SOPA und PIPA

Wieso das US-Zensurgesetz SOPA seine Ziele verfehlt

19. Dezember 2011, 13:06
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    foto: dpa, a3929 julian stratenschulte

Umstrittene Gesetzesentwürfe von Google, eBay und Co. kritisiert

Der US-Kongress bereitet ein Gesetz vor, der derzeit für großen Aufruhr sorgt. Die Gesetzesentwürfe "Stop Online Piracy Act" (SOPA) und "Protect IP Act" (PIPA) soll große Medienkonzerne wie Universal dazu befähigen, die Verbreitung von Inhalten aufgrund von Urheberrechtsverletzungen zu unterbinden. Eine Absegnung des Gesetzes wäre auch nicht ohne Folgen für Österreich. Die MPAA (Motion Picture Association of America) und die RIAA (Recording Industry Association of America) wollen mithilfe des SOPA-Gesetzes einen unkomplizierten Weg einschlagen, Internetseiten, die gegen Copyrights verstoßen, zu sperren.

Net-Koalition

Konzerne wie Google, Facebook, AOL und Mozilla haben scharfe Kritik geäußert, da Plattformen wie YouTube oder das soziale Online-Netzwerk von Mark Zuckerberg zur Verantwortung gezogen werden können, wenn ein Titel in ein Video integriert wird, der gegen Copyrights verletzt. Sie haben sich eine Net-Koalition (PDF) gegründet, um gemeinsam ihre Stimme gegen SOPA und PIPA zu erheben. 

Kriminellen in die Hände gespielt

Auch Sicherheitsspezialist TrendMicro warnt, dass SOPA Cyberkriminellen in die Hände spielen könnte, um genau das zu machen, wogegen das Gesetz entworfen wurde: "Sopa könnte die gesamte Sicherheit des Internets unterwandern und Kriminellen das Leben einfacher machen." Die Begründung: SOPA setzt am Domain Name System (DNS) an. Durch SOPA seien Internetanbieter gezwungen, ihre Webseiten auf der DNS-Ebene zu blockieren. Die Sperre wird damit zu umgehen sein, indem man einen einen DNS-Server außerhalb des SOPA-Einflussbereichs nutzt. Laien würden einen manipulierten DNS-Server nicht erkennen.

"Nicht effizient genug"

Neben Unternehmen wird SOPA auch von Politikern wie dem US-amerikanische Internetpionier Vint Cerf kritisiert. In einem offenen Brief an den SOPA-Autor und Republikaner Lamar Smith prangert Cerf die revidierte Fassung von SOPA an, wonach "die Verhinderung des Zugriffs auf illegale Daten im Ausland nicht effizient genug" sei. Man könne auf einen ausländischen DNS-Server ausweichen, argumentiert Cerf. (red)

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14 Postings
Die kritische Stimme
00
20.12.2011, 13:08
Umgehung

Es gibt Möglichkeiten, bei denen eine Umgehung ungleich schwerer ist: DNS-Spoofing.

Ein Betreiber, der gezwungen wird, gewisse Anfragen zu blockieren, könnte z.B. per Update in seine Kabelmodems einbauen (oder zur Sicherheit in die Router), dass alle DNS-Requests gefiltert und die Ziel-IP-Adresse umgeschrieben wird, sodass sie nur an den eigenen DNS-Server gesendet werden.

Die Mittel dafür sind z.B. in fast jeder Linuxdistribution dabei: iptables; und auf nahezu allen Kabelmodems läuft Linux.

Einziger Ausweg dafür wären VPNs sowie freie, DNS-Server, die verschlüsselte Requests auf anderen als Standard-Ports empfangen - einzelne gibt es bereits. Derzeit ist diese Konfiguration aber im "führenden" Betriebssystem Windows nicht möglich.

Folgendes...
 
00
29.12.2011, 13:10
Ein viel einfacherer Weg...

... wäre, wenn man eine /etc/hosts downloadet, wo alle gewünschten Server wie kino.to, ... bereits eingetragen sind.

Eine Notwendigkeit für VPNs, ... entstünde so nicht.

Amadox
00
12.1.2012, 17:47

erinnert sich noch jemand daran, wie man vor google viele dinge nur über diverse link-listen fand? sowas wirds dann wohl wieder werden, nur diesmal mit ip adressen... ^^

Diversion
01
19.12.2011, 15:53
copyright-industrie = zensur pur

Lightning_Cock
00
19.12.2011, 23:06
copyright-industrie = geschwür

konsens ist nonsens
00
19.12.2011, 14:45

Pro Sopa lobbyieren übrigens MS, Apple und ein Haufen anderer HW-Hersteller...

tan48
01
19.12.2011, 15:10
Nicht ganz richtig

Die BSA setzt sich dafür ein, dort sind MS, Apple und viele andere Mitglieder.
MS hat sich aber schon vor Wochen gegen SOPA ausgesprochen und ich glaube auch Apple hat schon Zweifel geäußert.

konsens ist nonsens
00
20.12.2011, 08:07

Klingt aber nach Nebelgranaten... direkt als Firma gegen ein unbeliebtes Vorhaben aussprechen und eine Ebene dahinter die Lobbyisten dafür finanzieren. Und so klein sind MS und Apple nicht, dass sie da nichts mitzureden hätten.

Llywellyn
 
00
19.12.2011, 14:39

sehe ich das richtig, dass es hier in erster linie gar nicht um die problematik der urheberrechtsverletzungen geht, sondern viel mehr darum eine möglichkeit zum sperren von webseiten durchzusetzen?

anty
00
19.12.2011, 14:58
ja

Llywellyn
 
00
19.12.2011, 15:13

i knew it!

Zitronenbaum
07
19.12.2011, 13:30

Möchts gerne noch einmal posten:
http://youtu.be/JhwuXNv8fJM

Zensur passiert auch JETZT schon!

TRockenmilch
00
19.12.2011, 15:32

totalbiscuit ftw!!

perihel
 
02
19.12.2011, 13:21
Vint Cerf ist auch bei Google

Seit einigen Jahren Chief Internet Evangelist.
(nur als Zusatz...) LG Perihel

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