU-Ratspräsident. "In dieser Hinsicht haben eine Reihe innenpolitischer Entwicklungen in der Ukraine zu einer schwierigen Atmosphäre zwischen der Europäischen Union und der Ukraine geführt."

Van Rompuy: "Politisch motivierte Justiz"

Van Rompuy betonte: "Unsere große Sorge gilt vor allem den Risiken einer politisch motivierten Justiz in der Ukraine. Der Timoschenko-Prozess ist das bemerkenswerteste Beispiel. Aber ebenso ist eine umfassende Justizreform im Einklang mit internationalen Standards absolut entscheidend. Medienfreiheit und Versammlungsfreiheit sind auch entscheidend für eine vollwertige Demokratie. Mägel müssen korrigiert werden."

Die Oppositionspolitikerin und Gegenspielerin des jetzigen Präsidenten Viktor Janukowitsch, Julia Timoschenko, war im Oktober von einem ukrainischen Gericht wegen Gasverträgen mit Russland zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die EU hat das Urteil als politisch begründet kritisiert. Das Abkommen muss von den Parlamenten der 27 EU-Staaten und vom Europaparlament ratifiziert werden, damit es in Kraft treten kann.

Kern des Assoziierungsabkommens ist der Freihandel. Mit dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens würden mit einem Schlag geschätzte hundert Millionen Euro an Zolltarifen wegfallen. Weitere wirtschaftliche Vorteile entstünden durch den vertieften Handel, der auch der Ukraine mehr Mehrwertssteuer-Einnahmen bescheren werde, sagte ein EU-Experte. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2
Joseph EU
00
26.12.2011, 22:59
Endlich....

spricht die EU Klartext...

Ignatius von Stein
00
20.12.2011, 12:26
...

die Ukraine gehört - basically - in die EU ....

GTV916
 
00
20.12.2011, 12:12
Na das nennt man ...

... wohl "erstklassige Beziehungen". ;-)

Keine gute Idee sich in SEE-Clan Streitigkeiten hineinziehen zu lassen ...

papst benedikt
00
20.12.2011, 12:00

von wem wurde herr rompuy eigentlich gewählt?

Standard Leser4
 
00
27.12.2011, 12:04

Immer der selbe Mist von Ihnen. Seit wann werden Angestellte gewaehlt. ? Die "Kommissare und Angestellten der EU werden von den Regierungen der Mitgliedstaaten nominiert und vom EU Parlament bestaetigt.
Die Regierungen und d EU Parlamentarier werden gewaehlt, also d genuegt doch!
In Russland wird ja auch nicht jeder "Beamte" im Kreml gewaehlt.

barney
51
20.12.2011, 06:26

Was die EU hier durch ihren Grüßaugust Van Rompuy betreibt, ist zweierlei:
a) Erpressung
b) Einmischung in fremde Angelegenheiten

grumbleduke
 
11
20.12.2011, 12:18
Das Verfahren gegen Timoschenko ist natürlich ein Witz

Allerdings stelle ich mir gerade die Frage, was hier los wäre, wenn Peking wirtschaftliche Übereinkünfte etwa an den Ausgang des Tierschützerprozesses in Wr. Neustadt knüpfen würde.

Querschädl
00
20.12.2011, 09:35
ja

natürlich, die EU sollte nur zahlen und keinerlei Bedingungen stellen. Immer diese Bedingungen bei Verträgen, das sollte man generell verbieten.

h 90
01
20.12.2011, 10:09

Was wuerdens sagen wenn Russland meint der Grasser darf nicht verurteilt werden und eigentlich waere der HC ja der Premier aber die Wahlen wurden gefaelscht.

barney
00
20.12.2011, 10:07
Zahlen, bitte!

Aha! Die EU zahlt? Wem? Wann? warum?

h 90
12
20.12.2011, 05:54

Man stelle sich vor die EU wuerde Straffreiheit fuer Grasser fordern.....

AlBundyFan
 
00
20.12.2011, 11:25
warum soll sie was fordern, was eh irrlevant ist?

dazu müßte grasser erstmal angeklagt werden....

h 90
00
20.12.2011, 17:11

Auch wieder wahr.....Hab nur kurz getraeumt....jetzt faellts mir wieder ein, wir sind ja in Oesterreich :o)

verleih nix
00
20.12.2011, 10:09

man stelle sich vor, die eu würde die bestrafung von grasser fordern!

