ÖSV-Läufer gewinnt Torlauf vor Giuliano Razzoli und übernimmt die Führung im Gesamtweltcup
Alta Badia / Flachau - Marcel Hirscher ist nach dem US-Amerikaner Ted Ligety der zweite zweifache Sieger der neuen Saison. Der 22-jährige Salzburger gewann auf der Gran Risa nach Rang fünf im Riesentorlauf den Slalom und übernahm vom Norweger Aksel Lund Svindal die Führung im Gesamtweltcup. Auch im Spezialweltcup liegt Österreichs derzeit einziger Siegläufer voran.
Gleichsam im Triumphzug geht es nun nach Flachau, wo am Dienstag (Damen) und Mittwoch die dem Schneemangel im finnischen Levi zum Opfer gefallenen ersten Slaloms der Saison nachgeholt werden.
Die Stärke der Salzburger Marlies Schild und Hirscher garantiert für die Flutlichtrennen im Heimatort von Hermann Maier Massenandrang. Jeweils 15.000 Zuseher werden erwartet. Für die Besucher aus der näheren Umgebung sowie der Stadt Salzburg gibt es ein kostenloses Shuttleservice.
Während Schild im Jänner 2010 schon einmal in Flachau gewann, wird auf einen österreichischen Slalomsieger dort noch gewartet. Gemessen am Auftritt vom Montag könnte der durchaus Marcel Hirscher heißen. Damit hat er selbst am wenigsten gerechnet. Ein Hexenschuss machte Hirscher nach dem Riesentorlauf schwer zu schaffen. Die Physiotherapeuten leisteten aber in nächtlichen Überstunden ganze Arbeit. Hirscher stürmte zur Halbzeitführung vor dem Kroaten Ivica Kostelic und dem Italiener Giuliano Razzoli. Die restlichen Österreicher enttäuschten. Mario Matt schied im ersten Lauf aus. Benjamin Raich und Reinfried Herbst, im Vorjahr noch Sieger in Alta Badia, verloren noch mehr Zeit als Manfred Pranger. Rainer Schönfelder (54.) konnte sich gar nicht erst für den zweiten Lauf qualifizieren, den Hirscher zu einer Demonstration der Stärke nutzte.
Während Kostelic hinter den Deutschen Felix Neureuther und den Schweden Andre Myhrer zurückfiel, verhinderte Hirscher mit fünfter Laufzeit Razzolis Heimsieg und hängte den Italiener um 0,56 Sekunden ab. Pranger war mit Rang neun der beste der restlichen Österreicher.
"Die Anspannung war gewaltig", sagte Hirscher nach seinem insgesamt fünften Weltcupsieg, dem zweiten im Slalom nach Val d'Isere 2010. "Ich habe gewusst, dass ich wieder angreifen muss, alles andere hilft eh nichts." Ein Fehler Mitte des zweiten Laufes half. "Danach war ich hellwach." Kurios, dass er bisher kein Freund dieses Rennens war. "Es ist wunderschön in Südtirol, aber dieser Slalom taugt mir nicht." (DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 20. Dezember 2011)