Serbien

Neuer Anlauf zu Telekom-Privatisierung

19. Dezember 2011, 10:08

Serbien will den bereits privatisierten Minderheitsanteil zurückkaufen, um einen Komplettverkauf des Unternehmens zu versuchen

Athen - Nach vergeblichem Ringen mit der Deutschen Telekom und der Telekom Austria um eine Privatisierung der serbischen Telekom nimmt das Balkanland einen neuen Anlauf. Serbien will nun den bereits privatisierten Minderheitsanteil zurückkaufen, um dann einen Komplettverkauf des zu 80 Prozent staatlichen Unternehmens zu versuchen. Der von der griechischen Telekom OTE gehaltene 20-Prozent-Anteil solle für 380 Millionen Euro zurückerworben werden, teilte Telekom Srbija am Wochenende nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

Die Deutsche Telekom ist an OTE zu 40 Prozent beteiligt und hatte sich vorübergehend auch um einen direkten Anteil an Telekom Srbija bemüht. Nachdem auch OTE selbst wegen der Wirtschaftskrise im Heimatland aus dem Rennen war, blieb als letzter Bieter die Telekom Austria übrig. Eine Einigung mit den Serben scheiterte jedoch an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Die Österreicher wollten für einen 51-prozentigen Anteil bis zu 1,1 Mrd. Euro auf den Tisch legen, Serbien forderte dagegen 1,4 Milliarden Euro.

Die Kosten des Rückkaufs will Serbien seinem Telekomunternehmen aufbürden, um den Staatshaushalt nicht zu belasten. Telekom Srbija solle dafür eine Anleihe begeben. OTE war im Jahr 1997 bei dem Unternehmen eingestiegen, konnte als Minderheitsaktionär jedoch bisher wenig mit dem Anteil anfangen. Sollte der Telekom Austria eine Übernahme der Serben gelingen, würde sie zum Marktführer in Zentral- und Osteuropa aufsteigen. (Reuters)

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