Thüringen

Verfassungsschutz soll Polizeiaktion sabotiert haben

19. Dezember 2011, 14:14

V-Mann Tino Brandt wurde angeblich über Observation informiert

Berlin - Nach dem Abtauchen des deutschen Neonazi-Trios Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt Anfang 1998 soll das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) laut einem Medienbericht einzelne Fahndungsmaßnahmen der Polizei sabotiert haben. Wie die "Berliner Zeitung" am Montag unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, soll die Verfassungsschutzbehörde den Thüringer Neonazi Tino Brandt über die gegen ihn gerichteten Observationsmaßnahmen der Polizei auf dem Laufenden gehalten haben. Brandt war damals als V-Mann "Otto" für den Verfassungsschutz tätig.

Dem Neonazi sei mitgeteilt worden, dass die Polizei ihn aus einer angemieteten Wohnung in der Nähe seines Rudolstädter Hauses heraus überwache, heißt es weiter in dem Bericht. Auch hätten seine Verbindungsführer vom Landesamt für Verfassungsschutz Brandt die Fahrzeuge beschrieben, die von dem polizeilichen Observationsteam benutzt werden. Es sei angeblich sogar vorgekommen, dass Verfassungsschützer in ihren Autos die Polizisten verfolgten, die ihrerseits Brandt hinterher fuhren.

Brandt hatte nach dem Abtauchen des Neonazi-Trios Spendensammlungen in der Szene organisiert und stand in Kontakt mit rechtsextremen Gesinnungsfreunden aus Jena, die demnach direkten Zugang zu Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt hatten. Dem Trio werden zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und mehrere Banküberfälle zur Last gelegt.

Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass Brandt im Jahr 2000 vom Thüringer Verfassungsschutz mehr als 2000 Mark (rund 1020 Euro) bekommen haben soll, das er laut "Bild am Sonntag" an die rechte Terrorgruppe weiterleiten sollte. Damit sollten sich die Rechtsextremen neue Pässe besorgen. Die Verfassungsschützer wollten demnach mit Hilfe der Zahlung konkrete Hinweise auf den Aufenthaltsort sowie die Tarnnamen der Rechtsterroristen erhalten. Der Plan sei aber gescheitert. (APA)

Kommentar posten
11 Postings
prado
09
19.12.2011, 18:41
ein rechtes Tollhaus der deutsche Verfassungsschutz

ganzsichernicht
 
00
19.12.2011, 18:03
...na klar hat der verfassungsschutz ein ureigenes interesse, die "gacke" am dampfen zu halten...

so bleibt ein "feindbild" erhalten...den kalten krieg gibts ja *leider* nimmer...dafür bnebulösere feinde wie "der islam", die "rechten", die "auländer"..."einfach gestrickt" mags das herdentier, vulgo das volk, am liebsten...

Der Mann im Fass
 
00
19.12.2011, 17:40

Die drei haben die Kohle mit Handkuss genommen und sind verschwunden. Wundert das irgendjemand?

Hejaro Kardox
10
19.12.2011, 16:36
Das Klingt wie ein Fall für Zwei bei ZDF oder Tatort bei ARD.

Das kann ich mir sehr gut voerstellen, dass die Herrschaften sich immer uneinig sind, Verbrechen vertuschen wollen und aber die Verbrechen lieber auf unschuldigen schieben wollten.

Was leider ganz in die Hose gegangen ist.

Bei allen Ermitlungen gibt es Got sei Dank immer jemand, der die Augen offen hält und nicht ganz einschläft.

Takis
06
19.12.2011, 15:22

Ich war immer davon überzeugt, dass die tendenziell rechten Geheimdienste auch heute noch am rechten Auge blind sind, aber dass nicht nur weggeschaut wurde sondern auch noch tatkräftig unterstütz wird hätte ich mir nicht gedacht.

Nestor Machno
 
10
21.12.2011, 18:23
Sie sind offenbar auf dem rechten Auge nicht blind,

sondern sehend, und sehen dort etwas, was ihnen gut gefällt.
Das sollte man einmal zur Kenntnis nehmen, und nicht immer klagend einmahnen, es sollte doch eigentlich anders sein.

Astroturfer_57
 
02
19.12.2011, 17:21
Dann kannten Sie das sicher auch nicht..

http://www.youtube.com/watch?v=sd9o6kohI7I

Takis
00
19.12.2011, 19:10

Doch, das kannte ich schon. Ich meinte aber auch eher die deutschen Geheimdienste. Eigentlich sehr naiv...

Astroturfer_57
 
01
20.12.2011, 03:27
Allerdings naiv.

Mit Verlaub!

Sie sollten sich mal über die Entstehungsgeschichte des BND schlau machen...
Stichwort: "Organisation Gehlen"

Dann ist es auch zur CIA und diversen Verbrechen an der Menschlichkeit nicht mehr weit.

Menschenrechtsverletzungen wie sie beispielsweise bei der Durchführung des "Project MKULTRA" begangen wurden, waren schließlich auch inspiriert vom Geiste Mengeles und anderer Barbaren.

Takis
00
20.12.2011, 19:13

Das sollte ich wohl machen :)

Im Moment liest man eh viel drüber wegen der vernichteten Akten.

Astroturfer_57
 
00
21.12.2011, 03:08

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.