Hört auf mich
13
20.12.2011, 02:40

Die Ukraine sollte schnellstmöglich in die EU aufgenommen werden. Dann muß Timoschenko auch nicht mehr in den Knast, sonder bekommt einen EU-Posten, so wie man es halt mit kriminellen Politikern innerhalb der EU macht.

der schwitzbär der schwitzt sehr
13
19.12.2011, 22:43
Das "Friedensprojekt" übt sich in Rechtsbeugung

nachdem
1.
amerikanische Anwälte und Wirtschaftsprüfer festgestellt haben, daß unter Frau Timischenko 1/2 Milliarde Staatsgeld verschwunden war
Zitat:
- 17 Mio. Euro für Zucker ausgegeben, der nie an die Ukraine geliefert wurde
- 32 Mio. Euro bei Einfuhren von Impfstoffen und medizinischer Ausrüstung unterschlagen
- usw.

2.
Frau Timoschenko trotzig dem 31-jährigen und sicherlich böse altkommunistischen Richter verhöhnepipelt hat (so kommt man ja weit)

3.
sitzt sie jetzt - NUR - 7 Jahre ein (das ist für 1/2 Mrd. Dollar milde)

Und nun kommt der nicht gewählte "Präsident" Europas einher und verlangt Rechtsbeugung

Ist der immun, oder kann man den auch einsperren ?

Das sollten wir langsam tun, denn er ruft zur Beugung des Rechtsstaates auf.

h 90
00
20.12.2011, 17:12

Nein den kann man nicht einsperren. Bei uns haben die schon die absolute Kontrolle.

Ernst Guevara
52
19.12.2011, 17:09
wenn es nach den entscheidungsträgern in der EU geht

dann haben menschenrechte und demokratie nur eine selektive gültigkeit und werden je nach politischer und wirtschaftlicher opportunität angewendet. anders ist es nämlich nicht zu erklären, dass die EU bei der ukraine bedenken anmeldet (wahrscheinlich deshalb, weil die EU wirtschaftlich noch mehr herausschlagen will), aber kommentarlos ein freihandelsabkommen mit terrorstaaten wie kolumbien abschliesst.

saxonia
65
19.12.2011, 17:06
schau mal einer an

... wenn man nichts böses denkt, die EU will ja nur die "Demokratie" unterstützen.

So was heißt ja eigentlich Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten - und soviel ich weiß ist dies strafbar. Aber bitte doch nicht die "EU" - die ist ja demokratisch und macht so was nicht.

Liebe Ukrainer - ich wünsche Euch eine Timoschenko im Knast - die hat Euer Land korrupt gemacht, sich bereichert und verkauft wie damals Jelzin Rußland - Sprichwort Gasprinzessin. Und bitte - die EU sollte Euch meilenweit am Arsch vorbei gehen. Es würde für Euch nur noch schlimmer kommen.

Aber vielleicht bekommt Ihr ja von EU-Gnaden eine neue Familiendynastie

Hurra Hurra EU!!!!!

hiesiger Greis
00
19.12.2011, 23:30

andererseits kümmern sich die Leute um Sachen, die sie nichts angehen und dann sagen sie, es gibt keine Demokratie. Wieviele Demos werden gemacht von Leuten, die von etwas gar nicht persönlich betroffen sind, sodass man sich fragt, wozu die das machen ? Weil gut, Einmischung in die Angelegenheiten eines Staates, aber ob ein Gesetz von der Regierung gemacht wird oder von der EU, was für einen Einfluß habe ich darauf ? Behaupten Sie, Sie können in Ihrem Wohnbezirk mitbestimmen ? Ich kann nicht einmal die Frauenpolitik der Straße zu bringen, mich als Mann überhaupt wahrzunehmen. Ich bin ja nicht der Lieferant von Aufsichtsratsposten.

Walter Kaiser.
32
19.12.2011, 18:20
Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten - und soviel ich weiß ist dies strafbar.

Soso.

Die EU hat nichts gegen eine Timoschenko "im Knast" - aber sie wünscht ein rechtstatliches Verfahren. Und genau das wünsche ich mir auch.

Allerdings nicht nur von der Ukraine!

free spirit
01
20.12.2011, 07:55
...ein rechtsaatliches verfahren...

wie hier im korrekten österreich. da haben sich unrechtmäßig bereichernde politiker nichts zu befürchten...

saxonia
33
19.12.2011, 18:58
..rechtsstaatlich

würde in diesem Fall dann ja Freispruch nach EU-Lesart bedeuten, danach wieder ne orange Revolution, Timoschenko an die Macht, Ausverkauf des Landes dann Richtig, sinken des Lebensstandarts, dann endlich Natomitgliedschaft und wir bedrohen "gar nicht" Russland.

Der Zwersch
54
19.12.2011, 21:04

Gegen Wahnvorstellungen gibts Pillen...

free spirit
01
19.12.2011, 16:42
eine politikerin ist mehrfachmiliardärin...

so wie viele arabische diktatoren auch...

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