Ein Staat lässt trauern

Ansichtssache | 19. Dezember 2011, 11:30

Seoul - Nach dem Tod von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-il haben die Staatsmedien von Szenen "unbeschreiblicher Trauer" berichtet. Die Menschen "versuchen nicht einmal, die Tränen wegzuwischen, und ringen mit Schmerz und Verzweiflung angesichts des Verlusts", berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag. Das Staatsfernsehen zeigte in Tränen aufgelöste Passanten auf den Straßen der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang.

Singen und Tanzen verboten

Bis zum 29. Dezember wurde Staatstrauer angeordnet. Während der Trauerzeit ist Singen und Tanzen verboten. Nordkoreas Staatsfernsehen zeigte Mitglieder der regierenden kommunistischen Partei, die schluchzten, schrien und auf Tische schlugen. "Ich kann es nicht fassen! Wie konnte er so gehen? Was sollen wir jetzt machen?", fragte Parteimitglied Kang Tae-ho. "Er versuchte so sehr, unser Leben besser zu machen, und ist einfach gegangen", sagte Hong Sun-ok.

Herzinfarkt während Zugfahrt

Am Morgen war offiziell mitgeteilt worden, dass Kim Jong-il, der 1994 die Nachfolge seines Vaters, des Staatsgründers Kim Il-sung, angetreten hatte, am Samstag im Alter von 69 Jahren während einer Zugfahrt außerhalb von Pjöngjang einem Herzinfarkt erlegen war. Bei der Bekanntgabe des Todes im Fernsehen hatte die Nachrichtensprecherin Tränen in den Augen. Anschließend zeigte das Fernsehen stundenlang Bilder des Machthabers bei Besuchen von Fabriken und Schulen. (APA)

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foto: kyodo news/ap/dapd

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Bild6: Ich wüsste gerne, ob dieses Bild tatsächlich aus Pyongyang stammt und wer auf diesem Bild zu sehen ist.
Die getragene Kleidung passt nämlich so gar nicht zu dem, was wir auf anderen Nordkoreabildern so sehen.

Also entweder stammt dieses Bild aus China, oder es zeigt chinesische Studentinnen in Pyongyang - oder aber die Auswahl an Kleidungs-Produkten in Nordkorea ist doch größer als wir es bis jetzt dachten.

Die Recherche hat bis jetzt ergeben, dass das Foto der japanischen Nachrichtenagentur "Kyodo News" gehört...

es ist eine schande

daß die welt seit jahrzehnten dabei zuschaut, wie ein irres regime in nordkorea menschen verhungern läßt, während die nomenklatura mercedes fährt.

dass die dort ned ganz sauba sind

haben schon die trauerszenen beim tod seines vaters gezeigt. hier ab knapp einer minute zu sehen - traumhafte szenen! da ist die sonne die in kärten zu scheinen aufhört ein dreck dagegen :-)

http://www.youtube.com/watch?v=NrvIM1ENcbA

die tränen sind echt, es gibt nämlich in ganz nordkorea keine zwiebeln zu kaufen.

Für eine zusätzliche Essensration von zwei Scheiben Brot aktiviert man dort schon mal gerne sein schauspielerisches Potential.

Das ist glaub ich die größte und interessanteste Frage zu Nordkorea überhaupt.

Wieviel dieser Führerverehrung ist ehrlich, und wieviel ist erzwungenermaßen schaugespielt.

Das Problem ist, dass kein Nordkoreaner, dem sein Leben etwas wert ist, diese Frage ehrlich beantworten kann, falls zweiteres zutrifft.

die Tränen sind echt!

und ohne dass man dafür eine Portion Brot bekommt.

das war in UdSSR - als Breschnew verstorben war - auch nicht anders, allerdings nicht in dem Ausmass wie in NK.

Da sieht man, wie man kindlich gehaltene Erwachsenen manipulieren kann.

