Gespräche mit Medien über Streaming-Inhalte - Außerdem Koppelung TV mit Tablet und Smartphone
Bisher scheint sich Apple TV, von dem Steve Jobs kurz vor seinem Tod noch sagte, es endlich geknackt zu haben, nicht durchgesetzt haben. In den vergangenen Wochen haben sich Apple Entscheidungsträger mit Vertretern der Medienbranche getroffen, um über die Zukunft des Fernsehens zu diskutieren. Dies geht aus einem Bericht des Wall Street Journal hervor.
Sprach- und Gestensteuerung
Die aktuelle Technologie geht von Festplatten weg und setzt auf Streaming. Apple verhandelt nun mit den Medienvertretern, um diese
Streaming-Inhalte für das HDTV anbieten zu können, um Serien oder Filme
direkt auf das Apple-HDTV zu übertragen. Dazu kommt Sprach- und Gestensteuerung, um nach Fernsehsendern zu suchen oder die Lautstärke zu regeln. Welche Soft- und Hardware dabei zum Einsatz kommen soll, bleibt weitgehend unklar. Der Konzern aus Cupertino biete dazu "vage" Informationen. Nichtsdestotrotz weist das Treffen mit Medienkonzernen darauf hin, dass Apples TV Strategie langsam Formen annimmt. Schließlich ist es nicht unüblich, dass das Unternehmen seine Produkte und Ideen unter Verschluss hält bis der Vorhang gelüftet wird.
Microsoft
Den Ansatz der Stimmeneingabe und Gesten verfolgt auch Microsoft mit der Kinect-Steuerung für seine Spielekonsole Xbox. Zuletzt baute Microsoft das Angebot an Fernsehinhalten auf der Xbox stark aus. Laut früheren Berichten könnte bei Apple eine Version des "persönlichen Assistenten" Siri vom neuen iPhone 4S auf den Fernseher kommen.
Smartphone und Tablet
In den Gesprächen, an denen auch Apples Senior Vice President Eddy Cue beteiligt ist, gehe es auch darum, UserInnen auch über Smartphones und Tablets und Fernsehr zu erkennen. Dazu zählen neue Möglichkeiten, von Medienfirmen zur Verfügung gestellte Inhalte zu streamen: NutzerInnen können beispielsweise ein Video auf dem TV-Set ansehen, anschließend auf ein anderes Gerät wechseln und das Video am Smartphone zu Ende schauen, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person gegenüber WSJ.
Kabel- und Sat-Emfpang
Das TV-Gerät, an dem Apple arbeitet, würde eine Version von Apples AirPlay nutzen, das NutzerInnen eine Steuerung via iPad und iPhone ermöglicht. Wann ein solches Gerät auf den Markt kommt und welche Sender es empfangen soll, ist unklar. Genauso, ob man Apples Fernsehkonzept auch Kabel- beziehungsweise Satelliten-Emfpang bieten wird. Apple plane außerdem DVR Speicher und iCloud in das Gerät zu
integrieren, die es möglich machen sollten, gekaufte oder gespeicherte
Sendungen auf zwei unterschiedlichen Geräten - zum Beispiel TV und PC -
anzusehen, ohne sie zwei Mal zu speichern oder zu bezahlen.
Antipiraterie-Schutz
Mit der Technologie soll es möglich sein, Videos vom mobilen Gerät auf den Fernseher zu streamen - ganz ohne Set-Top Box. Dies sei bereits über die Apple TV Set-Top Box möglich, aber es sei
noch sperrig und Medienkonzerne wie der US-amerikanische Sender HBO halten
ihre Apps noch fern, weil sie genauer kontrollieren möchten, wie und wo
ihr Content erscheint. Die Set-Top Box bietet Apple seit etwa drei Monaten für 99 US-Dollar an. Laut eigenen Angaben habe man bisher über eine Million verkauft. Ein HBO-Sprecher sagte, man hoffe AirPlay nutzen zu können, sobald es "mit dem Antipiraterie-Schutz auskommt".
Partner
Die Spekulationen über Apples TV-Pläne haben sich in den vergangenen Wochen immer mehr verdichtet. Zuletzt sagte ein Branchenanalyst nach einer Japan-Reise sogar, die Produktion könne bereits im Februar beginnen, mit einem Marktstart Mitte 2012. Partner sei der japanische Elektronik-Konzern Sharp, der auch Displays für die nächsten iPad-Tablets und das iPhone liefern solle.
Sprachsteuerung
Die Sprachsteuerung solle bei Apple auch bei der Kommunikation mit künftigen kleinen Geräten zum Einsatz kommen, die man am Körper trage, berichtete die "New York Times" am Montag. So habe Apple an einem iPod-Player mit gebogener Glasoberfläche gearbeitet, den man wie ein Armband tragen könne. Die verschiedenen Mini-Geräte kommunizierten über das Smartphone miteinander. Auch Google forsche in dieser Richtung. (ez/APA, derStandard.at, 19.12.2011)