Seoul - Nach dem Tod von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-il haben die Staatsmedien von Szenen "unbeschreiblicher Trauer" berichtet. Die Menschen "versuchen nicht einmal, die Tränen wegzuwischen, und ringen mit Schmerz und Verzweiflung angesichts des Verlusts", berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag. Das Staatsfernsehen zeigte in Tränen aufgelöste Passanten auf den Straßen der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang.
Singen und Tanzen verboten
Bis zum 29. Dezember wurde Staatstrauer angeordnet. Während der Trauerzeit ist Singen und Tanzen verboten. Nordkoreas Staatsfernsehen zeigte Mitglieder der regierenden kommunistischen Partei, die schluchzten, schrien und auf Tische schlugen. "Ich kann es nicht fassen! Wie konnte er so gehen? Was sollen wir jetzt machen?", fragte Parteimitglied Kang Tae-ho. "Er versuchte so sehr, unser Leben besser zu machen, und ist einfach gegangen", sagte Hong Sun-ok.
Herzinfarkt während Zugfahrt
Am Morgen war offiziell mitgeteilt worden, dass Kim Jong-il, der 1994 die Nachfolge seines Vaters, des Staatsgründers Kim Il-sung, angetreten hatte, am Samstag im Alter von 69 Jahren während einer Zugfahrt außerhalb von Pjöngjang einem Herzinfarkt erlegen war. Bei der Bekanntgabe des Todes im Fernsehen hatte die Nachrichtensprecherin Tränen in den Augen. Anschließend zeigte das Fernsehen stundenlang Bilder des Machthabers bei Besuchen von Fabriken und Schulen. (APA)