Die Nordkoreaner

werden kindlich gehalten. Bei uns wehren sich die Leute mit Händen und Füssen Erwachsen zu werden. Lassen sich im Hotel Mama wie Kleinkinder bedienen und behandeln. Sie setzen sich freiwillig in den Apple-Häfen, zahlen dafür dass sie in der geschlossenen Welt der Facebook Farm hackeln dürfen und träumen von einem Auftritt im Dschungel Camp.
Wir sind die kindischte Gesellschaft die es jemals gegeben hat.

Wie wahr!

Und wie die Kleinkinder rennen sie momentan den Geschäften die Türen ein, weil man ja Klumpert schenken muß.

Und heulen Rotz u. Wasser, wenn der Bundespräsident stirbt.

Ich glauben Sie missverstehen da etwas - unsere Gesellschaft ist vielleicht in manchen Bereichein kindisch, aber sicher nicht kindlich.

die trauern nicht

da läuft sicher gerade eine schnitzelwerbung auf einer video wall :o)

Im Ernst, weiß ich nicht, was mich mehr schockiert: Verordnete Trauer, wo man mitmachen muß, oder Trauer um wildfremde Ikonen wie Steve Jobs, Amy Winehouse etc...

Wer sind die Zombies und die gleichgeschaltenen?

wo waren denn im Westen zehntausende weinend auf der Straße?

Bis zu einem gewissen Grad ist es eine normale

Reaktion.
Ich hab mir auch gestern eine Nummer von der Cesaria Evora angehört und dann hat meine Frau gemeint "Da hast ein Feh".
Eigen find ich es nur, wenn es in Massenhysterie umschlägt.

Ist sein Lebensmensch schon vor die Kamera getreten?

Gehirnwäsche

wenn den Leuten mal wer sagen würde, dass Südkorea ein 25 mal höheres BIP hat würden es wohl Freudentränen über den Abgang sein !

Trauer über eine nahestehende Person

ist eine sehr normale Reaktion. Selbst wenn man den Onkel nicht gemocht hat. Aber auf seinem Begräbnis flehnt man doch.
In so einem Land ist der Führer eine allgegenwärtige Person. Genauso wie Onkel Steve für die Apple-Fans.
Da hat man 1000x sagen können, das war eigentlich ein beinharter Kapitalist. Der iFan war trauig und hatte das Bedürfnis die Foren dieser Welt zuzuRIPen.
Warum gesteht man dieselbe psychologische Reaktion den Nordkoreanern nich zu und hält sie für deppert?

ich rate Ihnen einmal Zeitungen aus dem Herbst 1989 auszugraben,

in denen die Psyche der osteuropäischen Völker nach Jahrzehnten der kommunistischen Indoktrination beschrieben wurde.

Da wurde übertrieben, phantasiert und wild spekuliert. Gekommen ist dann alles ganz anders.

Im Rückblick dieser Erfahrung finde ich es unsinnig die Seelenlage der Nordkoreaner von Wien aus zu beurteilen, noch dazu mit Bildern, die von der nordkoreanischen Propagandaabteilung geliefert werden.

Wenn Sie sich aber unbedingt zum nützlichen Idioten dieser Leute machen wollen - nur zu!

(Wobei Sie die hier laufende Diskussion gar nicht verstehen: keiner macht sich über die Trauer der Nordkoreaner lustig, mann kauft sie ihnen einfach nicht ab.
Und: nur Drama-Queens flennen beim Begräbnis des Onkels.)

so ist das nun mal, wenn lebemenschen von uns scheiden. himmeltraurig!

ich bin ganz ehrlich "entteischt" ....

Ich bin sehr traurig,

kämpfe den ganzen Tag schon mit den Tränen. Aber losheulen kann ich nicht in der Firma, meine kapitalistischen Kollegen haben dafür kein Verständnis. Sie verunglipfen unseren geliebten Führer als blutrünstige Diktator und Verbrecher! Dabei sieht doch jedes Kind die Schönheit und Erhabenheit Nordkoreas, weite Blumenwiesen mit blütenweißen Kleidern der Kinder, die ihrem geliebten Führer huldigen.
So, nach dem Ausheulen gibt es heute eine Runde extra aus der Mao-Bibel, und dann opfere ich dem geliebten Führer edles Kraut.

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